Landwirtschaftliche Sehranstalten
und Hülfswissenschaften werden neben den Hauptwissenschasten ziemlich vollstän-dig gelehrt, und die ausgezeichnete Wirthschaft in Mögelin dient dem gegebenenUnterricht in der Landwirthschaft zum Beleg. Bald nach Thaer's Anstalt entstandeine ahnliche in Hofwyl bei Emmanuel von Fellenbcrg, die eine Zeitlang, inFolge des, von vielen der Sache nicht kundigen Reisenden gespendeten Lobes, über-schätzt wurde, aber ungeachtet des Strebens ihres sdeln Gründers nicht das Ver-heißene leistete, weil es diesem selbst an der gehörigen landwirthschaftlichen Ausbil-dung fehlte, und manche Hindernisse der Lokalität ihr ungünstig waren. Sie istjetzt eingegangen. In Hohenheim bei Stuttgart wurde durch die Freigebig-keit des jetzigen Königs von Würtembcrg in einem überaus günstigen Local eineUnterrichtsanstalt dieser Art errichtet amd unter die Leitung des trefflichenSchwerz gestellt, der ihr auch bis 1830 vorstand, wo er, vom Alter gebeugt,diese Stelle niederlegte, die nun dem Freiherrn von Elrichhausen übergeben wurde.Es ist hier für den gehörigen Unterricht in allen Lehrgegenstanden sehr gut gesorgt^die allzu genaue Verbindung des eigentlichen Wirthschaftsbetriebs mit der Unter-richtsanstalt selbst scheint aber manche Unannehmlichkeit herbeizuführen. Eine ahn-liche gleich freigebig dotirte Anstalt besteht in Baiern zu Schleißheim, dieschon unter dem vorigen König errichtet wurde und bisher unter der Direktiondes zu früh verstorbenen Schönleutner, eines denkenden Landwirths, stand.Wer nach seinem Tode die verwaiste Stelle einnehmen wird, ist noch nicht bekannt.Zu Idstein im Naffauischen ist ebenfalls eine solche vom Staat begrün-dete Lehranstalt unter der Aufsicht des Hofraths W. Albrecht. Sie bemühtsich vorzüglich gemeinnützig zu werden und auf den Wirthschaftsbetrieb des gemei-nen Landwirths günstig einzuwirken; sie erwirbt sich dadurch aufHochachtung beson-dere Ansprüche. Ein damit verbundenes Schulmeisterseminarium und eine Knechl-schule unterstützen ihre Wirksamkeit. Der für die Wissenschaft zu früh aus derWelt gegangene Hofrath Sturm errichtete, als er noch Professor in Jena war,vom letztvecstorbenen, für alles Gute so wirksam thatigen Großherzog von Weimarvielfaltig unterstützt, eine landwirthschaftliche Lehranstalt zu T i efsurth bei Wei-mar, die durch viele Umstände begünstigt wurde und viel zu leisten versprach; sieging aber ein, als ihr Urheber nach Bonn versetzt wurde, in dessen Nahe er nuneine neue anlegte, die nach seinem Tode nicht mehr zu bestehen scheint. SeinNachfolger in Jena, Professor Schulze, hat nunmehr dort ein landwirrhschaft-liches Lehrinstitut, wie er es nennt (s. den Anhang zu seiner interessanten Schrift:„Über volkswirtschaftliche Begründung der Gewerbswissenschaftcn", Jena 1826)begründet und auf so geschickte Art mit der dasigen Universität, wo sämmtlicheGrund- undN.benwissenschaften von ausgezeichneten Mannern gelehrt werden, zuverbinden gewußt, daß diese Anstalt vielleicht gegenwärtig in gewisser Hinsicht alsdie zweckmäßigste gelten kann, seit zumal der Pachter des nahgelegenen Kammer-gutes Zwätzen, ein tüchtiger praktischer Landwirth, sich erboten hat, die nöthigenpraktischen Nachweisungen zu geben, und durch die Gnade des Großherzogs von Wei-mar das Schloß an genanntem Orte zu Wohnungen für solche junge Landwirthe her-gegeben worden ist, die noch unbekannt mit den Handgriffen sind unddiese hier ein-üben wollen. Die zu Tharandt bei Dresden von der Regierung begründete undmit der schon längst daselbst bestehenden Forstakademie verbundene landwirthschaft-liche Lehranstalt ist eine der jüngsten und besteht erst seit 188 (1. Sie hat jedoch untergünstigen Auspicien begonnen, und dürfte bei der Geneigtheit der Curatel, für allesNothwendige zu sorgen, sowie bei dem guten Willen der Lehrer, welche die Grund-und Hülfswissenfchaften, von denen Forst- und Landwirthe fast auf gleiche WeiseGebrauch machen, in beständiger Beziehung auf beider Bedürfnisse vortragen, denauf sie gesetzten billigen Erwartungen ziemlich genügend entsprechen. Ein Land-gut ist leider noch nicht in die gewünschte Verbindung mit ihr gesetzt, doch aus andere