Lamarque
gekommen seien". Darauf waren Villanuova, Pavia, Oberloitz die Schauplatzevon L.'s erneuerten Siegen; zu Laibach nahm er dem Feinde 5000 Gefangeneund 65 Kanonen; bei Wagram drang seine Heerabtheilung ins Herz der östreichi-schen Armee. Zum Großofsizier der Ehrenlegion ernannt, diente er 181? in Ruß-land, dann in Spanien, immer mit der größten Auszeichnung. Nach der Räu-mung der Halbinsel vertheidigte er sein Vaterland, erhielt bei der Rückkehr Napo-leons 1815 das Commando der ersten Hcerabtheilung zu Paris, befehligte dieTruppen in der Vende'e und schrieb den Häuptlingen der Aufrührer die rühmlichenW^te: „Ich erröthe nicht, euch um Frieden zu bitten, denn in Bürgerkriegengibt es keinen andern Ruhm als den, ihnen ein Ende zu machen." Er ging in sei-ner Mäßigung so weit, einen Vendeer, der aus der Nahe auf ihn schoß, den herbci-gestürmtcn Gendarmen zu entreißen, ihm das Leben zu retten und die Freiheit zuschenken. Kurz vor dem Einzüge in Chollet war ein Dragoner aus L.'s Gefolgeeinige Schritte von ihm erschossen worden; schnell ließ der Feldherr die Leiche imGehölz verbergen und hielt in Chollet die sirengste Mannszucht aufrecht. Auf dieNachricht von der Schlacht bei Waterloo verließ L- die Gegend, deren Ruhe er her-gestellt hatte. Eine königliche Verordnung vom 24. Jul. setzte ihn unter die Auf-sicht des Polizciministers bis zur Entscheidung der Kammern über sein Loos. Erzog sich in seine Heimath zurück, flüchtete 1810 nach Ostreich, kam aber, nachdemer sich in einer kräftigen Schrift vertheidigt hatte, im Nov. 1818 nach Frankreichzurück und wäre ohne die Intriguen der Ministerien zum Abgeordneten erwähltworden. Am 23. Dec. 1828 zum Deputirten des Bezirks Mont de Marfan er-nannt, stimmte L. fortwährend mit der linken Seite und sprach gegen die Eapitula-tion wegen der Schweizertruppen. Wahrend der Juliustage nicht in Paris anwe-send, wurde er bald darauf zum Befehlshaber in den westlichenDepartements ernannt,und so lange er diese Stelle behielt, wagte die Vendee nicht sich zu empören. Inder Kammer erhob er sich gegen die Vertrage von 1815, verlangte die Wiederverei-nigung Belgiens mit Frankreich und überhaupt, daß Frankreich den Rang wieder-einnehme, den es früher in Europa errungen hatte. Er trat dem patriotischenVerein gegen die Invasion der Fremden und gegen die Rückkehr der altern Bour-bons bei. Sogleich setzte ihn Perier's Ministerium ab, machte den General-lieutcnant Bonnet zum Befehlshaber der Vendee und seitdem nahmen die Un-ruhen in dieser Gegend wieder zu. Das Ministerium arbeitete L.'s Wieder-erwahlung zum Abgeordneten entgegen und warf ihm vor, daß er unter den Bour-bons in Spanien und Afrika habe dienen wollen; aber diese beiden Behauptungenerklarte L. öffentlich für unwahr und schändlich. Sein Verhältnis zu den Bour-bons beschränkte sich darauf, daß er dem Minister Polignac anzeigte, er habe dieOrdonnanz empfangen, die ihn aus dem Verzeichnisse der Generale strich. Inder Sitzung von 1831 zu 1832 gehörte L. zu den beredtesten Abgeordneten, die fürPolens Nationalität und Italiens Freiheit sprachen. Schwer erkrankt, unterzeich-nete er noch im Mai 1832 mit den Führern der Opposition das (?ompte rencku ge-gen die Grundsätze des Systems vom 13. März, und starb am 2. Jun. Bei demfeierlichen Leichenbegangniß am 5. folgten gegen 200,000 Menschen dem Todten-wagen, der von 150 Studirenden, Juliuskampfern und Invaliden, des Gene-rals Wassengefahrten, gezogen wurde. Flüchtlinge aus Polen, Portugal, Spa-nien, Italien schlössen dem Zuge mit Trauerbannern an der Seite ihrer Natio-nalfahnen sich an. Clauzel, Lafayette und Mauguin ehrten sein Andenken inTrauerreden. „Er war einer jener seltenen Männer", sagte Manguin, „welchen esvergönnt ist, die Herrschaft des Wortes, des Muthes und des Willens vereinigtauszuüben. Fragen wir sein politisches Leben, so wollen wir uns nicht darauf beschranken, in seinen Reden jene glänzende Phantasie, die Alles mit ihrer Poesie be-seelte, und jene tiefe Kenntr.iß unserer äußern Interessen zu loben; denn auch ^>e
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