Lafayette
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tristen von 1789, des Tricolorsoldaten von 1792, habe ihm die beste Aussicht fürFreiheit und öffentliche Ordnung dargeboten. Als der Herzog am 30. auf demStadthause die Würde eines Generallieutenants übernommen hatte (s. Julius-revolution), gelang es L., das ungestüme Verlangen der Partei, die ihn zumPräsidenten der Republik ausrufen wollte, zu beruhigen. Die Bürgschaft aber, welchedicsePartei foderte, war dieAnerkennung des Grundsatzes derVolkssouvcrainetätmitall seinen Folgerungen. L. glaubte, wie er in dem erwähnten Schreiben sagt, in derGewalt und dem Vertrauen, womit das Volk ihn bekleidet, das Recht und diePflicht zu finden, sich im Namen des Volkes gegen den vorgeschlagenen König zuerklären. Bei dem Besuche, den er ihm am 30. abstattete, um ihm die im Stadt-hause erhobenen Federungen bekannt zu machen, sagte er zu ihm: „Sie wissen,daß ich Republikaner bin und die Constitution der Vereinigten Staaten als dievollkommenste betrachte, die es je gab." Der Herzog antwortete ihm: „Ich theileihre Ansicht, und wie müßte es auch nicht Jemand, der zwei Jahre in Amerikagelebt hat; aber glauben Sie, daß es bei der Lage Frankreichs und bei der herr-schenden Meinung gut sei, jene Verfassung anzunehmen?" „Nein", antworteteL., „aber was das französische Volk jetzt bedarf, ist ein volksfreundlicher Thron,umgeben von republikanischen, durchaus republikanischen Einrichtungen " DieAntwort des Prinzen: „Ganz so meine ich es auch", besiegelte nach L.'s eignemBerichte die gegenseitige Verpflichtung, welche, wie er sagt, Diejenigen, die garkeinen Monarchen, und Diejenigen, die einen ganz andern als einen Bourbon woll-ten, vereinigte. Jene Verhandlung war, wie L. behauptete, der Sinn des vielbesprochenen Stadthausprogramms, dessen Dasein L. und seine Partei stand-haft behaupten, während es nach des Königs spaterm Ausdrucke nur in L.'s Kopfevorhanden gewesen sein soll. Man kann die angeführte gegenseitige Erklärungzwischen Ludwig Philipp und L. wol nicht bezweifeln, aber allerdings verstandenBeide, wie L. einige Monate spater selber sagte, die berühmt gewordene Bezeich-nung deS Juliusthrones nicht auf gleiche Weise. Besonnen genug, um anzuer-kennen, daß für sein Ideal einer Staatsverfassung das französische Volk noch nichtvorgebildet war, weil es durch die Centralisation der Verwaltung ein freithätigesGemeindeleben eingebüßt hatte, schloß er mit dem monarchischen Princip einenVergleich, der nicht gehalten werden konnte. Als er Ludwig Philipp am 7. Aug.auf dem Balcon des Palais royal für die beste Republik erklärte, verleugnete ernicht seine laut ausgesprochenen Grundsatze, aber er überließ sich im Vertrauen aufjenen Vergleich einer gutmüthigen Tauschung, um den dringenden Gefahren desAugenblickes zu entgehen, und indem er in dieser Täuschung der stürmischen repu-blikanischen Partei gegenüber handelte, gelang es ihm, durch sein Ansehen und diefür Ludwig Philipps Gesinnungen übemommene Bürgschaft die Ruhe in Pariszu erhalten. Diese Tauschung, aus welcher er erwachen mußte, bestimmte seit-dem seine ganze Haltung im politischen Leben. Glaubte er, daß der Bürgerkönigdas Königthum nur als eine erbliche Präsidentschaft betrachten werde, wie Einigevon der republikanischen Partei wirklich von Ludwig Philipp behauptet haben, soward er sehr bald aus dem Jrrthum gesetzt.
Als Oberbefehlshaber sämmtlicher Nationalgarden in Frankreich trat L. am 16.Aug. nach der Gründung des Juliusthrones in die neue Staatsordnung, und dasEinverftändniß zwischen ihm und dem König schien fest zu sein. Die ersten Monatedes mit republikanischen Einrichtungen zu umgebenden Throns waren ein schwererKampf gegen die Partei der Bewegung, welche, wie L. spater von sich selber gestand,ungeduldiger war als die Rathe des Königs, einen solchen Thron zu verwirklichen. L.aber schützte die Ruhe der Hauptstadt in den ersten Tagen der neuen Herrschaft wah-rend der Berathungen des Grundgesetzes; er schützte sie an der Spitze der treuen Na-tivnalgarden bei den gefährlichem Bewegungen im Dec. 1830, während des Pro-
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