Libry-Vagnano
preservation of tlie smoricun colon? of free Xexroes on tlie coast ofF.frica"(Edinburg 183 t). '
Libry-Bagnano (Grafvon), geboren 1780, stammt aus einem rei-chen und angesehenen Geschlecht in Toscana. Seine Mutter war eine Englän-derin aus einer katholischen Familie. In dem Parteikampfe, der Italien bewegte,verfocht er seit seinem sechszehnten Jahre mit Begeisterung die republikanischenGrundsatze und wollte 1798 nach Ägypten geben, ward aber festgehalten und inder Festung Falcone auf der Insel Elba eingesperrt. Als im nächsten Jahre dieFranzosen einen Kriegszug nach Italien machten, gelang es ihm durch ein kühnesUnternehmen, d:e Festung ihnen zu überliefern, was die Eroberung der ganzenInsel zur Folge hatte. Er fuhr fort, den Franzosen mit seinem Arm und seinemGelde zu dienen, bis sie durch Unfälle zum Rückzüge gezwungen wurden, und ermußte ihnen folgen, weil ein Preis auf seinen Kopf gesetzt war. Nach der Schlachtbei Marengo kehrte er in sein Vaterland zurück, konnte aber nur noch einen Theilseines Vermögens retten. Spater ließ er sich in Frankreich nieder. Seinen repu-blikanischen Grundsätzen treu, stimmte er gegen die Erblichkeit der Kaiserherrschaft,ward aber in späterer Zeit ein eifriger AnHanger derselben, wie er schon lange einBewunderer Napoleons gewesen war. Als sich Napoleon 1814 auf die Insel Elbazurückzog, beförderte L. den Plan, das römische Reich in Italien wiederherzustel-len und die Krone auf des Kaisers Haupt zu setzen, und als unter den Urheberndesselben die Rollen waren vertheilt worden, ging L. nach Frankreich, um Theil-nehmer zu werben. Er wurde zu Elermont verhaftet und einer Verschwörunggegen den Staat angeklagt, von den Geschworenen aber freigesprochen. Nach, Napoleons Rückkehr pflanzte er in Elermont zuerst die dreifarbige Fahne auf. DieRückkehr der Bourbons veränderte noch einmal seine Verhaltnisse. Man verhaftete^ ihn in Lyon, und einer Fälschung angeklagt, ward er im Sommer 181k durch zwei! richterliche Erkenntnisse zu Zwangsarbeit verurtheilt. Er suchte vergebens, auf dieI Gesetze sich berufend, um eine Revision seiner Sache nach, indem er die abgelegten! Zeugenaussagen als falsch angriff. Auf das unveranlaßte Gesuch des Großherzogs^ von Toscana wurde von Ludwig XVIII. die Sache niedergeschlagen und L.'sStrafe in ewige Verbannung aus Frankreich verwandelt; da er aber gegen dieseVerfügung Widerspruch erhob, so blieb er in Haft und ward in verschiedenen Ge-sangnissen festgehalten, bis er im Sept. 1824 endlich in die Conciergerie zu Pariskam. Hier nahm er die Verbannung an, die man ihm noch einmal anbot, und be-gab sich nach den Niederlanden, und als er 1825 die Erlaubniß zur Niederlassungerhalten hatte, nahm er seinen Wohnsitz in Brüssel, wo er verschiedene Flugschrif-ten drucken ließ und mit Potter und dessen Partei in Verbindung war. Spatertrennte er sich gänzlich von dieser politischen Partei und war 1829 einer der Stifterder Zeitschrift „I^e national", die sich den revolutionnairen Zeitungen entschiedenentgegensetzte, aber von Vielen einer unpolitischen Heftigkeit beschuldigt warchAm 25. Aug. 1830, bei dem Aufstande in Brüssel, wurde das Bureau des „iXa-twiml", und selbst die Wohnung des Herausgebers, der abwesend war, geplündertund gänzlich zerstört. Durch die Gewaltthatigkeit eines anständigen Unterhaltsberaubt und drückenden Entbehrungen ausgesetzt, ging L. nach Holland und lebtsätdem gewöhnlich im Haag. Er hat seit seiner Verbannung um die Revision sei-^ u.s Prozesses und die Erlaubniß, zu diesem Zwecke nach Frankreich zurückzukehren,^ ^ Zebeten, sobald der Proceß gegen die Minister Karls X. geendigt war, da Ehonte-^'Uze, 181k Generaladvocat in Lyon, einer seiner Gegner gewesen war, dessen<aze aber L. wahrend des Protestes durch eine neue Anklage nicht verschlimmernU'citte, und den er vor der Juliusrevolution nicht hatte anklagen können. Es scheintAllerdings aus achtbaren Zeugnissen und mehren Umständen hervorzugehen,baß die gegen L. ausaeivrochenen Urtheile ungerecht und mir den von der Re-
56^