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Söhne seines Principals, an die er sich anschloß. Sehr arm, aber begeistert für dieNaturwissenschaft und unterstützt durch Heyne, Lichtenberg, Kastner, GmelinMurray, Blumenbach und Andere, trat er 1790 seine akademische Lausbabn an'Vorzüglich interessirte sich für ihn Lichtenberg, der ihm Lehrer und Vater war, undin der Vorrede zur sechsten Auflage von Erxleben's „Naturlehre" erklarte: „L. seieiner der fähigsten Köpfe für Naturforschung und zugleich einer der thätigsten, dieihm auf seiner Laufbahn vorgekommen". Zu Ende seines dritten Studienjahresbegleitete L. den Grafen Joachim von Sternberg auf seiner Reise durch Rußlandund folgte ihm dann nach Rüdnitz in Böhmen, wo er sich besonders mit der Che-mie und ihrer Anwendung, sowie mit der Meteorologie beschäftigte. Er wurde1794, vorzüglich auf Werner's Empfehlung, als außerordentlicher Professor derChemie und Substitut des Metallurgen Geliert an die Bergakademie nach Freibergberufen. Seit er 1795 die wirkliche Professur der Chemie übernommen hatte, zeigtebald die Klarheit seines Vortrags und seine Geschicklichkeit im Experimentiren, wasseine Zuhörer von ihm zu erwarten hätten. Die Hüttenkunde erhob er zu einereignen technischen Wissenschaft; sie wurde vor ihm gar nichtgelehrt und bildet nunden zweiten wichtigen Theil der Bergwerkswissenschaften. Er lehrte sie seit 179k,und gab bald darauf das reichhaltige „Handbuch der Hüttenkunde" (zweite Auflage,4 Bde., Göttingen 1817—18, Supplemente dazu 1613—26) heraus, des-sen Hauptaufgabe es war, die Theorie der neuem Chemie mit der hüttenmän-nischen Praxis zu vereinigen. Seit 1800 lehrt er mit Beifall und Erfolg die tech-nische Chemie, in welcher mancher Techniker, Ökonom und Handwerker des In-lands sein Zuhörer war, und zum BeHufe welcher er seinen „Grundriß der tech-nischen Chemie" (Freiberg 1815) und seine „Experimente der technischen Chemie"(Göttingen 1815) herausgab. Seit 1738 stiftete er einen jährlichen praktischenCursus der analytischen Chemie, für welchen er als Leitfaden sein „Handbuch zurchemischen Analyse der Mineralkörper" (Freiberg 180l, Nachträge dazu 1818)verfaßte. Außer den Lehrcursen an der Bergakademie hat L. mehre Privatvorle-sungen für gebildete Personen in Dresden, auf Rittergütern, Hüttenwerken undfür Techniker des Landes gehalten. Während der Continentalsperre hielt er unent-geltlich zehn Curse über die Zuckersurrogate, auch gab er zuweilen einen Vortragüber Atmosphärologic (die er in seinem „Grundrisse der Atmosphärologie", Frei-berg 1806, als vierte Doctrin der Naturgeschichte aufstellte), und endlich überdas Blaufarbenwesen für die dazu in Sachsen bestimmten Subjecte. Außer inden bereits benannten Werken trat L. in mehren Schriften als selbständiger For-scher auf, von welchen wir nennen: „Darstellung der verschiedenen Theorien desFeuers" (Göttingen 1793); „Versuche und Beobachtungen über die Elektrizitätund Warme der Atmosphäre" (Leipzig 1801); „Handwörterbuch der allgemeinenHüttenkunde" (Göttingen 1817); „Neue Erfahrungen im Gebiete der Chemieund Hüttenkunde" (2 Bde., Weimar 181ix—17); „Beiträge zur Atmosphäro-logie" (Freiberg 1817); „Über den Unterschied zwischen Roh- und Frischeisen,eine von der böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften gekrönte Preisschrift"(Leipzig 1799); „Grundriß der Elektrochemie" (Freiberg 1817); „Grundriß derallgemeinen Hüttenkunde" (Göttingen 1827); „Über den Schwefelalkohol unddessen Gebrauch in der Arzneikunde" (Freiberg 1826). Wer sich mit diesen Schrif-ten und den vielen, in verschiedenen Zeitschristen der letzten vier Decennien enthal-tenen Abhandlungen L.'s bekannt gemacht har, wird einsehen, wie viel die Chemieund vorzüglich deren mannichfaltige Anwendungen seiner Thätigkcit verdanken.Wir erinnern hier nur an die Entdeckung des flüssigen Schwefelkohlenstoffs(Schwefelalkohol) und dessen Einführung als kräftiges Heilmittel in der Arznei-kunde; an die zahlreichen chemisch agronomischen Versuche, welche unter anderneine neue Düngsalzbereitung aus der freiberger Amalgamirlauge zur Folge hatten;