Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
892
Einzelbild herunterladen
 

Lmdcuau

unter den Stemm und Planeten, deren Lauf er berechnete, verweilte, ganz imSinne des Bildes, welches der Herzog durch Grasst malen ließ und das dann auchin Kupferstich erschienen ist. Im Auftrage seiner Regierung arbeitete er 1809für das pariser Depot genera! cke In guerre an Triangulirungen in Thüringenund Franken. Er denutzte 1812, wahrend der Feldzug nach Rußland rückwärtsAlles in dumpfer Erwartung fesselte, die Gelegenheit, seinen Lieblingswunschauszuführen und eine Reise durch Holland, Frankreich, einen Theil von Spa-nien und Italien zu machen. Als er von Paris aus einen Abstecher nach Eng-land machen wollte, verweigerte man ihm, aller vermittelnden Fürsprache nichtachtend, hartnackig die Passe. Indeß trat er doch mit den berühmtesten Mathe-matikern und Astronomen der damaligen Zeit, namentlich in Paris miOLaplace, F'MLagrange, Delambre, Monge, Poisson, Biot, Bouvard, Humboldt, Prony,in nähere Verbindung. Im Herbst 1812 kehrte er von seiner Reise auf den See-berg zurück und blieb bis zur leipziger Schlacht dort unangefochten. Zwei Tagedarauf saß er in Berechnungen vertieft in seinem Zimmer. Tausende waren aufder großen Heerstraße vorübergezogen, Keiner hatte sich bis zu dem 1?- Stundeentfernten Seeberg verirrt. Da stürmte plötzlich ein Trupp französischer Chas-seurs heran, sprengte mit Flintenkolben das Thor und stürzte in sein Zimmer. >

Wahrend Einige die Bureaux aufbrachen und Alles, was Metallwerth hatte,raubten, nahmen Andere die Uhren, die vor dem Besitzer aufgestellt zu seinpflegten. Die Plünderung war allgemein, doch vergriff sich Niemand an denastronomischen Instrumenten und Chronometern des Observatoriums. Der Ei-ne, der ihm das Halstuch abriß, zwang ihn, in den Keller hinabzusteigenund fiel dort über die Weinflaschen her. So ausgeplündert, flüchtete sich L. ge-gen Abend in die Stadt, nachdem er die Instrumente so viel möglich in Sicher-heit gebracht hatte. Am folgenden Tage fand er bei seiner Rückkehr bivouakirendeKosacken auf dem Vorplatze, andere hatten sich in den Gemächern einquartirt,aber nichts angerührt.

Bei dem großen Völkerzug gegen Napoleon in Frankreich selbst commandirteder Großherzog von Weimar ein eignes Armeecorps. Karl August hatte stets L.mit großem Zutrauen ausgezeichnet, ihn über wissenschaftliche Gegenstände, beson-ders über Landkarten, die er mit großem Aufwand sammelte, und mathematischeWerke befragt und in der Unterredung mit ihm, auch über militairische Streit-fragen, großes Vergnügen gefunden. Jetzt foderte er ihn auf, ihn beim Feldzugnach Paris als Oberstlieutenant und Generaladjutant zu begleiten. Im März1814 dort angekommen, erfuhr L. die Unannehmlichkeit, in einem Duell durch eineSchußwunde gefährlich verwundet zu werden. Eine schmerzliche Operation und lang-same Heilung nöthigte ihn bis zum Aug. in Paris zu bleiben. An eine Reise überden Canal, auf die er es doch vorzüglich abgesehen hatte, war für jetzt nicht weiterzu denken. Jener Unfall wirkte aber auf sein Schicksal auch insofern ein, daß ernun zu weit höherer Bestimmung seinem Vaterlande erhalten wurde, denn ohnejene Verwundung würde er wahrscheinlich einem lockenden Rufe nach Rußland ge-folgt sein, da ihm durch Kaiser Alexander die Stelle eines Generals beim kaiser-lichen Generalstabe nebst der Direction der dortigen Vermessungsarbeiten angebo-ten worden war. Fürs erste kehrte er auf seine Sternwarte zurück und pries daskleine Land, dem er angehörte, glücklich, daß von ihm auf dem Länder und See-len theilenden Congreß nie die Rede war.

Als literarische Resultate seines Aufenthalts auf dem Seeberg dürften fol-gende Werke, die jedem Kenner der Sternkunde, auch außer Bode's „Jahrbüchern",bekannt genug sind, zu erwähnen sein: „Monatliche astronomische Correspondcnz",von welcher er während Zach's Abwesenheit in Frankreich und Italien, von 1807—14, 14 Bände herausgab; ,,'1'ables burometrigues pour kaciliter !e culcul

GiM'il,