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Leßmann
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den Grund zu der pccuniairen Unabhängigkeit, die er durch kluge Benutzung derihm zu Gebote stehenden Mittel bald zu erreichen vermochte. Einige Zeit dar-aus begleitete er ein Mitglied der Familie Randolph als Hofmeister nach Nord-amerika, und als er nach England zurückgekehrt war, bereiste er in Begleitung desbekannten Thoinas Wedgewood verschiedene Theile des Continents. Es ist nichtbekannt, wann L. zuerst die Laufbahn feiner physikalischen Entdeckungen betrat.Seinen Disserenzialthermometer hat er schon vor 1800 erfunden. Er gab 1804seine bekannten „Versuche über die Natur und Fortpflanzung der Hitze" heraus.Besondern Ruf haben ihm noch erworben sein Hygrometer, sein Photometer, einApparat, das specisische Gewicht gepulverter Körper zu bestimmen und sein Ver-sahren, Wasser mit Hülse der Luftpumpe zum Frieren zu bringen. Auch inmanche theoretische Speculationen hat er sich eingelassen; doch eben nicht mit Glück.Er erhielt 1804 den Lehrstuhl der Mathematik zu Edinburg und 1819 an Play-sair's Stelle den Lehrstuhl der Naturwissenschaften daselbst. Einige Geistliche derschottischen Kirche? die L. für einen Zweifler in Glaubenssachen erklarten, suchtenseine Wahl zu vereiteln, doch siegten die Professoren der Universität nach einem leb-haften Kampfe gegen diese zudringliche Einmischung. Sein Charakter wird alsachtungswerth geschildert. Von L.'s Schriften sind außer den oben angeführ-ten zu nennen: „Clements okgeometr^" (Edinburg 18l1); „^ccouut of exper-iments umi Instruments UepencklNS on tüe relution of nir to üent nnck moist-ure" (Edinburg 1817, deutsch von Brandes, Leipzig 1823); „?üilosop!i? oksritlimetic" (Edinburg 1817), und „Discourse on tüe iiistor/ ok nuitkemu-t!c»! nncl pk^sicul scieoce" in der „Lnc^clopueckia britsnnicu". Er starb imNov. 1832. (11)
Leßmann (Daniel), geboren am 18. Jan. 1794 in Soldin in der Neu-mark, legte auf dem joachimschaler Gymnasium, wohin er in seinem zwölftenZahre geschickt wurde, den Grund zu einer ausgebreiteten Kenntniß der klassischenLiteratur und der Geschichte und widmete sich nach vollendetem Lehrcursus demStudium der medicinifchen Wissenschaften aus der Universität Berlin. Der Frei-heitskampf des Jahres 1813 entriß auch ihn seinen Studien und er trat als frei-williger Jäger ins erste ostpreußische Infanterieregiment ein. In der Schlachtbei Lützen verwundet, wurde er zur Verpflegung nach Schlesien geschickt undnach seiner Genesung ihm die Leitung des Militairlazareths in Ottmachau anver-traut. Der Aufenthalt in dem kleinen Städtchen ward ihm bald Werth und erpflegte in spätem Jahren mit wehmüthiger Rückerinnerung von jener Zeit zu spre-chen. Der Friede rief ihn zu den verlassenen Freunden und Studien zurück, aberschon im Frühling 1815 ging er wieder ins Feld, indem er bei einem ambulantenLazareth als Arzt angestellt worden war. So hatte er Gelegenheit, einen Thcil desnördlichen Frankreichs kennen zu lernen und wahrend eines mehrnwnatlichenAufenthalts in Paris die Vorlesungen der berühmtesten Lehrer zu besuchen. Nachseiner Heimkehr widmete er sich in Berlin den gewohnten Studien, die er aber kei-neswegs auf das Gebiet der Medicin einschränkte. Er ging 1819 nach Wien, umdort die klinischen Anstalten zu besuchen und zugleich die medicinische DoctorwürdeM erlangen; doch ergriff er mit Vergnügen das Anerbieten, in einem befreundetenHause eine Hofmeisterstelle zu übernehmen und der Medicin zu entsagen. Diesehöchst angenehme Stellung ließ ihm hinlängliche Muße, sich auf der wiener Biblio-thek mit einem gründlichen Studium der Geschichte, der er sich von nun an mitBeharrlichkeit widmete, zu beschäftigen; zugleich machte ihn der dreijährige Aufent-halt in Wien dem fröhlichen Lebensgenüsse zugänglich, der dem ernsten Norddeut-schen bisher fremd geblieben war. Er gab dort eine Übersetzung von Pope's „Ls-^7 on mnn" mit beigedrucktem Text heraus. Dem Grafen O'Donnel, der ihmdie Erziehung seines ältesten Sohnes übergeben hatte, folgte er nach Verona und