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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
885
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Lieber

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Behelligungen fort, was ihn endlich bewog, nach Dresden zu gehen, wo er beson-ders Feldmeffen und Situationszeichnen studirte. Der griechische Aufstand warausgebrochen und L. reiste im Herbste 1821 zu Fuß über'die Schweiz nach Mar-seille, um sich dort als Philhellene nach Griechenland einzuschiffen. Mit ungefähr40 Andern, die ihn zu einem ihrer Ossiziere wählten, nahm er ein kleines Fahrzeugund landete im Jan. 1822 in Navarin. Es war eine unglückliche Zeit für diePhilhellenen, die selbst mit dem Anerbieten, als Gemeine zu dienen, sich währendmehre Monate nicht nützlich machen konnten und dabei am NothwendigstenMangel litten. L. wurde selbst zuletzt, nachdem er Alles, außer Beinkleider, Rockund Mütze verkauft hatte, bis zum Betteln gebracht. Nach mehren Monaten gro-ßer Entbehrung ging er, nachdem er den Peloponnes durchreist hatte, von Misso-longhi nach Ancona. In der Quarantaine machte er sich gründlich mit dem Ita-lienischen vertraut. Bestürzt über den östreichischen Befehl, den er hier fand, daßjeder von Griechenland Zurückkehrende nur nach seiner Heimath Paffe erhaltensollte, sodaß er also Rom nicht hätte sehen können, verlangte er einen Paß nachOrbitello, einer kleinen toscanischen Stadt unweit Rom, und da er auf jedenFall durch Toscana zurückkehren mußte, die Polizei sich aber wenig um die LageOrbitellos bekümmerte, so ward ihm der Paß bewilligt. Der Weg von Anconanach Orbitello führt nahe bei Rom vorbei, und als er daher dieser Stadt nahe warverließ er die vorgeschriebene Route und ging als ein freilich etwas abgerissener Spa-zierganger in die alte und ewige Stadt. Hier fand er den Historiker Nicbuhr, der da-mals preußischer Gesandter in Rom war. Obgleich er ihn nie zuvor gesehen, eröff-nete er sich ihm ohne Hehl, und statt ihm den Genuß, Rom kennen zu lernen, grau-sam zu rauben, nahm ihn Nicbuhr gürig in sein Haus, wo er ein ganzes Jahr,eins der glücklichsten und lehrreichsten seines Lebens, zubrachte. Hier schrieb er sein„Tagebuch meines Aufenthalts in Griechenland im Jahre 1822" (Leipzig 1823).Er reiste mit Niebuhr nach Neapel und zurück nach Deutschland, nachdem sich derKönig von Preußen in Rom, wohin er vom Eongreffe zu Verona ging, gegen Nie-buhr dahin hatte verlauten lassen, daß L. ungestört in seinen Staaten solle lebenkönnen. Aber kaum in Berlin angekommen, wurde er von der Polizei von Neuemso belastigt, daß er offen von dem Minister des Innern Ruhe oder gerichtliche Un-tersuchung verlangte. Das Ministerium schob die neuen Behelligungen auf unge-schickteAusführung gewisser allgemeinen Befehle, sicherte ihm schriftlich vollkommeneRuhe zu und L. ging, selbst von der Regierung unterstützt, nach Halle, um sich dortauf ein Lehramt vorzubereiten. Als man aber 1824 neue Untersuchungen gegen die Li-beralen einleitete, wurde auch er, trotz allen Zusicherungen, in Köpenik gefangen gesetztund erst nach vielen Monaten durch den Einfluß Niebuhr's, der von Bonn zu denSitzungen des Staatsraths nach Berlin berufen worden war, befreit. L. lebte nuneine Zeitlang in Berlin, wo er seine „Wein- und Wonnelieder von Franz Arnold"(Berlin 1826) herausgab, welche er, wie manches Andere, im Gefängnisse gedich-tet. Er lebte darauf in der Familie des Grafen von Bcrnstorss in Mecklenburgund kehrte mit ihr nach Berlin zurück, wo er erfuhr, daß ein neuer Arrest ihmdrohe; da entfloh er nach England und lebte ein Jahr in London, wo er sichdurch Unterricht erhielt und manche Mittheilungen an deutsche Journale sandte.Mit großem Eifer widmete er sich auch hier der Geschichte und Politik, die nebstder Kunst immer seine Hauptbeschäftigung ausgemacht haben. Er ging 1827nach den Vereinigten Staaten, wo er unter Anderm eine Turnanstalt undeine Schwimmschule nach Pfuel's Grundsätzen in Boston einrichtete, und dieXmericana" in 12 Bänden (Philadelphia 1829 fg.), einein Beziehung auf amerikanische Statistik und die Biographien verstorbenerAmerikaner sehr bereicherte Umarbeitung des „Conversations - Lexikon" in Ver-bindung mit Wigglesworth und Bradford herausgibt. L. hat dort über manche

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