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rückzuziehen. Er sprach auch von dem Argwohn, den die ihm anvertraute Gewaltbesonders in den diplomatischen Kreisen verbreitet habe. „Ich werde nun wiedereiner der Ihrigen", schloß er, „und wir werden immer einig sein, wenn es gilt, ge-^en Eingriffe von Außen oder von Innen zu kämpfen; denn wir haben unsernWahlspruch nicht geändert, er heißt: Freiheit und öffentliche Ordnung."
Mit diesem Ereignisse war L.'s politische Rolle wieder geschlossen. Erhat die Grundsatze, die ihn auf seiner langen Laufbahn geleitet haben, in deik an-geführten Schreiben an die Wahler von Meaux*), als er nach der Auflösung derKammer im Iun. 1831 um ihre Stimmen warb, ausführlich dargelegt. DiesenGrundsätzen, welchen man wenigstens Überzeugungstreue und redliche Consequenznicht absprechen kann, wenn auch in der Anwendung das Urtheil nicht immer rich-tig war, folgte er unwandelbar in der neuen Kammer, und er fand um so mehrMitkämpfer, da die Ereignisse im Auslande und der Zustand des bewegten Innernzur Opposition gegen Perier's Ministerium reizten; diese Grundsätze machten ihnnach dem Falle von Warschau zu dem eifrigsten Beschützer der polnischen Flücht-linge, aber ihnen blieb er auch treu, als er, obgleich einer der ersten Unterzeichnerdes die herrschenden Verwaltungsgrundsätze tadelnden Berichts (f. Frankreich),in seiner Trauerrede vor Lamarque's Sarge am 5. Iun. 1832 das aufgeregte Volkdeschwor, den ernsten Tag nicht durch Unordnung und Ungesetzlichkeiten zu stören.Seine Ansicht der Verhältnisse Frankreicht in Beziehung auf das Ausland spracher bei den Verhandlungen über das Budget des Ministeriums der auswärtigenAngelegenheiten, am 19- Febr. 1833, in einer merkwürdigen Rede aus, worin ervon dm aufregenden und begeisternden Wirkungen der Iuliusrevolution auf dieVolker, von der „Sonne des Julius sprach, vor welcher alle Nebel der königlichenLegitimität und der privilegirten Allmacht sich zertheilt hätten, um den ewigenDogmen zu weichen, welche auf die Volkssouverainetät sich stützen, und von einemalle Cabinete aufwiegenden Verbündeten, dem Volke Europas, das mit den Fran-zosen einstimme und auf welches sie bei einem Angrisse auf ihre Freiheit und Unab-hängigkeit sich verlassen könne", aber der Regierung vorwarf, daß sie jenes Ereignißnicht benutzt habe, Frankreichs Stimme zum Vortheil der Freiheit der Völker mitNachdruck zu erheben. Ehe wir glauben, daß er an der Spitze einer republikani-schen Propaganda gewirkt habe, müssen wir erst Beweise für das Dasein einer sol-chen Propaganda erwarten; aber allerdings hat er es als seine Überzeugung aus-gesprochen, daß der glückliche und ruhige Genuß der Volksrechte in Frankreich ansich selbst schon eine Art von Propaganda werden müsse. Sein jetziges Verhält-niß zu den Machthabern bezeichnete er am 11. März 1833 in der Wahlkammerbei seiner Beschwerde über die gewaltsame Wegführung seines Gastfreundcs Lele-wel mit den Worten, er habe sich gänzlich und offen (comjlletement et ouverte-weilt) von einem System getrennt, das er für contrerevolutionnair in Beziehungauf die Juliusrevolution erklärt habe. Vergl. Sarrans, „I^uka^ette et In reva-iutiull lle 1839" (zweite mit vielen Zusätzen vermehrte Auflage, Paris 1833).
*Laffitte (Jacques), Bankier, war Deputirter der Wahlkammer, inwelcher er zu der liberalen Partei der 221 gehörte, als die Juliusrevolution 1839ausbrach. Mitten im Feuer des Bürgerkampfes, der die wildesten Elemente einesgänzlichen Umsturzes der politisch-bürgerlichen Gesellschaft aufzuwühlen und imrepublikanischen Sturme aufs Neue alle Schrecknisse der Anarchie, in deren Ge-stlge aber einen europäischen und einen Bürgerkrieg, den Terrorismus, Pcoscrip-üon und eine abermalige Vernichtung des öffentlichen wie des Privatcredits überFrankreich hereinzuwälzen drohte: in dieser furchtbaren Krisis trat L. klug, beson-nen und kräftig an die Spitze der Ereignisse und ergriff, ebenso muthig als gewandt
') S. „Allgemeine Zeitung", 18Z1, Nr, 174—177.