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Lappcnberg
Verlage erschienenen Schriften verbrannten. Unter dem Geretteten war auch dieHandschrift seiner Gedichte, welche bei ihm unter dem Titel: „Blätter vonKarl Lappe", erstes Heft: „Lied und Leben" (Stralsund 1824), erschienen.Als Dichter zeichnet sich L. unter den jetzt lebenden deutschen Volkssängern durcheigenthümliche Kraft, Innigkeit, poetische Fülle und Sprachwohllaut aus. Manerkennt in seinen Gedichten, in den prosaischen Aufsätzen und Apologen den ein-fachen Gang seines Lebens, eine stillfreudige Beschränkung aus sich selbst, gepaartmit hohem freudigen Lebensmuth und echtem Kindessinn, ein gemächliches An-schmiegen an Natur und Häuslichkeit, eine höhere Ansicht von Leben, Welt undStaat, in ruhiger Betrachtung, oft mit feiner Ironie; selbst in das Komischestreift er zuweilen mit Glück hinüber. Ein zweites Heft enthält Romanzen undwas sonst in das Gebiet der Sagen gehört. Der Dichter hat seine „Hütte zuPutte" wieder aufgebaut. Als das neue Haus fertig war, im Sept. 1824, riefer seine Kinder wieder zu sich mit dem schönen Gedichte: „Heimruf". Seitdemsind von ihm erschienen: „Friedhofskranze, Auswahl von K. Lappe"; eine Zu-sammenstellung des Innigsten und Schönsten, das unsere Dichter über Tod,Grab und Ewigkeit sangen ; ferner: „Klim's und Gullivcr's wunderbare Reisen,in einem Auszuge für Jung und Alt" (Stralsund 1832). (7)
Lappenberg (Johann Martin), geboren am 30. Jul. 1794 in Ham-burg, Sohn des dort 1819 verstorbenen geachteten Arztes Valentin Anton L.Nach dem Wunsche seines Vaters sollte er sich dem Studium der Arzneiwissen-schaft widmen, obgleich ihn seine Neigung früh zu der Geschichte hinzog, und alser seinen Entschluß, bei der hanseatischen Legion unter dem General TettenbornDienste zu nehmen, aus Rücksicht aufseinen Gesundheitszustand aufgegeben hatte,ging er nach Edinburg, um dort seine Studien zu beginnen. Er entfloh der Wach-samkeit der damals an den Elbküften noch umherspähenden französischen Truppen,und auf einem kleinen Kahne nach Helgoland gelangt, schiffte er sich nach Groß-britannien ein. Der Umstand, daß seit vielen Jahren kein Gelehrter des Con-tinents Edinburg hatte besuchen können, sowie die Theilnahme für das un-glückliche Hamburg, steigerten und vervielfältigten das Interesse, welches dergastfreie Schotte dem lernbegierigen jungen Fremden zuwandte, dem das Glückzu Thei! wurde, sich schon damals dort, sowie später in London, des Umgangs derersten Gelehrten und Staatsmanner zu erfreuen. Unter diesen Verhältnissen wid-mete er sich nur kurze Zeit, obgleich mit Ernst und Liebe, den Naturwissenschaftenund ging bald ganz zu historisch-politischen Studien über. Nach einer Reise indie schottischen Hochlande und zu den Hebriden, hielt er sich längere Zeit in Londonauf, um die englische Verfassung und Verwaltung kennen zu lernen. NachDeutschland zurückgekehrt, widmete er sich in Berlin und Göttingen besonders denrechtshistorischen Studien und erhielt 1816 die juristische Doctorwürde. Als erin seine Vaterstadt zurückgekehrt war, wurde er vom Senate zur Zeit des Congres-ses zu Troppau mit dem Charakter eines Ministerresidenten an den preußischenHof gesandt. Hier verweilte er bis 1823, wo der Wunsch nach größerer Tätig-keit ihn bewog, die damalige interessante Stellung mit dem Amte des Archivarsim hamburgischen Senate zu vertauschen. Er entdeckte hier, wie er vermuthethatte, viele verloren geglaubte wcrthvolle historische Schätze, unter Anderm dasArchiv des ehemaligen hamburgischen Domcapitels, sodaß er in wenigen Jahrenmehre tausend Urkunden zu ordnen Gelegenheit fand. Eine Reise ins nördlicheEuropa gab Anlaß zu mehren interessanten Entdeckungen und zur Vermehrungseiner diplomatischen Sammlungen. Die historische Ausbeute der dadurch ange-regten Untersuchungen ist von ihm bisher nur theilweise bekannt gemacht worden.Viele deutsche, nordische und englische Gelehrte haben sich der Bereitwilligkeit er-freut, mit welcher er ihnen aus mühvollen Forschungen und werthvollen Samm-
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