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Zweiter Band (1833) F bis L
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Landwirthschastliche Lehranstalten

Theorie nichts tauge, und die Praxis allein zum Ziele führe. Das Ircige dieserAnsicht leuchtet jedoch ein, wenn man das Vorgesagte beherzigt und darnach er-kennt, wie unsicher der Erfolg der letztern allein ohne jene sein muß. Der Land-wirrh hangt dann nur von den Umstanden ab, vermag nicht dieselben zu seinemZwecke zu beherrschen und weiß sich bloß auf dem Punkte allenfalls zu helfen, woer angelernt wurde; in eine andere Lage versetzt, begeht er Fehler über Fehler. Eszeigt auch dem unbefangenen Beobachter die Erfahrung taglich, daß Der nur in allenVerhaltnissen seine Bemühungen mit einem glücklichen Erfolge belohnt sieht, derTheorie und Praxis zugleich in einem gehörigen Grade sich zu eigen gemachthat; denn nur dadurch wird es ihm möglich, sich von den Kräften der ihm wi-derstrebenden Natur unabhängig zu machen, sie vielmehr zu beherrschen undseiner Absicht gemäß zu benutzen, soweit es in der beschränkten Macht des Men-schen liegt.

Wie nun ein junger Mann, der sich der Landwirthschast widmen will, amleichtesten zu dieser vereinten Kenntniß der Theorie und Praxis gelangen könne,das war eine Frage, an deren Beantwortung man gar bald dachte, nachdem maneinmal von der Wichtigkeit einer solchen vereinten Kenntniß überzeugt war. Ta-lent, Willenskraft und Lust helfen zwar in Allem nach, aber sie sind nicht bei allenLernlustigen in gleichem Grade und in gehöriger Ausdehnung vorhanden und rei-chen allein doch nicht aus, das Ziel bald und ohne Umweg zu erreichen. DieTheorie, die Wissenschaft kann durch Worte gelehrt werden; aber die Praxis, derHandwerksgriss, die Kunst der Aus führung ist nur durch die Anschauung zu erlernen.Dies erkennend, fand man natürlich nichts einleuchtender, als daß Anstalten, wobeide neben einander, sich erläuternd und unterstützend, durch Wort und That ge-lehrt werden könnten, am sichersten zum Ziele führen müßten, und man kam da-her bald darauf, landwirthschastliche Lehranstalten dieser Art zu errichten. Es istindessen mit keiner recht gelungen, weil die Anlage solcher wissenschaftlich-prakti-schen Schulen der Landwirthschast, wie man sie nennen könnte, überaus schwierigist. Wenn sie nämlich das Gewünschte wirklich leisten sollen, muß das Local dazuso gewählt sein, daß es keine einseiligen Ansichten gebe, und der Geist aller auf Land-wirthschast Bezug habenden darin vorgetragenen Wissenschaften muß sich ganzbesonders zum vorliegenden Zwecke und zur praktischen Anschauung des Gegenstan-des vereinigen, das Licht aller auf den einen Punkt concentriren. Auch entdeckteman bald, daß auf Lehranstalten, wo Theorie und Praxis zu gleicher Zeit gelehrtwerden, sehr häusig keine recht innig aufgefaßt, oft die eine über der andern ver-nachlässigt wird, je nachdem Neigung und Sinnesart der Schüler sind. Den einenziehen die praktischen Arbeiten, den andern das Studiren im Zimmer mehr an, undin beiden Fällen bleibt der erwünschte Erfolg, ein recht inniges, gegenseitigesDurchdringen drr Theorie und Praxis, aus. Die meisten Stimmen haben sich da-her gegenwärtig dahin vereinigt, daß es nicht gut sei, wenn auf einer höhern land-wirthschastlichen Lehranstalt das Pflügen, Eggen, Säen, überhaupt das Hand-werksmäßige des Ackerbaus, zugleich mit der Theorie desselben und den dazu gehöri-gen Grund- und Hülfswissenschasten gelehrt werde, daß es aber nothwendig sei,diese sämmtlich mit beständiger Beziehung auf die Praxis vorzutragen und eineGelegenheit zu haben, wo nach Verlangen ssbungen in dieser angestellt, die gege-benen Lehren durch den Erfolg bestätigt und neue Versahr mgsarten probirt werdenkönnen; daß also eine Wirtschaft, wenn auch nicht unmittelbar mit der Anstaltselbst verbunden, doch in deren Nähe befindlich und von ihr abhängig sein müsse,um sie zu dem angedeuteten Zwecke benutzen zu können. Junge Leute, die einesolche Lehranstalt besuchen, haben nun entweder schon vorher das Handwerks - undKunstgemäße des erwählten Gewerbes erlernt, oder sind noch gar nicht damü be-kannt, sondern wollen sich diese Bekanntschaft erst später erwerben. Beides führt

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