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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
854
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«54 Lenz (Johann Adam)

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bis zu seinem vierzehnten Jahre in der dasi'gen Erziehungsanstalt seines Großvaters ''-F-Salzmann und kam dann auf das Gymnasium zu Weimar, dessen Director sein WVater damals war. Darauf studirte er in Göttingen und Leipzig Philologie undNaturwissenschaften. Er ging 1820 nach Berlin, und nachdem er in Thorn undMarienwerder als Lehrer angestellt gewesen war, folgte er dem Rufe an die Er-ziehungsanstalt zu Schnepfenthak, wo er jetzt noch lebt. Er gab seitdem heraus:Naturgeschichte der Säugthiere" (Gotha 1831);Die nützlichen und schab,lichen Schwämme" (Gotha 1831), ein Werk, das die Kenntniß der eßbaren undgiftigen Schwämme allgemeiner zu machen bestimmt war. Besonders aber hatsich L. mit der Beobachtung der deutschen Schlangen, zumal der Kreuzotter, be-schäftigt, und da deren Naturgeschichte bis jetzt noch sehr im Dunkeln lag, Gelegen-heit gefunden, manches Neue zu erforschen. So fand er, daß unsere deutschenSchlangen sich in der Regel jährlich fünf Mal häuten, daß sie im Winter bei einerTemperatur, wo das Wasser gefriert, ebenfalls erfrieren und sterben, daß die Ver-schiedenheiten, welche man in der Färbung der Kreuzotter gefunden und als Merk-male verschiedener Arten betrachtet hat, regelmäßige Abänderungen des Alters undGeschlechts sind. Über die Wirkung des Giftes der Kreuzotter hat er viele Ver-suche angestellt, und das Chlor, innerlich gegeben, als ein vortreffliches Gegenmit-tel dagegen erprobt, zugleich auch gezeigt, daß dieser Stoff, welcher für andere Thiereund Menschen unschädlich ist, auf die Otter selbst tödlich wirkt. Viel Neues bie-ten seine Beobachtungen über das Verhältniß der fleischfressenden Thiere zu denSchlangen dar; er fand nämlich, daß der Igel, Dachs, Iltis, der Bussard, Tburm-falk und andere die giftige Kreuzotter bekämpfen und verzehren, wobei sie den Kopfderselben zuerst zerreißen und fressen, wohl wissend, daß er der Sitz des Giftes ist.

Dagegen fand er, daß 5?c Fuchs, die Eule, der Sperber, Stockfalk, die Kornweiheund andere sich nicht an Schlangen wagen, zum Theik auch große Furcht vor derKreuzotter zeigen. Igel, Dachs und Iltis leiden, nach seinen Beobachtungen,selbst von vielen Otterbissen nicht, wogegen das kleine Wiesel, Thurmfalk, Storchu. s. w. mehr oder weniger davon erkranken. Seine Beobachtungen über Schlan-gen hat L. hauptsächlich durch seineSchlangenkunde" (Gotha 1832) bekanntgemacht.

^enz (Johann Adam), geboren 1786 in Stockach in der LandgrafschaftNellenburg, machte seine ersten philosophisch-mathematischen Studien zu Klagen-furt. Er trat darauf 1804 als Cadett in östreichische Kriegsdienste und machteals solcher den Feldzug 1806 in Italien, Baiern und Mahren mit, ward aber1806 von seinem neuen Landesherrn, dem Könige von Würtemberg, als Lieutenantbei dem ersten Bataillon der Fußjäger angestellt. Im Laufe des Felozuges 1809gegen Ostreich zum Oberlieutenant und Adjutanten befördert, hatte er Gelegen-heit, sich in dem für die würtembergischen Waffen so rühmlichen Treffen bei Linzauszuzeichnen. Er trat 1813 in westfälische Dienste, rückte zum Hauptmann vorund erhielt im Laufe des Feldzugs 11 Wunden, von denen jedoch keine ihn zum fer-nem Dienste unbrauchbar machte. Nach der Auflösung der westfälischen Armee botihm der König vonWürtemberg wieder Dienste an, die er annahm; in den Feldzü-gen von 1814 und 1815 fand er abermals mehrfache Gelegenheit sich auszuzeich-nen, erhielt aber auch in dem Treffen bei Strasburg neue Wunden; zum Haupt-mann erster Classe befördert, zeichnete er sich im Kriege gegen die Franzosen aus.

Die Zeit des Friedens benutzte L. zu literarischen Beschäftigungen. Das militai- ^

rasche Publicum und insbesondere das würtembergische Armeecorps verdankt ihmeine Reihe interessanter Schriften für angehende Militairs, welche sich durch kla-ren Vortrag, Präcision und eine gründliche Kenntniß des behandelten Stoffesauszeichnen. Dahin gehören:Felddienst für Unteroffiziere und angehende Mi-litairs", erster Thl. Vorvostendienst (zweite Auflage, Stuttgart 1826), zweiter