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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
893
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Lindenau 893

«Zes nivellemenZ et Ues me-ures tles llauteurs pur le llaromütre" (Gotha 1809);

Makulae Veneris" (Gotha 1810, 4.); „labulae Marlis" (Eisenberg 1811, 4.),für die er vom pariser Institut den Lalande'schen Preis erhielt; ,,Iov«8tiAatio oovsorbitae a Nercurio circa Sttlem clescriptae" (Gotha 1813, 4.); „Geschichte derSternkunde im ersten Jahrzehend des 19. Jahrhunderts" (Gotha 1811); „Zeit-schrift für Astronomie und verwandte Wissenschaften" (6 Bde., E lbingen 1816—

18), die er mit B^hnenberger gemeinschaftlich herausgegeben. Zwei mit Liebe be-gonnene und gepflegte, Lheilweise bereits in der Handschrift vorhandene Arbeiten, ! isj„Das Leben der Astronomen" und „I^vcubratianes 8eeherAenses, ?asc!c. I",blieben unvollendet und vergebens hat er seit seinem Eintritt in den Staatsdiensteine günstigere Zeit zur Vollendung jener Lieblingsideen zu gewinnen gehofft, aberzu hoffen nie aufgehört. Das Leben der Astronomen gedachte er nach einem be-sondern Plane, halb Ideal, halb Wirklichkeit, so zu bearbeiten, daß er ein Mu-sterbild eines Astronomen wie, er sein soll vollendet entwerfen, das Leben und dieWirksamkeit eines Newton, Halley, Keppler, Tycho-Brahe, Bradley u. s. w. abernur zur Erläuterung einfügen wollte. Übrigens blickt der jetzt so hochgestellte und^ das Wohl seines Vaterlandes zu jeder Stunde berathende Staatsmann noch jetztmit einer stillen Sehnsucht auf jenen Aufenthalt auf dem Seeberg, auf das dortigefreie geistige Wirken und die Abgeschiedenheit von allem Weltlichen, auf die Ver-bindung mit der ganzen wissenschaftlichen Welt, und, da so viele seiner geliebtenMitgenossen in den Wanderungen durch die Sternenräume schon zu höherer An-schauung berufen worden, auf das freundschaftliche Verhältniß mit den drei erstennoch lebenden deutschen Astronomen und Mathematikern, Gauß, Olbers, Bossel;

! ja, das ungestörte geistige Wohlfein jener Zeit mache diese Periode seines LebensI zu der schönsten und glücklichsten. Encke, jetzt Direktor der herrlicher aufzubauen-den berliner Sternwarte, von Gauß gebildet, erhielt bei L. seine letzte Weihe auf^ dem Seeberg, wo jetzt Clausen aus Hamburg waltet. Die auf Olbers' JubiläumI von L. in Übereinkunft mit dem damals noch lebenden Zach sinnreich erfundene undschön ausgeprägte Denkmünze hat noch vor drei Jahren ein öffentliches Zeugnißabgelegt, wie theuer ihm der alte Freundschaftsbund mit Olbers sei. Als sein viel-I jähriger Freund Zach, an dessen bis wenige Jahre vor seinem Tode fortgesetztenI oft pikanten „^»rresponckence ustroimmiczue" er große Freude hatte, 1832 inParis starb, setzte ihn dieser zum Vollstrecker seines letzten Willens ein, ein spre-chendes Zeugniß von dem unbegrenzten Zutrauen und der Liebe, die dieser nur vonWenigen richtig beurtheilte Mann stets zu L. gehabt hatte.

Die Notwendigkeit einer Reform im altenburgischen Kammercollegium be-wirkte L.'s Rücktritt ins Geschäftsleben. So wurde er nach und nach 1817 zumVicekammerpräsidenten, 1818 zum Vicelandschaftsdirector, 1820 zum Geheim-rath und Minister in Gotha ernannt. Mit dem Herzog Friedrich IV. erlosch 1825unter sehr betrübenden Umständen der alte gorhaische Fürstenstamm. Schon wäh-rend der ganzen Regierung des körperlich und geistig entkräfteten, äußerst schwäch-lichen letzten Sprößlings der gothaischen Speziallinie löste er mit ebenso viel Klug-heit als Rechtlichkeit die schwierigsten Aufgaben, z. B. wegen der Versicherungs-acte, die der in Rom zur katholischen Confession übergetretene Fürst gleich nachdem Antritte seiner Regierung an seine Unterthanen ausstellte, wegen mancher dieSelbständigkeit des regierenden Fürsten gefährdenden Anträge, wegen Regulirungder nicht unbedeutenden Privatschulden des Herzogs August u. f. w. Ganz natür-lich mußte, selbst zur Beruhigung der ihrem Schicksal mit Bangigkeit entgegen-sehenden gothaisch-altenburgischen Lande, bis zur endlichen Ausgleichung der aufdem römhilder Vertrag sich gründenden Theilungsaniprüche L. an der Spitze bin-den. So trat er für die Zeit der Gesammtverwaltung der streitigen Erblande alsTesammtminister in den Dienst der drei Herzoge von Hildburghausen, Mei-