Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
837
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LanacnLU

Z37

Trauer unter seinen vielen Freunden aus. Die classische Literatur betrachtete er alsdie Grundlage aller Jugenderziehung in gelehrten Schulen, in ihr fand er die ewi-gen Muster alles Wahren und Schönen und es war nicht bloß das Wort, das ihn beider Lecture und Erklärung derselben anzog. Seine Schriften sind nicht zahlreich,denn dem beschäftigten Schulmanne fehlte die Zeit; aber was er geschrieben hat,erfreute sich großer Anerkennung und zeugt von seiner gründlichen Gelehrsamkeit,von der Tiefe seines Geistes und von seinem gediegenen Geschmacke. Im archäo-logischen Fache zeichnen sich besonders aus seine Anmerkungen zu der Übersetzungvon Lanzi's SchriftÜber die Skulptur der Alten" (Leipzig 1818); seine Abhand-lungen über den Schild des Scipio in Welcker'sZeitschrist für alte Kunst" (I, 2)und über den Drudenfuß in Böttiger'sArchäologie und Kunst" (1,1). Von denphilologischen Schriften nennen wir vorzüglich das gehaltvolle Programm:Vin-llici-w trsxoeüine Romanao" (Leipzig 1822). Eine Auswahl aus seinen gedruck-ten Schriften, die mit mehren ungedruckten Abhandlungen und trefflichen Redenvermehrt ist, hat L.'s College und Freund Jacob (Leipzig 1832) besorgte. Hierfindet sich auch eine ausführliche Biographie des geschätzten Mannes. (48)

Langenau (Karl Friedrich Gustav, Freiherr von), östreichischer Feldmar-schallieutenant, wurde 1782 zu Dresden geboren, wo sein Vater, ein würdiger undkenntnißreicher Offizier, als Generalinspector der Infanterie angestellt war. Ertrat 179k in die Armee, wurde 1898 Hauptmann, rückte 1809 schnell vom Ma-jor zum Oberstlieutenant, und 1819 bei der neuen Gestaltung des Heers und dergesammten Dienstverwaltung zum Obersten und Souschef des großen Generak-stabs auf. Bei der Eröffnung des Feldzugs gegen Rußland ward er General-major und hatte als Chef des mobilen Generalstabes bei dem commandirenden Ge-neral Reynier viel Einfluß aus diesen wie auf die Leitung der militairischen Ange-legenheiten überhaupt. Nachdem 1813 das sachsische Corps aus Polen zurückge-kehrt war, begleitete L. den König, der sich im Febr. beim Vorrücken des russisch-preußischen Heeres zuerst nach Regensburg begeben hatte, im April nach Prag undwurde vor der Schlacht bei Lützen nach Wien gesandt, wo er an den Unterhandlun-gen über die Verbindung Sachsens mit Ostreich thatigen Antheil nahm. Als L.nach Prag zurückkam, hatte sich der König bereits gegen Napoleons Abgesandtenfür die fortdauernde Erfüllung seiner Verpflichtungen als Mitglied des Rhein-bundes erklärt, und seine Rückkehr nach Dresden entschieden. L. bat um seineEntlassung und trat in östreichische Kriegsdienste. Er gewann bald das unbe-schränkte Vertrauen des Feldmarschalls, Fürsten von Schwarzenberg, unter wel-chem er bei dem Angriffe auf Dresden und in der Schlacht bei Leipzig focht, wieauch an den meisten spätem Gefechten Theil nahm. Die Wichtigkeit seiner Diensteund der Drang der Ereignisse ließen dem Spiele der gegen ihn gerichteten Parteiennicht so freien Lauf, als dies nach dem Ende des Kriegs und bei den ersten durch-greifenden Friedenseinrichtungen der Fall war. An der Spitze seiner Gegner stan-den der alte Feldzeugmeister, Baron Duka, der ehemalige Generalquartiermeisterund um das östreichische Kriegswesen vielfach verdiente General, Graf Radezky,und die meisten ausgezeichneten Offiziere des Generalstabs. Obgleich Schwarzen-berg's Vertrauen zu ihm unerschüttert blieb, so wurde doch L. nach 1817 von Wienund vom Generalstabe hinweg als Militaircommandant nach Linz versetzt. Späterkam er als östreichischer Bevollmächtigter zur Militaircommission des Bundestagsnach Frankfurt und trug viel bei, die durch das Bundesgesetz von 1821 festgesetzteKriegsverfassung des deutschen Bundes einzurichten. Es knüpfte sich eine vertrauteFreundschaft zwischen ihm und Gentz, und er genoß geraume Zeit hindurch das be-sondere Vertrauen des Staatskanzlers, Fürsten Metternich, der ihn mehrmals zuWichtigen militairisch-diplomatischen Aufträgen gebrauchte, unter Anderm in Ober-üalien. Er begleitete 1832 den Erzherzog Ferdinand nach Galizien, nachdem derGouverneur, Mrst Lobkowitz, zurückberufen worden war»

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