L76 Leupoldt
vee sur lu base ä'une stutue trouvee ckans tes kouilles 6u csusl ä'^lexunärie" !(Paris 1824); „0dservutIons sur 1'olstet äes representutiuus -olliscules" (Pa- iris 1824) ; „'I'adulue octo uummorum, ponäeruw, meusururum gpuä Koma-uos et elruecos" (Paris 1825). L. ist seit 1817 einer der Redacteurs des „lour-uul 6es sa^ans" und verfaßte für diese Zeitschrist mehre Artikel, z. B. über dieInschriften, die in Ägypten am Fuße der Memnonsstatue gefunden wurden. SeitKurzem ist L. Professor der Geschichte am (üolleAe cle Irauce und beschäftigt sichmit einem großen Werke über die ägyptischen Papyrusreste. Er ist in Frankreichund im Auslande als einer der bedeutendsten Hellenisten und einer der genialstenForscher unserer Zeit anerkannt. (15)
Leupoldt (Johann Michael), Professor der Medicin an der UniversitätErlangen, geboren 1794 zu Weissenstadt im Oberlande des ehemaligen Fürsten-thums Baireuth, ging 1814 vom Gymnasium zu Baireuth an die UniversitätErlangen über, erwarb sich daselbst die Erlaubniß, akademische Vorlesungen zuhalten, und wurde 1821 zum außerordentlichen, 1826 aber zum ordentlichen nProfessor der Medicin ernannt. Schon seine ersten schriftstellerischen Ver-suche, akademische Schriften, beurkundeten seine Neigung, die Dinge tiefer und ' ^in größerm Ausammenhange aufzufassen und insbesondere die höhere, dem psychi-schen Leben zugewendete Seite der Medicm mehr hervorheben zu helfen. Er be-reiste Deutschland in allen Richtungen, um die Irrenanstalten naher kennen zu ler- ^ 'neu, sowie denn auch einige kleinere Schriften seine besondere Neigung zur Psy-chiatrie bezeugen. Zugleich sprach aber auch schon seine erste größere Schrift:„Hcilwissenschaft, Seelenheilcunde und Lebensmagnetismus" (Berlin 1821),dafür, daß ihm eine, die Grundlagen der ganzen Medicin betreffende Aufgabe wunm;vorschwebte, die er zugleich durch Reichthum an Einzelkenntnissen, philosophischen 'OnMGeist und historischen Überblick zu lösen strebte. Eben davon geben unter seinenspätem Schriften, namentlich auch seine „Allgemeine Geschichte der Heilkunde"(Erlangen 1825) und sein „Paieon" (Erlangen 1826), Zeugniß. Einige seinerkleinern Schriften aus den letzten Jahren, z, B. „Von einem neuen Alexandria undeinem neuenGalen" (München 1828),und„Rede über eigenthümlicheAnfoderungender Gegenwart an die Univcrsitätsbildung in besonderer Beziehung auf eine germa-nisch-christlich-anthropologische Medicin" (Erlangen 1830), deuten das Wesentlichedieser Aufgabe ungefähr in folgender Weise an. Die ganze Medicin werde in dernächsten Zukunft — im Zusammenhange mit dem gesammten Entwicklungsgängeder neuem Zeit — eine der wichtigsten Entwickclungsepochen erfahren. Diesewerde sich zur sogenannten Reformation der Medicin des 16. Jahrhunderts we-sentlich so verhalten, wie im Alterthume die Galenische zur ursprünglich Hippokra-tischen. Wie sich dort hauptsächlich der griechisch-ethnische Geist des elastischen Al-terthums an der Medicin bewährt habe, so werde dies hinfort in der auf höhererPotenz entsprechenden Entwicklungsstufe derselben der Geist germanisch-christlicherWissenschaft der modernen Zeit rhun. Zu diesem BeHufe müsse aber vor Allemauf eine tiefe, gründliche und umfassende allgemeine Biosophie Bedacht genom-men, demnächst die Idee des Organismus im größten und kleinsten Umfange rei-ner erhoben und wissenschaftlich bestimmter durchgebildet, im innigsten Zusam-menhange damit die Psychologie des leidigen Auslandes enthoben werden, in wel-chem sie sich noch immer befinde, und endlich der Mensch, auch sofern er Object derHeilkunde ist, wirklich und ganz als Mensch, und zugleich als Ebenbild der Weltund Gottes, aufgefaßt und so die Medicin zunächst auf Anthropologie gegründetwerden, welche diesen Namen auch wirklich verdiene. Diese Grundlage der Medi-cin müsse auf einem tiefern religiösen Grunde ruhen, einen ernstern sittlichen Kern "in sich schließen und auf sie müsse alle Kraft und Klarheit und der ganze Umfangwissenschaftlicher Tüchtigkeit concentrirt sein. Und ganz in demselben Geiste und