Lansdowne
Lappe
839
chirurgischen Krankheiten" (4 Bde., Göttingen 1822—ZV), und seine musterhaftenLennes anatomicae", wovon die Neurologie und Angiologie seit 1826 erschienen,ist. Seine Sicherheit und Schnelligkeit im Operiren hat schon manchem Leiden-den die ersehnte Hülfe gebracht. Seine Thätlgkeit wird durch eine frische Natur-krast unterstützt. (68)
Lansdowne (Henry Fitzmaunce Petty, Marquis von), ist ein jünge-rer Sohn des wahrend des amerikanischen Krieges berühmten Staatsmannes, desGrafen von Shelburne, der spater Marquis von Lansdowne ward, aus dessenzweiter Ehe mit der Tochter des irländischen Grafen von Upper Ossory, die ihm be-deutende Besitzungen in Irland zubrachte. Er ward am 2. Jul. 1780 geboren,und nachdem er in der Westminsterschule seine erste Bildung erhalten hatte, kamer nach Edinburg, wo er unter der Aufficht und Pflege des Philosophen DugaldStewart studirte und an den Redeübungen in der 8pecu!ativ^ societ? eifrigen An-theil nahm. Darauf setzte er seine Studien in Cambridge fort und wurde nacherlangter Volljährigkeit ins Parlament gewählt. 'An den heftigen Ve rhandlungenwährend des Revolutionskrieges nahm Lord Henry Petty, wie er damals hieß, sel-ten Antheil, sondern widmete seine Aufmerksamkeit hauptsächlich den irländischen'Angelegenheiten. Nach Pitt's Tode wa ,d er Abgeordneter für die Universität Cam-bridge und kam als Kanzler der Schatzkammer auf kurze Zeit unter Fox in das Mi-nisterium. Als sein älterer Bruder 1809 ohne Erben starb, erhielt er mit derAdelswürde und den Stammgütcrn seiner Familie den Sitz im Oberhause. Erverfocht das Interesse des Prinzen-Regenten bei den Verhandlungen über die Re-gcntschaftsbiU und hatte nach Perceval's Tode Hoffnung, mit Grey und anderngemäßigten Anhängern der Whigparlei wieder in das Ministerium zu kommen,bis die Foderungen dieser Partei die Unterhandlungen vereitelten. Unter Liver-pool's Ministerium, dem er feindlich gegenüberstand, war er nie ein heftiger, selbstnicht ein thätigec Gegner, aber ein standhafter Verfechter der Emancipation derKatholiken. Schon 1824 machte er einen kräftig unterstützten Antrag auf die un-mittelbare Anerkennung der südamerikanischen Staaten, indem er vsrzüglich aufden Grund sich stützte, daß sich die Unabhängigkeit der Cclonien nicht verhindernlasse, und Spanien nicht im Stande sei, die abgefallenen Länder wieder zu unter-werfen. Unter Canning's Verwaltung ward er Staatssecretair des Innern undmachte manche Vorbereitungen zur Verbesserung der Rechtspflege und Polizeiver-waltuna. Er trat mit Lord Goderich 1828 aus dem Ministerium und gehörte un-ter Wellingtons Verwaltung zur Opposition, bis er 1830 als Präsident des Mi-nisterraths mit Lord Grey wieder ins Cabinet kam. Durch wissenschaftliche Bil-dung und umfassende Kenntnisse ausgezeichnet, steht er auch in hohem Ansehen inden gelehrten Kreisen der Hauptstadt, nimmt thätigen Antheil an mehren Anstal-ten für Wissenschaft und Kunst und ist Vorstand der kritisll Institution, der kö-niglichen Akademie der Musik und der zoologischen Gesellschaft.
Lappe (Karl), ist der Sohn eines Landpredigers zu Wusterhausen beiWolgast, geboren 1774. Er war Kosegarten's Schüler und späterhin der Leh-rer seiner Kinder; dann seit 1801 Lehrer am Gymnasium zu Stralsund. Erblieb Schulmann aus Neigung; allein nach 12 Jahren verfiel seine Gesund-heit, eine sieche Brust bedrohte sein Leben, sein geistiger Muth fühlte sich gebeugtdurch den Verlust geliebter Kinder. Endlich nahm er 1817 seine Dienstentlassung,um aufs Land zu gehen. Er wohnte in Steinhagen, bis er zu Putte, unweitStralsund, ein kleines landliches Eigenthum sich erwarb, wo er als Gärtner undAckersmann lebte, seine neun Kinder unterrichtete und zu Zeiten die Feder in dieHand nahm. Am 10. März 1823 verlor er durch Brandstiftung Haus, Scheuneund Vorräthe. Er rettete aus den Flammen nur das Leben seiner Kinder, ei-nige Sachen und seinen freudigen Lebensmut!). Die Vorräthe seiner im Selbst-