Lehon
Lelewel
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des classischen Alterthums, die hebräische, arabische, syrische und persische Sprache,beschäftigte sich mit der französischen und deutschen, forschte unermüdlich in denverschiedensten Theilen der Wissenschaft, konnte schon nach kaum sechsjährigerAnstrengung als Professor in Cambridge auftreten und nach den Urtheilen einesSylvestre de Sacy und Gesenius als einer der ersten Orientalisten seiner und allerZeiten angesehen werden, während alle Diejenigen, welche ihn persönlich kennen zulernen Gelegenheit fanden, in ihm den liebenswürdigsten und bescheidensten Men-schen achten und lieben mußten. Die Wissenschaft aber und der Ruhm, wel-chen er durch sie erlangte, vermochten nicht, ihn zum Vergessen des ersten Zweckes,der ihn den Studien zugeführt hatte, zu verleiten: vielmehr achtete er sein ganzesWissen nur so hoch, als er dadurch die Ausbreitung des Reiches Gottes und dieAbsichten der Gesellschaft fördern konnte, deren Unterstützung er die freiere Ent-wickelung seines geistigen Lebens zunächst verdankte. Darum waren seine ersten lite-rarischen Arbeiten Ubersetzungen der Bibel in die syrische und persische Sprache, Vorar-beiten zu einer neuen Ausgabe der Walton'schen Polyglotte, zu welcher die erstenGelehrten Europas gewonnen werden sollten, und Vorbereitung zum Missionswerkein Asien, worin er seine letzte Bestimmung zu erkennen glaubte. Mit rührenderInnigkeit sprach er von der Hoffnung, einst durch die lebendige Predigt des Evan-geliums unter Heiden das Gelübde seines Dankes bezahlen zu können, und nur diewiederholten Vorstellungen seiner Freunde und Schüler, und vielleicht auch dieschuldige Berücksichtigung seiner keineswegs starken Gesundheit hat ihn späterhinvon der Ausführung seines Planes, Missionar zu werden, abbringen können.Was die Wissenschaft dadurch gewonnen, ist allen Denen bekannt, welche dieFortschritte in den Forschungen auf dem Gebiete der orientalischen Sprache, na-mentlich des semitischen Stammes, mit einiger Aufmerksamkeit beachteten, undCambridge verehrt in L. einen seiner ausgezeichnetsten Hochlehrer; alle diejenigenGelehrten aber, welche jemals Veranlassung faNhen, seine Gefälligkeit in Anspruchzunehmen, 'sind seines Lobes voll, und rühmende Bereitwilligkeit, mit welcher erjede erbetene Auskunft oder Belehrung zu geben bereit ist. Vor allen aber war erzu allen Zeiten den jungen Mannern zugewandt, welche etwa unter seiner Leitungfür den schwierigen Beruf des Missionswerkes in Asien sich vorzubereiten gedach-ten. Unter vielen andern sind der berühmt gewordene Judenbekehrer Wolfs undder Superintendent Dietrich, im asiatischen Rußland, seine Schüler.
Lehon (Charles), belgischer Gesandter in Paris, ward um 1790 zu Tournaygeboren, wo er als Advokat lebte und Vörden Gerichten durch seine Kenntnisse, seinenlebhaften Geist, seine Beredtsamkeit glänzte, bis er unter dem Königreich der Nie-derlande Schöffe in Tournay und 1825 Abgeordneter in der zweiten Kammerder Generalstaaten ward. Er zeichnete sich auch hier aus, und seine Talente gewannenAnerkennung. Den Umtrieben fremd, welche die belgische Revolution herbeiführten,versuchte er bis zum letzten Augenblicke versöhnende Maßregeln und wollte eineTrennung der Verwaltung der beiden Halsten des Königreichs unter Einem Monar-chen. Mag, wie Einige behaupten, das Interesse der Familie seiner Gattin, dieaus Brüssel ist, oder sein Ehrgeiz ihn bestimmt haben, er wendete sich zuletzt zuder Partei, welche die gänzliche Losreißung von Holland wollte, und gewann baldbedeutenden Einfluß. Als belgischer Gesandter in Paris hat er sich ebenso sehr dasWohlwollen seines Königs als des französischen Hofes gewonnen. (74)
Lelewel (Joachim), der berühmteste und einflußreichste SchriftstellerPolens in der neuesten Zeit, Landbote, seit 1830 Mitglied der provisorischenund Nationalregierung, Minister des Cultus, eines der Haupttriebräder desletzten polnischen Aufstandes, wurde am 20. März 1786 zu Warschau geboren.Seine erste Bildung erhielt er bei den Piaristen seiner Vaterstadt (^«IloAmm l>ss)-bilium), bezog späterhin die Universität Wilna, wo er unter des Professors Hnssar-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II. 54