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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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Liberia

W

Gefahren und Verlusten gelang es dem kräftigen Willen des amerikanischenAgenten Jehudi Ashmun, nach Besiegung von Hindernissen aller Art die Grün-dung Liberias zu vollenden. Der wahre Schöpfer dieser menschenfreundlichenAnsiedelung, widmete er ihr seine Sorgfalt länger als sechs Jahre, und focht11,822 in einem Gefechte gegen die vereinte Macht der Eingeborenen mit gro-ßer Tapferkeit. Die jetzt bestehende Verwaltung wurde 1824 angeordnet. Diehöchste Gewalt übt der Agent der Colonisationsgesellschaft aus; alle bürgerli-chen und Kriegsbeamten aber werden von dem Volke gewählt. Nachdem die Co-lonisten wiederholte Angrisse der Eingeborenen zurückgeschlagen hatten, wurde dieColonie immer mehr befestigt und durch den Ankauf eines Küstenstrichs von etwa150 englische Meilen erweitert, zugleich ward auch ein geordneter Handelsverkehrmit den Nachbarvölkern (vom Stamme der Bassa, mit den Gurras, Londus undandern Negerstammen) eingeleitet. Schon 1831 besaßen einzelne ColonistenHandelsfahrzeuge und bedeutende Waarenlager. Das Gebiet von L. ist an derKüste niedrig, steigt aber allmälig gegen das Binnenland an, und etwa zehn Stun-den vom Meere sieht man ziemlich hohe Berge, unter welchen der ansehnlichste(Pranst cape mount heißt, aus dessen dichten Waldern mehre Quellen in die Niede-rung herabströmen. Die bedeutendsten Flüsse sind der Pissou, den man bereits50 Stunden von seiner Mündung aufwärts verfolgt hat, der Paulsfluß, derMesurado und der große und schissbare St.-Johnsfluß, der durch ein fruchtbares,höchst anmuthiges Gelände fließt. Das Land hat Überfluß an Rindvieh, Ziegenund Geflügel und erzeugt fast alle Gewächse der tropischen Lander. Die Haupt-gegenstände der Ausfuhr sind Elfenbein, Gold, Schildpat, Haute, Seepferdezähneund etwas Ka-ffee. Die älteste Ansiedelung ist Cap Mesurado, das ungefähr 80Fuß üver dem Meere erhaben, durch eine flache Landzunge mit der Küste verbun-den ist. Hier liegt die Stadt Monrovia, zu Ehren des Präsidenten Monroe, eineseifrigen Mitgliedes der Colonisationsgesellschaft, so genannt. Die übrigen Colonie-örter heißen Caldwell, Neugeorgien und Millsburg, ungefähr 10 Stunden weiterim Binnenlande. Bereits sind sechs Schulen, auch Sonntaqsschulen eingerichtet,die von dm benachbarten Volksstämmen besucht werden. Die Colonisationsgesell-schaft hat bis 1830 schon 1402 Farbige nach Liberia geschafft. Gegen 200, See-räubern an der Küste weggenommene Sklaven wurden unter den Schutz der Co-lonie gestellt, und gegen 300 Sklaven, welche befreit wurden, da man sie gegen dieGefetze nach den Vereinigten Staaten gebracht hatte, wurden auf Befehl der Re-gierung nach L. geführt. L. hatte 1831 eine Bevölkerung von 2000 Einwoh-nern, sechs Milizcompagnien, ein Fort, 20 Stück Geschütz und Waffen für 1000Mann Es gab daselbst drei kirchliche Gesellschaften: Baptisten, Methodistenund Presbyterianer. Einer der eingeborenen Stämme hatte sich freiwillig unterdie Gesetze der Colonie gestellt, und von andern war der Wunsch ausgesprochenworden, diesem Beispiele zu folgen. Die benachbarten Volksstämme zerfallen indrei große Abtheilungen unter eignen Häuptlingen, und ihre Zahl wird auf 150,000geschätzt. Nach einem Berichte, welchen die Beamten der amerikanischen Coloni-sationsgesellschaft zu Neuyork, bei der Feier des Jahrestags ihrer Stiftung am16. Jan. 1832 ablegten, hatte im letzten Jahre in der Colonie keine Krankheit ge-herrscht, der Handel war im Aufblühen, und der Unterricht übte einen heilsamenEinfluß auf die umwohnenden Volksstämme aus. Ein von dieser Gesellschaft,zu deren Mitgliedern Everett, Archer, Marshall und andere wackere Bürger gehö-ren, ausgerüstetes Schiff war im Dec. 1831 aus dem Hafen von Norfolk (inVirginien) nach L. abgesegelt, um einen neuen Transport von 300 Ansiedlern,Mänmr, Weiber und Kinder, dorthin zu bringen. So scheint die Fortdauer unddie Blüte einer Colonie gesichert zu sein, die den Keim der Civilisation nach Afrikaverpflanzt hat. S. Will. Jnne's „Liberia, or tüe esrly d-story -mcl si^na!