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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
862
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862 Leopold (Großherzog von Baden) ^5^

Deutschland entluden. Noch inniger befestigte sich das Band des Vertrauens zwischen

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Volk und Fürst durch die Standeversammlung, welche am 17. Marz 1831 zusam-mentrat und von L. persönlich mit einer im Tone der Herzlichkeit vorgetragenenThronrede eröffnet wurde. Der Gang der Verhandlungen dieses Landtags undseine Resultate sind bekannt, und die Darstellung derselben gehört wol eher in dieGeschichte des Landes, als in einen biographischen Umriß seines Fürsten. (Sieheden Artikel Baden.) Doch darf nicht außer Acht gelassen werden, was die per-sönliche Gesinnung desselben dazu beigetragen, den Landtag zu einem glücklichenEnde zu führen. In die Mitte gestellt zwischen die Ansprüche des Volkes und dieder auswärtigen Machte, wünschte die Regierung L.'s, in Hinsicht aus die erneuerte D

sponheimische Streitsache, noch durch besondere Gründe der Politik bestimmt,nach beiden Seiten zugleich in gutem Einvernehmen zu bleiben, und daher dasSchwanken der Wage, wobei die Persönlichkeit des Regenten zuletzt den Aus-schlag gab. L. hatte sich gerade in Betreff jener Streitsache mit den Gesinnungender Volkskammer befreundet, welche warmer und entschiedener als das Ministe-rium für die Interessen des untheilbaren Landes aufgetreten war und die schonhalb entwickelte Neigung zur Abfindung mittels einer kleinen Abtretung wiederrückgangig gemacht hatte. Wünschte er persönlich ein erfreuliches Ende des Land-tags, so mochte er bestärkt werden durch gleiche Gesinnungen seiner geistreichen Ge-mahlin, sowie des edlen Fürsten von Fürstenberg, seines Schwagers. Unter die- '

sen Verhältnissen fügte sich Alles zu einem segensreichen Schluß, der die vorher hin ^ ^und wieder stattgefundenen Dissonanzen versöhnte und ein jubelndes Echo in allenTheilen des Landes fand. Ein Fürst mit einem Herzen wie L., mußte sich im In-nersten glücklich fühlen in der Verehrung, welche ihm das dankbare Volk zollte.

Allein zu derselben Zeit und fast noch eher, als die auf dem Landtag zu Stande ge- ürz 16, Dil, lkommenen Gesetze ins Leben traten, meldete sich bereits die Opposition von Außen m SHn-Mgegen diesen Zustand der Dinge. Die Regierung hielt in der Hauptsache Stand, wenn DetterThMidinsie auch schon im April und Mai 1832 einige auf Umkehr deutende Verordnungen zzßMMaufmerließ, und das vertrauende Volk glaubte an keinen Rückschritt, bis die seine Be- Wg Mchsorgnisse noch überbietenden Bundesbeschlüsse vom 28. Zun. erschienen und die » Hüchel,'n vielBerechnungen der rechtlichen Wahrscheinlichkeit unter dem Gebole der Nothwendig- HichtttinßiWkeit gefangen nahmen. In schneller Folge schloß sich daran das Verbot desFrei- ^

sinnigen" und desWächters am Rhein", die Zurücknahme der Preßfreiheit, die Hchnhükin j'Aufhebung der Öffentlichkeit bei Preßprocesscn, die Schließung der UniversitätFreiburg, die Pcnsionirung Notteck's und Welcker's, und ein Gang der Regierungüberhaupt, wie er diesen einzelnen Schritten entsprechend war. Es ist in vielfa-chem Sinne über diesen Umschwung abgeurtheiit worden, aber die Hauptfrage Gbleibt wol das Verhältniß der Bundesglieder zum Ganzen und ihrer Souveraine- ^

tät zu der Bundesgesetzgebung. Die Regierung L.'s stand gerade im Mittel-treffen dieser Streitfrage. Da sie, abgesehen von der Frage des Willens, die mo-ralische Kraft nicht hatte, auf moralische Kräfte gestützt, den materiellen gegen- !

über einen Haltpunkt für die innerhalb rechtlicher Grenzen zu befestigende Unab- ^h ängigkeit der Bundesgliedec zu bilden, und einer Rolle, wie sie im frühern Reichs- s,Niich^verbände Sachsen, Baiern oder Preußen aufgefaßt, nicht gewachsen war, kurz, da . mnjii i>«sie ihre Stellung nicht weiter entwickeln wollte, so konnte sie auch nicht stehen blei- z,.,den, ja sie mußte unter dem Drang der Nothwendigkeit einmal den erstenSchritt gethatt, als einer zu freisinnigen Richtung verdächtig, sogar noch weiterzurückgehen als andere Staaten, um sich gleichsam zu rechtfertigen. So wurde na- , ^mentlich mit der allgemeinen Preßfreiheit auch die in innern Angelegenheiten zer- ^

stört, obschon diese seit Jahren unangefochten in dem Bundesstaat Baiern bestan- j»den hatte. Auf den Umschwung der Regierungsverhältnisse folgte ein Umschwung ^

der Volksgesinnung, und die Masse, welche früher ihre Dankbarkeit vorzugsweise ^