Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
853
Einzelbild herunterladen
 

Lennep (David Jakob van Jakob van) Lenz (Harald Otmar) 853

ris energisch zu dringen. Mit Genehmigung des Ministeriums begab sich L. aufLafayette's Landsitz La Orange, und unter der Bedingung, daß er nicht nach Pa-ris komme, wurde die verfügte Verweisung auf 60 Stunden von der Hauptstadtzurückgenommen. Er genoß seitdem die Gastfreundschaft des Generals, bis am8. Marz 1833 auf Befehl des Ministers des Innern, Grafen von Argout, weilL. angeblich die über wmmene Verpflichtung verletzt hatte, der Unterpräfect mitbewaffneter Macht in das Landhaus drang, ihn verhaftete und von Gensdarmennach Tours bringen ließ. Lafayette führte einige Tage nachher in der Deputirtcn-kammer bittere Beschwerde über die Verletzung seines Hausfriedens, die der Mi-nister als eine Ausschreitung des Unterbeamten zu entschuldigen suchte, und nanntedie unmittelbar vor der Rückkehr des Grafen Pozzo di Borgs angeordnete Maß-regel In dienveuue ü I'umbassutleur cke Russie. (8)

Lennep (David Jakob van), Professor zu Amsterdam, wurde daselbstam 15. Jul> 1774 geboren, erhielt in der dortigen Gelehrtenschule unter VanOm-meren eine treffliche Vorbildung und gab bereits 1790 seine jugendlichen Versucheearmiuu siivenilia" heraus. Cr setzte darauf seine Studien im Athenäum zuAmsterdam drei Jahre hindurch fort und widmete sich ebenso lange der Rechtswis-senschaft zu Leyden, wo er 1796 Doctor der Rechte wurde, wiewol dem Studiumdes elastischen Alterthums stets seine Vorliebe zugewendet blieb. Eine Sammlunglateinischer Gedichte gab er 1796 unter dem Titel:Rusticutio Uünpnckica" her-aus, weil er sie auf dem Landsitze seiner Familie üetN-mpack (Mannsweg), derin der Geschichte Hollands durch eine im Mittelalter dort gelieferte Schlacht be-rühmt ist, verfaßt hatte. Er ist seit 1799 Professor der Beredsamkeit und dergriechischen und lateinischen Sprache am Athenäum zu Amsterdam. L. ge-hört zu der alten hollandischen Humanistellschule, die sich besonders durch die Er-klärung der griechischen und lateinischen Dichter auszeichnete, und ist einer derglücklichsten Nachahmer derselben in unserer Zeit. Er gab heraus:Ovillü Nu-50M5 IZeroickes et Lutum Lpistvlu" (Amsterdam 1807 und 1812) und voll-endete die von H. de Bosch angefangene^ntllolvKiu Fruecu" (Utrecht 1822)und die von L. van Santen angelegte Ausgabe des Terentianus Maurus (Ut-recht 1825). Mehre seiner Denkschriften sind in den Schriften der dritten Classedes niederländischen Instituts abgedruckt, deren Mitglied er ist. Er übersetzte inhollandische Verse Hesiod's GedichtWerke und Tage" (Amsterdam 1823).Sein Sohn Jakob van L., geboren am 24. März 1802 zu Amsterdam,trat wie der Vater in früher Jugend als Dichter auf, aber bloß in der vater-ländischen Sprache. Er gab heraus: Idyllen in Theokrit's Manier; eine Samm-lung von Gedichten; eine französische Legende:Het recüt vuu druilostsu-vuolttcout"; eine Nachbildung derBraut von Abydos" von Byron; mehreGelegenheitsgedichte durch die Ereignisse von 1830 und 1831 veranlaßt, undNeckerlunltsctte legeucken" in 6 Banden, poetische Erzählungen nach Walter^ Scott's Vorbild. Vorzüglich aber erwarb er als dramatischer Schriftsteller Bei-fall. Außer seinen DramenFiesco" undMarino Falieri", nach Schiller und By-ron, schrieb er mehre kleine Stücke in Versen und Prosa:llet <!c>rp nun cke ^ren-2eu";Het ckorp over Ue Freilisell";Hulcke nun vun Lpez'lc";Deroemvuntwin-ti^ eeuwen";Leu umsterckamseüe wmteruvoiu! in 1632". Eine fruchtbare Phan-tasie, lebendige Sprache, leichter und anmuthigcr Versbau und endlich das große Ver-dienst des Zeitgemäßen machten L. zu einem Lieblingsdrchter seiner Zeit. Diejenigenseiner Theaterstücke, die zu der in Holland ganz neuen Gattung des französischenVaudeville gehören, fanden ungemeinen Beifall. Eine neue Oper:Huurlem's ver-losging", erschien 1833, der eine andere'lasso" bald folgen soll. L. lebt als Fis-kaladvokat zu Amsterdam. (74)Lenz (Harald Otmar), geboren zu Schnepfenthal im Jahre 179ft blieb