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eine Kraft entwickelt und eine Festigkeit, deren Verbindung mit der ihm eignenHumanität und Milde man für unmöglich hielt, da sie allerdings schwer und sel-ten ist. Er löst dadurch aufeigenthümliche Weise die Aufgabe eines deutschen con-stitutionnellen Ministers unserer Zeit; diese Lösung wird ihm allerdings sehr er-leichtert durch das erfreuliche Verhältniß gegenseitiger Anerkennung und Eintrachtmir seinen Collegen, die mit ihm in demselben Geiste wirken, da sie selbst, jederRede kundig, das Kennen und Können in sich vereinigen. Das Zutrauen der Na-tion, der er sein Alles opfert, ist ihm Alles, und so mag es gemeint sein, wenn Er,den nie Volksgunst, nie Eitelkeit oder Eigennutz blendete, es bei mehren feierlichenGelegenheiten muthig aussprach, daß er einen hohen Werth auf die öffentlicheMeinung und das öffentliche Vertrauen lege, weil nach seiner Uberzeugung einconftitutionneller Minister nur mit diesen bestehen könne und abtreten müsse, so-bald er dessen verlustig werde.
Aber man muß auch durch äußere und innere Mittel, durch körperliche Würdeund geistige Vorübung, durch die höchste Einfachheit im Sein und Umgang, be-sonders aber durch die so seltene innere Klarheit und Harmonie, durch die so voll-standige Herrschaft über sich selbst, durch solch eine glückliche Organisation unddurch das dadurch bedingte Gleichgewicht zwischen Verstand und Gemüth alle dieEigenschaften besitzen, die hier beisammenstehen und deren Dasein selbst entschie-dene Misgunst nicht abzuleugnen vermöchte Als im Nov. 1828 das neue Regi-ment in dem dreifach getheilten gotha-altenburgischen Lande begonnen und die dreibis jetzt noch fungirenden Minister von Trützschler, von der Becke und L. ihrevöllige Entlassung erhalten hatten, beschlossen die Bürger von Gotha ihren ge-fühltesten Dank gegen den unvergleichlichen Steuermann und seine zwei Midship-men feierlich auszusprechen. Sie wählten zu ihrem Vorsprecher den beredtestenund redlichsten Wortführer, den sie in ihrer Mitte finden konnten, den Oberbiblio-thekar und Hofrath Jacobs. Die von ihm verfaßte Adresse: „Gothas Dank amSchlüsse der Zwischenregierung, ausgesprochen von den Bewohnern des Landes"
(Gotha 1828, 4.), wurde durch eine Deputation übergeben, hat aber nie dieGrenzen ihrer eigentlichen Bestimmung überschritten, so sehr sie es auch durch In-halt und klassischen Vortrag verdient hätte. Darum mag hier ein Theil der An-rede an den abgehenden zu irgend einer Gunsterweisung nicht mehr befähigten Mi-nister stehen: „Sie verbreiteten in kurzer Zeit die von Ernst ll. gegründete Anstaltüber ganz Europa. Aber damals erkannten wir in Jhn-n nur den kenntnißreichenGelehrten, den unermüdlichen Beobachter und den in stiller Aurückgezogenheiteinzig seiner Wissenschaft lebenden Mann. Als aber August Emil Sie durchfreundliche Worte dem gewohnten Geschäfte entlockte, um sich Ihrer als Freundund Berather zu erfreuen, erfuhren wir, nicht ohne freudige Überraschung, daßsich auch hier der Menschenkenner bewährt habe. Wie von einem der größten undweisesten Menschen des Alterthums gerühmt wird, daß er die Weisheit vom Him- ^
mel auf die Erde herabgerufen, so stiegen Sie von den erhabenen Räumen, an de- i/nen Ihre Blicke bis jetzt allein zu hängen schienen, in den engen Kreis nützlicher ^
Geschäfte herab. Mit demselben Eifer, mit dem Sie bisher die Gesetze des Welt-alls beobachtet und festgestellt hatten, beachteten Sie jetzt, was dem Lande zur ^
Wohlfahrt gereichte; auch das Geringere verachteten Sie nicht, und kein Gegen- ^
stand, wie verwickelt er immer sein mochte, ermüdete Ihre Geduld. Wenn jener HI^Kanzler eines französischen Königs den Anfoderungen eines bedrängten Landes mitder Entschuldigung auswich, er sei nicht des Landes sondern des Königs Rath,so waren Sie der Rathgeber des Landes wie Ihres Fürsten, und seine Freund- ^
schaft zu Ihnen wuchs in dem Maße, in welchem der Dank des Ihnen verpflich-teten Volkes lauter und inniger wurde. Ihren Namen feierte jeder Mund, dennjede nützliche Anstalt, jedes Unternehmen, das dem Lande Vortheil verhieß, Alles,