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und bei der Einnahme von Paris begab er sich mit ins feindliche Lager, um wegender Nationalgarde Unterhandlungen zu pflegen. Nach der Wiedereinsetzung derBourbons verlor er einstweilen seinen Einfluß auf die Staatsgeschäfte, war aberdarum nicht minder thätig. Er führte die Lancaster'sche Unterrichtsmethode in Frank,reich ein oder war wenigstens einer der Verbreiter derselben. Er schrieb einen Erste»
hungsplan für arme Kinder, nach den vereinigten Methoden von Bell und Lancastcr
(„el-m U'eciucution", zweite Aufl., 1816). Auch ließ er einige Flugschriften über diepolitischen Angelegenheiten Frankreichs drucken, wie auch ein sehr gutes Werk überden Ajsociirungsgeist, zur Beförderung nützlicher Unternehmungen. Er besuchte Eng-land und erbte einige Jahre nachher ein betrachtliches Vermögen von seinem da-selbst verstorbenen Bruder. Seit 1815 begann er ein neues Prachtwerk: „1,ezrnonumens <!e inkrnnce, classes cckironolo^i^uement", welches mehre Foliobandestark werden sott, aber nur langsam fortgesetzt wird. Zur Vollendung der Erste-hung seines Sohnes unternahm er mit demselben eine Reise nach Ägypten, Kon-stantinopel und Kleinasien, und in der Folge entwarf er den Plan ähnlicher Rei-sen zur Ergänzung der Erziehung begüterter Jünglinge. Auch hat ein Erzieher inParis nach diesem Plane Reisen mit mehren Jünglingen unternommen. DieStadt Paris ernannte ihn mehrmals zu ihrem Deputaten; L. zeichnete sich auf derRednerbühne durch frcimütbige und geistreiche Reden aus, und legte große prak-tische Kenntnisse an den Tag. Die ^cackemie ro^uls ckes ioscriptioos otdelles-Iettre- hatte ihn 1818 zu ihrem Mitglieds aufgenommen. Als die Ju-liusrevolution ausbrach, stieg L. zu Pferde und beförderte die Staatsumwal-zung mit seiner gewöhnlichen Thatigkeit, wie er auch die Protestation der De-'putirten gegen die Unrechtmäßigkeit der Ordonnanzen Karls X. mit unterzeichnethatte. Er bekleidete darauf eine Zeit lang den Posten eines Prafecten des Seine-departements und ward Adjutant des Königs Ludwig Philipp. Zwar wurde ervon diesem Posten entfernt, weil er die Acte eines politischen Vereins zur Ver-iheidigung des französischen Gebiets mit unterzeichnet hatte, wurde aber doch baldwieder neben die Person des Königs berufen. L. ist als ein vielseitig gebildeter undmit mannichfaltigen Kenntnissen altsgestatteter Welt- und Staatsmann in Frank-reich sehr geschätzt. Sein Sohn, Leon deL., hat ein Prachtwerk über seine Reisenach Syrien herausgegeben und ist beim Ministerium der auswärtigen Angele-genheiten angestellt. (25)
Labourdonnaye (Francis Negis, Graf von), geboren den 19. Mär;1767, der lauteste Wortführer des Ultraroyalismus in der Wahlkammer seit1815, wo er auf der äußersten Rechten saß, ward 1829 Staatsminister. Erhatte vor der Revolution in der Armee gedient und war 1789 Municipalbeamtcrin Angers. Schon damals der Partei der Bevorrechteten und der allen Zeit lei-denschaftlich ergeben, wanderte er 1792 aus. Er diente eine kurze Zeit unter demPrinzen Condc, dann kehrte er nach Frankreich zurück, verband sich mit den Ven-deern und schlug sich tapfer unter ihren Fahnen. Als die Consularregierung Ein-tracht und Vergessenheit aussprach, unterwarf er sich der neuen Ordnung undwurde Maire zu Angers. Nach dem Sturze Napoleons erwachte auch in ihm derGeist der alten Feudaloligarchie, und als ihn das Departement Maine und Loirein die sogenannte Oüamlire introuvakle von 1815 wählte, »war er eines derheftigsten Mitglieder derselben, und schlug in dem Entwürfe des Amnesticgesetzesvom 11. Nov. die berüchtigten Kategorien vor, nach welchen er alle Teilneh-mer an der Revolution vom 20. Mar; zur Bestrafung classenweise vorschlug.Er bezeichnete darin vorzüglich die „zu Macht, Ehre und Reichthum gelangtenVeteranen der Revolution" als Opfer für den Royalismus, damit ihr Glücks-stand nicht andere Ehrgeizige zu ahnlichem revolutionnairen Beginnen anreize.Er schlug der Kammer vor, zu erklären, daß die königlichen Truppen in der Vendee,