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lich die Vorlesungen von Hegel, ehe er daran dachte, sich selbst zu habilitiren. Zu-gleich beschäftigte er sich damit, aus den italienischen neuem Urkundenwerken seineSammlung für lombardische Städteverfassung zu vervollständigen, und arbeitete ßllsWerk. „Entwicklung der Verfassung der lombardischen Städte" (Hamburg 1824),wodurch er seine frühere Schrift über denselben Gegenstand vergessen zumachen such-te, hier im Wesentlichen aus. Aus einem Antrag, der ihm um diese Zeit gemachtwurde, eine vornehme Dame auf einer Reise nach Italien zu begleiten, entwickelte sich,da jene Reise unterblieb, der Entschluß seiner Gönnerin, der verwitweten Fürstin zuRudolstadt, die ihn schon früher begünstigt und unterstützt hatte, ihn zur Förderungseiner Ausbildung zu Ostern 1823 eine Reise nach Italien allein antreten zulassen. Er verließ also Berlin, nachdem er zuvor von dortigen Gönnern die Ver-sicherung erhalten hatte, daß seiner Habilitation daselbst bei seiner Zurücklunft keinHinderniß im Wege stehen würde. Aus Italien wieder nach Berlin zurückgekehrt,betrieb er auch dieselbe mit allem Eifer, und hielt zuerst Vorlesungen über deutsche Ge-schichte. In diese erste Periode seiner akademischen Thätigkeit fallen auch seine „Vor-lesungen über die Geschichte des jüdischen Staats", die er später (Berlin 1829) inden Druck gab. Er setzte jedoch bald alle dahin einschlagenden Studien wieder beiSeite, da er die Richtung und Auffassung, in welcher er in jenem Buche die jüdi-sche Geschichte behandelt hatte, selbst als eine irrige erkannte. Gegen Ostern 1826federte ihn der ihm verwandte Buchhändler Perthes zur Übernahme der Ausarbei-tung der Geschichte Italiens für das von Heeren und Uckert herausgegebene Werkaus, und L. ging sogleich mit Eifer an die Vorarbeiten dazu, indem er sich von nunan fast ausschließend dem Studium der Geschichte des Mittelalters zuwandte. DieResultate seiner mittelalterlichen Forschungen stellte er später in seinem „Handbuchder Geschichte des Mittelalters" (Halle 1830), zusammen, ein Buch, das unge-mein viel geistreiche Ideen und neue Ansichten mit einem gründlichen Studiumverbindet. Seine„Geschichte der italienischen Staaten" (5 Bde., 1829—32) wurdeaber ohne Zweifel L.'s gediegenstes Werk, das noch bei weitem nicht genug Aner-kennung gefunden hat. Im Sommer 1825 erhielt L. einen Ruf nach Dorpat,unter sehr annehmlichen Bedingungen, den er jedoch ablehnte, woraus er auf dieAnzeige davon zum außerordentlichen Professor ohne Gehalt an der Universität inBerlin ernannt wurde. Er gab 1826 seine Ubersetzung der Macchiavelli'schen„Briefe" heraus, mit der er sich seither beschäftigt hatte und die ihm viele Freundeerwarb. Um diese Zeit übernahm er auch, um endlich zu einer Besoldung zu kom-men, eine Collaboratorstelle an der königlichen Bibliothek, und hierdurch, sowiedurch einige andere Nebengeschäfte, die ihm übertragen worden waren, vermehrtensich, da er auch mit seinen literarischen Arbeiten nicht zurückbleiben durfte, seine Ar-beiten dergestalt, daß sie zu einer wahrhaft erdrückenden Last für ihn wurden. Dazugesellte sich ein Überdruß an seinen dortigen persönlichen Verhältnissen und eineKrankhaftigkeit seiner eignen Gemüthsstimmung, die ihn endlich so überwältigte,daß er im Nov. 1827 sich entfernte. Nach Berlin wieder zurückzukehren, schien ersich nicht entschließen zu können, und suchte deshalb von Leipzig aus um seinenAbschied nach, worauf er sich selbst nach Jena begab und sich dort zur Herstel-lung seiner Gesundheit und Heiterkeit mit Reiten und andern körperlichen Er-götzlichkeitcn vergnügte. Seine Freunde in Berlin hatten jedoch unterdeß denvon ihm gethanen Schritt möglichst zu vermitteln und ihn selbst zu bewegen ge-sucht, durch persönliches Wiedererscheinen in Berlin das Nöthige zur Ausgleichungbeizutragen. Dies geschah, und L. erhielt darauf 1828 eine außerordentliche Pro-fessur der Geschichte in Halle, die sich 1830 in eine ordentliche verwandelte.L. ist ohne Zweifel einer der genialsten und geistreichsten Historiker unserer Zeit, undwahrend seiner äußern Darstellung nur zuweilen etwas mehr Durcharbeitung undKünstmaßigkeit zu wünschen wäre, ist dagegen seine Geschichtsansicht, seine Au5