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Kleidung als Christ erkannt, wurde L. fürchterlich gemishandelt; man hörte nichtauf, ihn mit einem Stocke zu schlagen, bis man ihn für todt hielt. Die Mau-ren der Karavane hoben ihn auf, führten den Erschöpften und seiner ganzenHabe Beraubten auf ein Kameel gebunden nach Timbuktu, wo er unter demSchutze eines Tripolitaners, an den er empfohlen war, genas. Seine Absichtwar, 5 — 6 Monate in dieser Räthselstadt zu verweilen, und dann zwei andereReisen, die eine nach dem See Debbi, die andere nach dem Lande Molli zu unter-nehmen und nachher den Lauf des Dscholiba bis zu seiner Mündung zu verfol-gen. Obwol sehr gut in Timbuktu aufgenommen, verließ L. nach zweimonat-lichem Aufenthalte den Hauptzielpunkt seines Strebens, nur von einem Bedienten,Bungola, begleitet, und wählte den Weg über El-Araun, wo er sich an eine Kara-vane maurischer Kaufleute anzuschließen gedachte, welche Salz nach Sansandingführte. Nach fünftägiger Reise nordwärts von Timbuktu ward er von dem! Scheikh Hamet ul d'Habid, einem fanatischen Häuptling des Stammes Aauad,angehalten und genöthigt Mohammed für den Propheten Gottes anzuerkennen.L. vertraute zu sehr auf den Schutz des Pascha von Tripolis, der ihn allen Scheikhsder Wüste empfohlen hatte, blieb unerschütterlich in der Verweigerung und wolltelieber sterben als den „Salam" (mohammedanischen Gruß) leisten. Nun warfman ihm einen aufgewickelten Turban um den Hals und ließ ihn erdrosselt in derWüste liegen, den Schakals und Geiern zur Beute. So starb L. einen doppeltenMärtyrertod, für Religion und Wissenschaft. Über das Schicksal der ihm geraub-ten Handschriften, die von Timbuktu nach englischen Angaben (vergl. „HuartLrl^reeierv", Bd. 32, S. 464 fg.) nach Tripolis und durch den AraberHassuen in denBesitz des französischen Consuls Rousseau gekommen sein sollen, ist noch nichtsZuverlässiges bekannt. (8)
Lamarque (Mapimilien, Graf), französischer Generallieutenant, wardzu Saint-Sever im Departement der Landes am 22. Jul. 1770 geboren,trat als gemeiner Soldat in Dienst, ward aber einige Tage nachher schon Gre-nadierhauptmann unter Latour d'Auvergne. Er war 1793 im Vortrabe deri Pyrmäenarmee unter Moncey, und nachdem er sich in einigen Gefechten tapferf bewiesen, rückte er an der Spitze von 200 Grenadieren gegen Fontarabia,! stürzte sich in den Graben, riß die Augbrücke nieder und bemächtigte sich desPlatzes, wo er 80 Kanonen und 1800 Gefangene nahm. Er wurde zum Lohnefür diese That Generaladjutant, diente nachher in Italien und am Rhein, zeich-nete sich bei Hohenlinden aus, befehligte darauf als General eine Brigade, in demvstreichischen Feldzuge eine Division und erhielt den Auftrag, sich mit Joseph Bo-j mparte nach Neapel zu begeben. Aufder Reise wurde er und seine Begleiter in Tirolnon einerLawine verschüttet, aber lebendig hervorgezogen, und in den Gebirgen an derGrenze von Neapel vertheidigte er sich mit seinen acht Gefährten tapfer gegen FraDiavolo's Bande von 5V Mann. Nach mehren Siegen über die englischen Trup-pen kam er ins südliche Italien, wurde Adjutant des Königs Joseph, entsagteüber dieser Stelle, um nicht die Rechte eines französischen Bürgers zu verlieren.Er war Chef des Generalstabs bei dem König Joseph, als dieser, zum spanischenthrone berufen, Neapel an Joachim Mural abtrat. Seit drei Jahren hatten diei Engländer die Insel Capri in Besitz genommen und durch starke Befestigungen zu! einem kleinenGibraltar gemacht. Mit dem Unternehmen gegen diese Insel beauftragt,i verließ L. in der Nacht vom 4. zum 5. Oct. 1808 Neapel und nahmunter hartnäcki-^Widerstände derBriten die Insel ein. Diese heldenmüthige Waffenthat, welche« Aapoleon als eine der erstaunlichsten neuerer Zeit betrachtete, war so schnell vorberei-^ und ausgeführt worden, daß man in Paris zu gleicher Zeit die Nachricht von den' "vrbereitungen Zum Angriffe und vom Siege erfuhr. Der Minister Salicetti äußer-„er habe Franzosen in Capri gefunden, könne aber nicht glauben, daß sie hinein-