Lander (Richard und Zohn)
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an die Bemühungen um die Gasbeleuchtung, zu denn Entdeckung er, wie Taborin seiner „Gasbeleuchtungskunst" nachweist, mit beitrug, wie sie denn auch unterseiner Leitung in Deutschland zuerst auf dem freiberger Amalgamirwerke in Aus-übung kam. Kirchhofs Entdeckung, das Starkemehl in Starkezucker umzuän-dern, ließ er durch Angabe zweckmäßiger Apparate im Großen ins Leben treten,und lehrte die Weinbereitung aus diesem Producte. Bei dem freiberger Bergbauführte er eine neue, wohlfeile und wirksame Maschinenschmiere ein u. s. w. Auchim Gebiete des Witzes und der Laune beschäftigt sich L. gern, wie dies seine,,Reise zu den sieben Schwestern" (Freiberg 1811) und mehre anonyme Auf-sätze in verschiedenen Zeitschriften bezeugen. Die Aufnahme in 23 gelehrte'Gesell-schaften und fünf ehrenvolle Antrage in das Ausland beurkunden die Anerkennung,welche L. auswärts gefunden, sowie die Ablehnung jener Anträge seine Anhäng-lichkeit an Sachsen darthat. (19)
Lander (Richard und John), die kühnen Erforscher des Nigers, wurdenvon unbemittelten Altern in Cornwall geboren und, zum Buchdruckergeschäftebestimmt, in Truro erzogen. Der ältere Bruder Richard, geb. 180-1, obwolweder mit glänzenden Talenten begabt noch mit Schulkenntnissen ausgerüstet, hatsich schon in einem Alter von 21 Iahren als Diener des unglücklichen CapitainClapperton ebenso sehr durch Pflichttreue und aufopfernde Liebe für seinenHerrn als durch Unerschrockenheir ausgezeichnet. Die vorzüglichste Eigenschaftseines Charakters ist eine unerschütterliche Ausdauer in den mislichsten Ver-hältnissen des Lebens, ein stets heiterer Sinn und eine seltene Seelenstärke imBeharren auf dem einmal gefaßten Entschlüsse, die sich bei ihm auf das kind-liche Vertrauen in die Fügungen der Vorsehung gründet und ihm Schwierigkei-ten überwinden half, denen weit gebildetere Männer vor ihm unterlegen wa-ren. Der jüngere Bruder John, der die Gefahren der zweiten Reise mit Ri-chard theilte, ist demselben an Schulbildung überlegen, aber von schwächermKörperbau, ihm nur gleich an Muth und Seelenstärke. Kaum hatte Richard1825 vernommen, daß die britische Regierung eine Entdeckungsreise ins Innerevon Afrika und zur Erforschung des Nigerstroms beabsichtige, so bot er dem Capi-tain Clapperton, welchem die Unternehmung anvertraut war, seine Dienste an.Am 27. Aug. 1825 schiffte er sich mit Clapperton und den übrigen Mitgliedernder Expedition, Capitain Pearce, Dr. Morrison und Dr. Dickson nach Cape Coastein, wo sie am 14. Nov. ankamen. Am 18. Nov. waren sie über Cape Coast Castlein Badagry, von wo sie über Katunga, Wauwau, Bussa (wo der unglücklicheMungo Park umkam), Kano nach Sakkatub, der Hauptstadt der Fellahtahs, vor-drangen. Nach Clapperton's Tode verließ Richard am 4. Mai 1827 den Ort derTrauer und kehrte wieder über Badagry nach England zurück, wo er 1828 anlangte,um in London die Herausgabe der Tagebücher seines Herrn zu besorgen. Seine dieserArbeit hinzugefügten Bemerkungen verrathcn einen hohen Grad von Beobach-tungsgabe und geben dem Ganzen einen um so größern Werth. Je mehr L.'smündlicher und schriftlicher Reisebericht den ForschungSgeist der gelehrten Welt inAnspruch nahm, desto mehr wurde auch der Wunsch bei der britischen Regierunglebendig, das Räthsel des Nigers sobald als möglich gelöst zu sehen. Die Araber(Abulfeda, Edrisi, Leo der Afrikaner) glaubten, er fließe von Osten nach Westen,um sich ,'n den See der Dunkelheit (das atlantische Meer) zu' ergießen, andereGelehrte aber behaupteten bis zu Anfange dieses Jahrhunderts gerade das Gegen-teil, und als Major Houghton und nach ihm Mungo Park genauer ermittelthatten, daß der Dscholiba eine östliche Richtung nehme, erschöpfte man sich inscharfsinnigen Vermuthungen, um beide Behauptungen in Einklang zu brin-gen. Eine ebenso große Ungewißheit herrschte über die Quelle des Nigers undbis auf Delisle gab man ihm und dem Nil entweder ganz gleichen Ursprung