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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
821
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Lampadius

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liefert wurde, war Alexandre krank. Seine Mutter flehte um seine Loslassungund erhielt dieselbe erst nach langen Bitten. Charles war vor seiner Flucht ausFrankreich angehalten und zu Rouen ins Gcsängniß geworfen worden. Seinanderer Bruder Theodor drang aber in der gesetzgebenden Versammlung auf seineFreilassung und erhielt sie. Alexandre begab sich nach England, wo er mit denausgezeichnetsten Staatsdienern in Verbindung trat. Dann legten die beidenBrüder zu Hamburg in Gesellschaft mit dem Herzoge von Aiguillon ein Handels-haus an und machten gute Geschäfte. Sobald jedoch die Rückkehr ins Vaterlandgestattet war, eilte Alexandre nach Frankreich; hier ward er aber wiederum ver-dächtig und wäre nach Cayenne verbannt worden, wenn er nicht abermals dieFlucht ergriffen hätte. Unter Napoleons Consulate konnten endlich die beidenBrüder ung stört wieder nach Frankreich kommen. Alexandre wurde Präfectund Reichsbaron. Charles, welcher erst mehre Jahre als General außer Dienst-thatigkeit lebte, wurde 1809 zur großen Armee in Deutschland berufen und vonNapoleon zum Gouverneur vom Großherzogthum Würzburg ernannt. Im fol-genden Jahre kam er wieder nach Frankreich und erhielt das Militairgouvcrnementvon Santona im nördlichen Spanien. Nach der Absetzung Napoleons ward Char-les zum Generallieutenant befördert, kam jedoch wieder außer Dienstthatigkeit.Dcnselden Rang erhielt sein Bruder, der aber noch Präfect blieb. In den hun-dert Tagen trat er in die Pairökammcr und blieb hier seinen Grundsätzen treu,indem er sich der von Fouche verlangten außerordentlichen Macht der Polizei wi-dersetzte. Nach seiner zweiten Rückkehr ließ ihn Ludwig XVIII. ohne Anstel-lung, das Departement der Unterseine ernannte ihn aber im Jahr 1819 zuseinem Deputirten in der Repräsentantenkammer. Hier vertheidigte er stets dieconstitutionnellen Grundsatze, die er schon in den Reichsstanden zum Theil verthei-digt hatte, und widerfetzte sich mit großer Kraft allen ungebührlichen Maßregeln,welche denselben zuwiderliefen. Er blieb von nun an bis zu seinem Ende in jenerKammer und hielt mehre merkwürdige Reden, unter andern im Jahr 1822 überdie Legitimität und die Colonien, nahm auch an mehren nützlichen Vereinen An-theil, z B. an dem Vereine zur Beförderung des Volksunterrichts und an demGricchenvereine. Er starb im März 1829; zwei seiner Collegen, Casimir Pc'rierund Keratry, hielten Lobreden auf ihn an seinem Grabe. Unter seinen Schriftenist die vorzüglichste dieHistoire eis I'assamklöe canstituante", die er aber nichtvollendet hat. Aufsatze von ihm befinden sich in derlievue enc^clap^ckihue",und in mehren freisinnigen Tagesdlättern. Charles wurde an seiner Statt zumDeputirten gewählt und vertheidigte dieselben Grundsatze. Nach der Juliusrevo-lution sah man ihn der ministeriellen Seite sich hinneigen und manchmal seinenunabhängigen Collegen auf eine etwas rauhe Art widersprechen. Doch verlor erbald viel von seinem ehemaligen Ansehen. Er starb 1832 (25)

Lampadius (Wilhelm August), sächsischer Bergcommissionsrath undProfessor der Chemie und Hüttenkunde an der Bergakademie zu Freiberg, Urenkeldes als Rechtsgelehrter und Staatsmann berühmten Vicekanzlers Jakob L.,wurde den 8. Aug. 1772 zu Hehlen, einem braunfchweigischen Dorfe an der We-sir, geboren. Er genoß seinen ersten Unterricht durch Privatlehrer, und da sein Va-ter damals im Dienste Englands im amerikanischen Kriege abwesend war, so ver-dankte er die Leitung seiner Jugend einer trefflichen Mutter und deren Schwager,dem verstorbenen Pastor Prässels zu Bötzen bei Fürstenberg. Aus der Bibliothekdieses Geistlichen kam ihm in seinem elften Jahre Fontenelle'sGespräch über mehrals eine Welt" in die Hände, das zuerst seine durch das ganze Leben dethatigte LiebeZur Naturwissenschaft erweckte. Diese erhielt während seiner pharmaceutischenLehrjahre (1785 9t) in der Rathsapotheke zu Göttingen immer mehr Nah-rung, besonders auch durch die naturwissenschaftlichen Studien der beiden ältesten

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