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zählung zu verlieren, konnte er der geistreichen Geschwätzigkeit seines wunderlichenHumors nachgeben. Seine Beschreibungen sind glänzend, sogar seine CharaktereI zuweilen mehr scharf umschrieben als künstlerisch dargestellt, nur seine Reflexion istunzureichend und halt der Tiefe des Gegenstandes, mit dem sie sich zu leicht abfin-det, nicht das Gleichgewicht. Wenn sein Talent ihn oft verführt hat, die Farbenzu stark aufzutragen und durch gewaltsam herbeigezogene Anspielungen seinen Stylunruhig, überladen, oft geschmacklos erscheinen zu lassen, so hat er dagegen in derErzählung „Die Schlittenfahrt" jene Meisterschaft bewahrt, die, von Innen herausihren Stoff sich bildend, allen ungehörigen Prunk und Schimmer verschmäht.Nach den „Biographischen Gemälden" möge man ermessen, was L. als historischerSchriftsteller geworden sein würde. Im Umgang war L. derselbe wie in seinenSchriften. Bestimmt und kraftig in der Erscheinung, von Vielen geliebt, vielleichtvon Niemand gehaßt, war er der Liedling der Gesellschaft, die er mit seinem Witzerheiterte und beherrschte. Er schien gesund an Leib und Seele, zufrieden mit sei-ner Stellung im Leben und in der Literatur, in immer gleichmäßig heiterer Stim-mung. Er schien es nur; denn wirst nicht sein schreckliches, selbstgewähltes Endeunheimlich schwarze Schatten auf dieses heitere Dasein zurück, das, stark und insich vollendet, sich selbst zu genügen schien? Wenn er einen heimlichen Schmerzim Innern genährt hat, und seine Reflexion unvermögend war, ihn zu lösen, einenSchmerz, der ihn bis zum Selbstmord treiben konnte, so ist er ungekannt über dieErde hingegangen; denn keinem seiner Freunde hat er sich anvertraut und seineSchriften geben keinen genügenden Aufschluß. Vielleicht konnte er sich eben nichterschließen und sein Schmerz hat ihn erdrückt. (59)
Letronne (Antoine Jean), Generalinspector der Studien, zu Paris am25. Jan. 1787 geboren, konnte bei der Dürftigkeit seiner Altern die polytechnischeSchule, für welche er anfangs bestimmt war, nicht besuchen, erhielt aber von sei-nem Lehrer, dem Geographen Mentelle, Beschäftigung bei der Ausarbeitung einesWörterbuchs für die neuere Erdkunde. Er ernährte sich durch Privatstunden, dieihm derselbe Gelehrte verschaffte, konnte sich endlich am (lalle^e ckel?raace denphilologischen Studien ergeben, begleitete dann einen Ausländer aus einer Reisedurch Frankreich, Italien, die Schwei; und Holland, und setzte nach seiner Rück-kehr seine Studien mit rastlosem Eifer fort. Von der „(ZeoFraxliie 6e toutes lesparties cku moaäe" (4 Bde., Paris 1806) ist ein großer Thcil des letzten Bandesund das Planetensystem aus L.'s Feder geflossen. Er schrieb dann in den „^auales! äes vo^cl^es" (fünfter Band) über eine Stelle des Thucydides, war Mitarbeiter ander „Histoire universelle elu commerce" von Jullien du Ruat, verfaßte den anti-quarischen Theil von Reuchet's und Chanlaire's „Ltatisticjue cles <16partemeos^ <le la l?rance", gab den „Lssai Zur la topo^raplrie cls L^racuse, (laus le 5iemesiede avaat 3. (?." (Paris 1812), „lettre sur Luuazüus" im ,Magasin en-c/clopetliyue" (1818) heraus, welche beide letztere Schriften den Ruf L.'s grün-deten. Seine „Reclrerclies critigpies et ^eograztlric^ues sur le livre cke mensuravrbis terrae" (Paris 1814) veranlaßten die Negierung, ihn zur Vollendung derj durch den Tod Laporte Dutheil's unterbrochenen Übersetzung des Strabo auszu-wählen. Die „lleclierckes sur les trsAiueas tl'lZeron ck'^Iexanckrie" wurden1816 von der Akademie der Inschriften gekrönt. In den „Consickerations gene-rales sur I'evaluatioa cles woauaies ^reccjues et romaines, et sur 1a valeur ckel'vr et cke l'argseat avaat 1a ckvcouverte cke l'^meri^ue", welche er 1817 in derAkademie vortrug, widerlegt L. die Ansichten Garnier's über denselben Gegenstand.Die achte Ausgabe seines „(lours elementaire ele geograplüe ancierme et mo-6erue" erschien 1825. Au seinen berühmtesten Werken gehören die „keckerckespour servir a l'llistoire <le l'L^pte penckant la ckomiaatioa des (Zrecs et ckes! Kommas" (Paris 1823). Er verfaßte außerdem: „Iascrss>tioa ^recc>ue, gra-