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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
812
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612 Lassitte

Uli

zeigte einen Überschuß der Einnahme; das außerordentliche aber, eine Folge derRevolution und der ungewissen Stellung Frankreichs Europa gegenüber, erfoderle Meinen Credit von 200 Millionen. Nun erhob sich aber in den Kammern die Op-Position gegen das Friedenssystem der Regierung, und in den Departements bilde. Mten sich Nationalvereine, die, unabhängig von der Regierung, für das Interesse des !,s.xStaats handeln wollten. Zu dieser Verwickelung kam noch der pariser Tumult Mvom 14. und 15. Febr., und L. fühlte selbst, daß er nicht der Mann sei, die Macht ^

des Gesetzes und die Würde der Regierung zu behaupten. Da er nun auch in sei-ner Stellung als Ministerpräsident sich verletzt sah (s. Frankreich, S. 57), so Msgnahm er seine Entlassung am 12. März, und schon in der Sitzung der Kammer AjiPO'''am 14. erblickte man ihn wieder auf der äußersten Linken. An seine Stelle tratam 13. der bisherige Kammerpräsident, der kräftige Casimir Pe rier (s. d.). Bald jsMlNUns'darauf ward die Sitzung der Kammer vertagt (20. April) und demnächst aufgelöst. (^ tA ^In die neue Kammer, welche zum 23. Jul. einberufen war, wurde L. von zweiWahlbezirken (im Departement der Seine und in dem der Niedern Pyrenäen) ge-wählt. Auch hier saß er in der Opposition; diese hatte ihn zum Präsidenten derKammer bestimmt; Pe'rier stellte dagegen als Candidaten Girod de l'Ain auf. Es .s' uigalt die Fortdauer des Ministeriums vom 13. Marz. Endlich entschied eine sehrgeringe, durch die als Deputirte mitstimmendcn Minister selbst bewirkte Mehrheit,daß Girod de l'Ain mit 181 Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde. L. hatte js'^177 Stimmen erhalten. Er gehörte jetzt, nebst Odilon-Barrot, Clauzel, La-marque, Pages, Salverte, Tracy, Mauguin und Cormcnin zu den bedeutend-sten Mitgliedern der Opposition; jedoch vertheidigte er mehrmals die Finanzmaß-regeln der Regierung, und die Achtung, in welcher er seiner Rechtlichkeit wegen ^ ^ ^ ^stand, ließ keinen Vorwurf, der auf L.'s Verwaltung zurückführte, gegen ihn auf-kommen; dies war auch 1833 der Fall, wo der provisorische Finanzzustand, derunter L- begonnen, noch fortdauerte. L. durfte nur daran erinnern, daß er einstebenso treu die von Napoleon als die von Ludwig XVlII. ihm anvertrauten Gel-der verwalret habe, um jeden Angriff von sich abzuweisen. Die Kammern wurdenam 21. April geschlossen. Casimir Perier starb am 16. Mai. Der Republika- "MWesinismus und der Karlismus erhoben ihr Haupt kühner als je. Auch die Opposition Mhatlttttging jetzt systematischer zu Werke, um Perier's System vom 13. März zu stürzen, OjMsienoder die Negierung mehr auf die linke Seite hinzulenken. Der König hatte sich 'MliiMdeinämlich immer mehr von den Hauptführern der Juliusrevolution entfernt, und nuran Doctrinaires noch wurden höhere Verwaltungsstellen ertheilt. Es versammcl-ten sich daher am 23. Mai die in Paris anwesenden Deputirten von der Opposi- ^

tion bei L. und trugen einer Commission, zu der L. mitgehörte, auf, eine Recht-fertigung ihres Verfahrens an das Volk ((^wpte renciu) zn entwerfen.. L. sandte .

diesen Bericht an die übrigen Deputirten zur Unterzeichnung. Bald darauf ent- ^stand in Paris, bei Gelegenheit des Begräbnisses des Generals Lamarque, einesausgezeichneten Redners der Opposition, am 5. Iun. ein Aufruhr, der die beste- ^

hende Ordnung umzuwerfen drohte. Damals,Ham 6., versammelten sich 27 ^Deputirte bei L., und die Mehrzahl drang darauf, daß man unter den obwal- .tenden Umstanden sich mit dem Könige in Verbindung fetzen müsse. Odilon-'

Barrot, L. und Arago begaben sich daher in die Tuilerien, wo sie dem-nige versicherten, daß ihnen die Ereignisse der letzten Tage beklagenswerth er-schienen, und daß die politischen Freunde des verewigten Lamarque nicht die Freunde ^junger revolutionnairer Fanatiker waren. Nie habe einer Regierung schönere Ge- z

legenheit sich dargeboten, Fehler zu vergüten, als eben jetzt. Da nun des KönigsSache über die Rebellion siege, so würden Zugeständnisse die Kraft der Staats- (Verwaltung vermehren. Unter der Zusicherung persönlicher Anhänglichkeit, ersuch-ten die Abgeordneten dann den König, in seinen, seiner Dynastie und des Landes