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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
855
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Lenz (Johann Georg)

Leo

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Thl. Patrouillenlehre (1825), dritter Thl. Verhaltungsvorschriften bei Detachi-rungen (1829);Fragen über den Felddienst für Unteroffiziere u. f. w." (Stutt-gart 1830). (40)

Lenz (Johann Georg), geboren zu Schleusungen am 2. April 1748, stu-dirte in Jena, wohin er sich 1765 begeben hatte, mit äußerst geringen Mittelnanfangs Theologie, dann Botanik und Mineralogie unter Immanuel Walch,welcher dort diese Wissenschaft zuerst als eine eigenthümliche vortrug. NachWalch's Tode kaufte der damalige Herzog, nachherige Großherzog Karl Augustdessen naturhistorisches Cabinet und vertraute L. die Aufsicht über dasselbe an.L. hielt nun Vorlesungen über Naturgeschichte, insonderheit über Mineralogie,erst nach Cronstedt'S und spater nach Werner's System. Diesem durch Hoffmannbearbeiteten System blieb er bis ans Ende seines Lebens treu und lehrte in der er-sten Periode seiner akademischen Wirksamkeit mit so glücklichem Erfolge, daß eroft in Einem Semester die Oryktognosie für sechs besondere Kreise von Zuhörernvortragen mußte. Aus Eifer für seine Wissenschaft stiftete er 1796 die Mineralo«gische Gesellschaft, welche der Herzog den 16. Dec. 1803 bestätigte. Präsidentderselben wurde der Fürst Dimitri Galizin, welcher sein prachtvolles, besonders ansibirischen Stücken reiches Cabinet nach Jena schenkte und dadurch die bereits be-stehende Sammlung zu einer höchst bedeutenden erhob. Diese Gesellschaft erregtedie lebhafteste Theilnahme, die ausgezeichnetsten Männer aller Classen traten ihrgern bei, und bewarben sich zum Theil selbst um die Aufnahme; die Aufgenom-menen beeilten sich durch Geschenke ihr Interesse zu betätigen, wodurch dasjenaische Cabinet zu einem außerordentlichen Umfange anwuchs. L. brachte dengrößten Theil seiner Zeit in diesem Cabinet zu; es immer zu vermehren, war seineeinzige Sorge, und deshalb unterhielt er eine sehr ausgebreitete Correspondenz durchganz Europa. Mochte er auch bei der Aufnahme der Mitglieder in den letztenJahren nicht immer mit der nöthigen Vorsicht zu Werke gehen, mochte er mehrdie Anhäufung von Massen, als die Erwerbung einzelner recht instructiven Exem-plare im Auge haben, wurde von ihm auch Manches vernachlässigt, was zur wis-senschaftlichen Anordnung, zur sorgfältigen Classisicirung und Beschreibung, sowiezur Sicherung und Erhaltung dieses Cabinets unumgänglich nothwendig ist: derRuhm, zur Bereicherung desselben durch Erregung der Theilnahme Anderer we-sentlich beigetragen zu habm, bleibt ihm ungeschmälert und sichert seinem Nameneine unvergängliche Dauer. Dieses Verdienst blieb auch nicht ohne Anerkennung.Er wurde 1794 außerordentlicher Professor der Philosophie, 1803 zum Bergrathernannt und erhielt 1810 eine Professur mit Sitz und Stimme im akade-mischen Senate, sowie ihn fast alle gelehrten Gesellschaften Europas als Mit-glied aufnahmen. Den 25. Oct. 1822 wurde sein Lehrerjubilaum von der Aka-demie feierlich begangen, bei welcher Gelegenheit der Großherzog ein großes Mit-tagsmahl im Saale des jenaischen Schlosses gab und dem Jubelgreise ein betracht-liches Geldgeschenk machte. Unter den hierbei erschienemn Gedichten befand sichauch ein sehr anmuthiges von Göthe, welches in der Sammlung seiner Werkenoch vermißt wird. In den letzten Jahren siel L. in immer zunehmende Schwäche,welche ihn zur Fortführung der Geschäfte unfähig machte, und er starb an völligerEntkrästung am 28. Febr. 1832. (73)

Leo (Heinrich), Professor zu Halle, ward am 19. Mär; 1799 in Rudol-stadt geboren. Sein Väter war anfänglich Garnisonprediger daselbst und wurdespäter als Pfarrer nach einem Kirchspiele auf der sogenanntenHöhe vor dem Thü-ringerwalde" versetzt. Seine erste wissenschaftliche Bildung erhielt L. auf demGymnasium zu Rudolstadt, wo vornehmlich Abeken und Göttling einen sehr wohl-tätigen und ticfwirkenden Einfluß auf ihn ausübten. Nachbarliche Freundschaftseiner Altern mit einer in Rudolstadt angesiedelten Jtalienerfamilie, sowie die in

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