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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
831
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Landwirthschaftliche Lehranstalten

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bei mehr Vortheil hatten als Andere, daß sie allein es waren, die ihn in seinermöglichen Vervollkommnung weiter brachten; und als überhaupt das Vorurtheilgegen diese bisher oft für niedrig und entehrend gehaltene Beschäftigung immermehr, auch in den höhern Standen schwand, und mehre junge Leute aus densel-ben sich ihr mit Luft und Liebe zu widmen begannen, sing man auch an, einzuse-hen, daß allgemein eine wissenschaftliche Vorbildung für die Landwirthschaft noch-wendig sei, und daß man eine solche überall zu erleichtern suchen müsse. Es hat indes-sen lange Zeit und manchen harten Kampf gekostet, ehe diese richtige Ansicht all-gemeiner wurde, und es gibt noch immer Kurzsichtige genug, die nicht begreifenkönnen, daß die Landwirthschaft etwas Anderes als ein mechanisches, keine beson-dere Überlegung, kein Nachdenken erfoderndes Gewerbe sei, daß sie ebenso gut alsdie Arzneiwissenschaft zu den Erfahrungswissenschaften gehöre, und daß sich,ebenso wie dort, der wissenschaftlich Gebildete in ihr weit über den rohen Em-piriker erhebe und in seinen Bestrebungen mit weit günstigem Erfolgen gekröntwerde.

Es schien bei unserm Vorhaben, über den Zweck und die Einrichtung land-wirthschaftlicher Lehranstalten zu sprechen, nothwendig, so viel über die Erhebungder Landwirthschaft aus niederer Verachtung zur Würde einer allgemein geschaltenWissenschaft vorauszuschicken, um den Leser desto eher von der Wichtigkeit solcherBildungsanstalten zu überzeugen. In dieser Hinsicht sei auch noch Folgendes er»wähnt. Die Landwirthschaft ist ein Gewerbe und hat als solches, wie jedes andere,einen Kampf mit der äußern Natur zu bestehen, um ihr Güter für die menschlichenBedürfnisse, die sie nicht freiwillig hergibt, abzugewinnen. Zu diesem Kampfesind vornehmlich mechanische Fertigkeiten, Handgriffe nothwendig, und schon mitdiesen allein ist er zu Ende zu bringen, zu einem glücklichen jedoch nur selten undzufallig. Um auch ein solches zu erreichen, und zwar jedes Mal, unter allen Um-ständen, ist mehr erfoderlich, vor Allem eine vollständige und genaue Kenntniß desGegners, mit welchem man es zu thun hat; denn nie ist ein solcher vollständig zubesiegen, wenn man ihn nicht genau kennt, seine Kräfte sowol als seine Schwa-chen. Da nun der Gegner, welchen die Gewerbtreibenden zu bekämpfen haben, dieäußere Natur ist, und dem Landwirth besonders daran liegen muß, deren Kräfteaus einen bestimmten Punkt, wo sie ihm Nutzen schaffen können, hinzuleilen; erdies aber nur dann kann, wenn er sie sich so viel als möglich unterworfen hat, wasjedoch nur zu erreichen ist, wenn er sie bis in ihre innern Theile genau kennt: so istes augenscheinlich, daß ihm zum glücklichen Erfolg seiner Bemühungen vorzüglichdiejenigen Wissenschaften nothwendig sind, die ihm diese Kenntniß verschaffen.Diese sind die gesammten Naturwissenschaften, Physik, Chemie und eigentlicheNaturgeschichte nach allen drei Reichen. Außerdem bedarf er aber auch noch einegenaue Kenntniß von der meßbaren Macht und Größe seines Gegners, um seineGegenkräfte danach abmessen zu können; ferner die Einsicht von den Werkzeugenund Maschinen, die er zu seinem Kampfe haben muß, sowie von den Grundsätzen,wonach sie einzurichten und zu verbessern sind. Zu dieser Einsicht verhelfen die ma-thematischen Wissenschaften, auch außerdem so gut geeignet, die Geisteskraft zuüben. Wer indeß mit allen diesen Wissenschaften vertraut ist und sogar die Gr-Ehrungen, die über die beste Bearbeitung des Bodens, den zweckmäßigsten Anbauder Feldfrüchte gemacht worden sind, kennt, wird wol ein kenntnißreicher Land-wirth, ein Theoretiker sein, aber doch den Kampf mit der Natur nicht glücklich be-stehen können, wenn ihm die Kenntniß der dazu nothwendigen mechanischen Fer-tigkeiten und Handgriffe, die Praxis, abgeht. Da nur Derjenige, welcher diese"»ein besitzt, der Bauer, der bloß handwerkmäßige Landwirth, doch wenigstensetwas leistet, während jener ohne den Beistand von diesem gar nichts zu leistenvermag, so ist eben die noch hausig herrschende falsche Ansicht entstanden, daß die

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