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Lelewel
den 18. Dec. 1830), welches die neue Behörde sogleich erließ, sowie die patrioti-schen Reden an die polnische Armee, flössen aus L.'s Feder. L.'s patriotische Gesell-schaft war zwar durch Lubeckis und des Diktators Chlopicki Bemühung so gut wiegesprengt; diese bittere Erfahrung hätte leicht jeden andern Mann auf lange Zeitentmulhigen können, allein L. verband mit der ausdauernden Hartnackigkeit jedesPolen, wenn es die Wiedergeburt seines Vaterlandes gilt, noch eine dem Gelehr-ten eigne Geduld. Seinem wahren Elemente wieder zurückgegeben, fand er ander Seite seines kraftigen Arbeitsgenossen Valentin Zwierkowski Stoff zu neuergeheimer Thätigkeit. Beide traten mit Bronikowskk, Mochnacki, Krempowiecki,Zawisza, Aaliwski und dem Pciester Pulawski, in welchem L. bei dessen außeror-dentlicher Beliebtheit im Volke ein besonders brauchbares Werkzeug zu erkennenglaubte, zu einem neuen Verein zusammen, welcher nach Lubecki's und Jezierski'sAbreise nach Petersburg (10. Dec. 1830), wie früher die russische Herrschaft, sojetzt den Diktator zu stürzen beschloß. Nicht ein Nationalconvent, sondern einevolksthümliche Regierung sollte an dessen Stelle treten. Nachdem der Reichstagsich versammelt und Chlopicki die Diktatur niedergelegt hatte, machte sich dasBedürfniß dringend fühlbar, die Leitung der Staatsgeschäfte einer aus fünf Mit-gliedern bestehenden Nationalregierung anzuvertrauen, in der jedes Princip seinenVertreter hatte. L. wurde am 30. Jan. 1831 zur Aufrechthaltung der rein demo-kratischen Ansicht gewählt. Doch in dieser Gestalt der Regierung lagen die Keimezur Uneinigkeit und Schwache. Da Czartorpski, Präsident derselben, Barzy-kowski und Vincenz Niemojowski ziemlich gleichgesinnt waren, konnten Morawstiund L. selten eine Meinung durchsetzen; da überdies das fünfte Mitglied abtretenmußte, wenn der Generalissimus seinen Platz in der Sitzung einnahm, so sah sichin dieser Combination der geistig Unermüdete von Neuem an die patriotische Gesell-schaft gewiesen, und gleichsam vom Reichstag selbst veranlaßt, sich der geheimenThätigkeit zu ergeben, die ohnehin seinem Charakter und seiner Gewohnheit so an-gemessen war. Im Widerstreite seiner Pflichten als Magistratsperson und Pa-triot war er in dem öffentlichen Wirkungskreise so verschlossen und behutsam wiezuvor, blieb Präsident der patriotischen Gesellschaft als Mitglied einer Regierung,deren Mitglieder insgesammt diesen Club haßten, band sich dadurch hier und dortdie Hände und setzte sich bei Denjenigen, die ihn nicht genauer kannten und seineLage nicht zu würdigen wußten, dem Verdachte eines zweideutigen Charakters aus,der die übrigen Regierungsmitglieder nur um so mehr veranlaßt?, seinen noch sotreffenden Ansichten und Rathschlagen zu mistrauen. Er hat Ruf, Ansehenund Wirksamkeit dadurch verscherzt, daß er nach dem Ideale eines Nationalcon-vents haschte, dessen Elemente in Polen fehlen, statt im Reichstage einen solchenzu erblicken, daß er sich mit Handwerkern und verrufenen Männern, überzähligenOffizieren und jungen Brauseköpfen ohne Ansehen hei der Nation, in heimliche Um-triebe einließ. Und doch war L., dieses Schwungrad der gährenden Volksbewegung,frei von allen andern Fehlern als denen gegen Klugheit und Takt, ein uneigen-nütziger Republikaner und aufrichtiger Patriot. Als endlich, nachdem der letzteHoffnungsstrahl erloschen war, fast sämmtliche Mitglieder des Reichstags undder Regierung, eine freiwillige Verbannung schimpflicher Unterwerfung vorzie-hend, am 20. Sept. bei Nypin die preußische Grenze betreten hatten, wanderteL. zu Fuß, verkleidet, unter fremdem Namen quer durch Deutschland nach Belgienund von da nach Paris, wo er an der Spitze eines neu begründeten Vereins seinerLandsleute durch Vorbereitungen aller Art auf eine baldige Wiedergeburt Polenshinarbeitete, bis aufgefangene Papiere und eine heftig aufregende Proklamationan das russische Volk, die man in das Innere Rußlands zu bringen gewußthatte, den russischen Gesandten am französischen Hofe zu Ende des Jahres 1832veranlaßten, auf seine und seiner nächsten Bundesgenossen Entfernung aus Pa-