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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
835
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Langbein 835

Weise dafür gesorgt, daß die praktischen Nachweisungen in einiger Vollständigkeitgegeben werden können. In Braunschweig soll im Herbst 1833 ebenfalls eineUnterrichtsanstalt für Forst- und Landwirthe in das Leben treten, welcher Herr vonCramm, als Landwirt!) rühmlichst bekannt, vorstehen wird. Als Lehrer der Che-mie und Landwirthschaft ist vr. Karl Sprengel, der sich in neuerer Zeit als-land-ivirthschaftlicher Chemiker einen nicht unbedeutenden Ruf erworben hat, angestellt;von der Ernennung der andern Lehrer ist noch nichts bekannt geworden. Für Un-terstützungsmittel, Wirthschaft, Waldungen zc., soll reichlich und mit besondererFreigebigkeit gesorgt werden. Auch auf der Forstlehranstalt zu Aschaffenburgwird Unterricht in der Landwirthschaft, jedoch wol nur ziemlich unvollkommen cr-theilt, und so gibt es vielleicht noch mehre meniger bekannt gewordene beschranktereAnstalten dieser Art. Das Bedürfniß und die Wichtigkeit derselben scheint immermehr erkannt zu werden, und darum sucht man ihm nunmehr fast in jedem Landeabzuhelfen.

Im Auslande hat man ebenfalls den wohlthatigen Einfluß, welchen Lehran-stalten zum Unterricht in der Landwirthschaft auf das fröhlichere Gedeihen diesesGewerbes ausüben können, eingesehen; daher entstehen fast alljährlich neue, dieihrer hohen Bestimmung bald mehr, bald weniger entsprechen. 'Sie alle namhaftmachen zu wollen, würde hier Raumverschwendung fein; es sei daher nur der zuKeßthely in Ungarn und der zu Grignon in Frankreich, die beide in ihrerArt nicht wenig zu leisten scheinen, Erwähnung gethan. Letztgenannte steht unterber Direktion eines Herrn Bella, früher Militair von höherm Rang, seit länge-rer Zeit ausübender Landwirth, der nach seiner eignen Äußerung seine Vorliebe fürdas gewählte Gewerbe dem mehrjährigen Unterrichte und Umgange unsers Thaerverdankt. Er lernte diesen während seines Aufenthalts im Hanöverischen in Cellekennen und stand bis zu dessen Tode in steter Verbindung mit ihm. Der Mar-chese Cosmo Ridolsi, einer der eifrigsten und kenntnisreichsten Agronomen inToskana, wo stit langer Zeit so Vieles zur Beförderung rationeller Landwirthschaftgeschehen ist, legte 1832 der Akademie der Georgophilen einen Plan zur Grün-dung einer theoretisch-praktischen Lehranstalt vor, den er in einer zu Florenz erschie-nenen Schrift entwickelte. Er bot dazu uneigennützig eines seiner Landgüter zuMeleto im Elsathal an, und die Akademie gab einigen ihrer Mitglieder den Auf-trag, den Plan zu prüfen. (44)

Langbein (August Friedrich Ernst), ward in der Stadt Radeberg beiDresden, wo sein Vater Justizamtmann war, am 6. Sept. 1757 geboren.Nachdem er den ersten Unterricht von einem Hauslehrer empfangen, bezog er1772 die Landschule zu Meißen, studirte von 1777 81 zu Leipzig die Rechte,arbeitete dann vier Jahre hindurch im Zustizamte Hayn als Actuar, und wandtesich 1785 nach Dresden, wo er anfangs als Sachwalter auftrat, nach Verlaufeines Jahres aber bei dem geheimen Archive daselbst als Kanzlist angestelltwurde. Da er jedoch in dieser Stelle keine Aussicht zu einer höhern Beförderunghatte, so nahm er nach 12 Jahren seinen Abschied, begab sich 1800 nach Beelin,privatisirte daselbst bis zum Jahre 1820 und ward hier Ende desselben Jahres zumZensor im Fache der schönen Wissenschaften ernannt, welche Stelle er noch beklei-det. Schon auf der Schule übte er sich vielfach in dichterischen Versuchen, unddw Poesie blieb nachher immer bis in sein hohes Alter hinauf die heitere Gespielinsimer Erhvlungsstundcn. Vornehmlich sind es seine Gedichte, welche ihm die Liebeund Achtung seiner Zeitgenossen erwarben, und von denen noch mehre im Mundedes Vclkes leben. Er hat darin besonders die kleine poetischeErzählung, welche der Bal-l '.denform sich annähert, mit Glück angebaut und zeigt sich überall äußerst gewandt'n der Versisicaticn und unerschöpflich an muntern Scherzen. Auch seine Ro-nane und Erzählungen haben ihre Zeit gehabt, wo sie beim Publicum allgemein

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