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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
804
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H04 Lacroix

schreitungen hervorgegangen waren, sich immer abstoßender entwickelt hatten. Ererhielt aufsein Gesuch seine Entlassung im Ott. 1830, nachdem er wahrend derkzuzen Zeit seiner Verwaltung die unseligen Folgen der Unlüchtigkeit seines Vor-gangers vielfaltig vermehrt und die Lage der Dinge durch ein so verkehrtes undverderbliches Benehmen unrettbar verwickelt hatte, daß ihn alle Parteien der Ver-ratherei beschuldigten. (74)

Lacroix (Paul), bekannt unter der Pseudonym-Firma: ?. 1, llacod,Riklioplnle, mit der er sich anfallen seinen Schriften bezeichnet, wurde 1808 zuParis geboren, wo sein Vater lebte, der verschiedene, mit Beifall aufgenommeneRomane und Dichtungen, unter andernI,ackonsltt et kttorislla" herausgab. L.begann seine literarische Laufbahn durch Bewerbungen um verschiedene von Pro-vinzialakademien ausgesetzte Preise, und trug mehr als ein Mal den Sieg davon.Er. schrieb 1826 ein Trauerspiel ,chn prison <le ?ompoia", das mit Beifall aufdM.I.deontheater aufgeführt ward, und gleiches Glück machte sein Drama:I,amarecsiale ck'^ncro", dessen Gegenstand spater Alfred de Vigny mit größerm Glückbearbeitet hat. L. hatte sich indeß bereits auch andern Studien zugewendet, derenFrüchte seine seit 1823 besorgten Ausgaben von Marot, Rabelais und Malsilatrewaren, welche er mit schatzbaren Erlauterungen begleitete. Um dieselbe Zeit wurdeer einer der Redactoren des alternI?>z;ar<»", einer geistreichen Zeitschrift, die siebenZahre hindurch einen blutigen Epigrammenkrieg gegen die Misbrauche und Lä-cherlichkeiten der Restauration führte. Seit 1827 trat er unter dem Namen desBibliophilen Jacob auf. Die neue Richtung, die er nahm, siel gerade in die Zeit, woder Kampf des Romanticismus mit dem Classicismus am lebhaftesten geführt ward,und L. hatte sich durch seine fleißigen Studien der mittelalterlichen Literatur vorberei-tet, dieser Richtung zu folgen. Er gehört unter den Romanschriftstellern Frankreichszu denen, welche die sonst in den neuesten Erzeugnissen dieser Gattung vorherr-schende moralische Entartung und unterhöhlte Weltansi'cht nicht theilen, sondern ineiner solidem Richtung sich haltend, es auf ehrenwerthere Wirkungen im Romanabsehen, wodurch sie wenigstens von der sittlichen Seite her an Anziehungskraftund Dauerhaftigkeit ihrer Gebilde gewinnen, wenn sie auch den Glanz und selbstden Anschein von Poesie nicht um sich zu verbreiten vermögen, mit dem ein Ja-nin die Gespenstergestalten in seinen Romanen zu übertünchen und seine Leser zublenden versteht. In dieser Weise gehört L. zu den Soliden in der gegenwartigenfranzösischen Literatur, und es ist zu verwundern, daß er als solcher so bekannt ge-worden, wie er es wirklich ist. Es gelang ihm jedoch auch dies nicht ohne einekleine Effectintrigue, indem die von ihm 182^7 herausgegebenenSoirees <ieWalter Scott a?aris", eins Reihe von Erzählungen, wodurch er sich zuerst einenNamen machte, den ihnen gewordenen Beifall des Publicums nicht zum kleinenTheil dem auf den Titel gesetzten berühmten Namen des britischen Autors verdan-ken. Dies zeigt sich in der Thar an der bei weitem geringem Aufmerksamkeit,welche die darauf folgenden Arbeiten L,'s erhielten, denen in Paris kaum ein au-ßergewöhnlicher Erfolg zu Theil geworden ist. L.'s eigenthümlichste Seite ist dieErfassung des französischen Mittelalters, über welches er in seinen historischen Ro-manen sehr gründliche und genaue Studien entfaltet, namentlich in:I^es ckerixtous" (Paris 1830), eine Geschichte aus den Zeiten Franz l.; in der zweitenFolge desSoirck!8 cke Walter Scott"; in ,.Da ckanse macaüre" (Paris 1830);in1^65 wauvais Far^ovs" (Paris 1830), zu derselben Zeit spielend, und inroi <ies rivaucks", in welchem Roman des Verfassers Gelehrsamkeit in der Sit-tenkenntniß und Beschreibung der gesellschaftlichen und hauslichen Einrichtung desMittelalters so weit geht, daß sein Buch in manchen Partien fast einer histori-schen Curiositäten- und Raritätenkammer ähnlich sieht. Doch muß man einräumen, daß ?. es auch nicht selten versteht, historische Persönlichkeiten mit Geist und