Küstncr
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Wissenschaft und besuä)te spater noch in gleicher Absicht die Universität Göttingen.Als Ä. die akademischen Studien vollendet hatte, unternahm er eine Reise durchDeutschland, die Schweiz und Frankreich, die nicht ohne Folgen und bleibendenVortheil für seine Bildung und Zukunft war. Er erhielt 1810 nach öffentlicherVertheidigung der von ihm geschriebenen Abhandlung: „De mutrimvmorztione, huse ei cum civiwte at^us ecclesiu interceciit, »pectatu iw^rimi«,corlice ^apoleoneo", die juristische Doctorwürde. Gegen Ende des Jahres 181Zschloß sich K. dem in Leipzig errichteten Banner der freiwilligen Sachsen an, wurdeOffizier der dazu gehörigen Husaren und zog mit diesen 1814 vor die FestungMainz. Als nach dem bald geschlossenen Frieden der Banner heimkehrte, kamA, nach Leipzig zurück, und bald nachher ward er vom Herzog von Koburg, unterdessen Commando auch der Banner gestanden, und dem er spater seine „Dra-matischen Kleinigkeiten" (Leipzig 1815) gewidmet hatte, zum Hofrath ernannt.Die neu erwachten Künste des Friedens machten die Schrecknisse des Kriegesvergessen, und auch in Leipzig dacht» man mehr als je an die Errichtung einer eig-nen Bühne. K., dessen Liebe zum Theater schon im väterlichen Hause genährtund gepflegt worden war, gehörte zu den thatt'gsten Beförderern des Baues desSchauspielhauses und des im Aug. 1817 eröffneten Stadttheaters. Er übernahmfür seine alleinige Rechnung die Leitung desselben und setzte sie, ungeachtet man-cher Schwierigkeiten, mit dem besten Erfolge und unter der ehrenvollsten Anerken-nung im In- und Auslande elf Jahre hindurch fort. Jeder unparteiische Beur-lheiler muß ihm das Zcugniß geben, daß K. stets das Beste der Kunst gewollt undohne Beachtung des Aufwandes mancher Art dem vielfach bewegten Publicumdas Vorzüglichste in dramatischer und theatralischer Hinsicht vorgeführt hat. Wah-rend er die vorzüglichsten dramatischen Werke, bei manchen neuen Erscheinungenandern Bühnen vorangehend, zur Darstellung brachte, zeichnete sich das Theaterunter seiner Leitung auch dadurch aus, daß die berühmtesten Künstler und Künst-lerinnen als Gäste hier auftraten. Selbst da, wo er einzelne Opern mit ebenso vielGeschmack als äußerer Pracht ausstattete und manche Possen- und Singspiele, Me-lodramen und Vaudevillcs auf das Repertorium brachte, beabsichtigte und erreichteer weniger Gewinn, als er, nur dem Zeitgeiste huldigend, nicht vergaß, daß er alsPrivatmann darauf bedacht sein müsse, die ihm für eine so gemeinnützige Unter-nehmung zustehenden Mittel auch ferner zu erhalten. Dies hätten seine Gegner,unter welchen Müllner, mehr aber in egoistischer und rein persönlicher Beziehung,sich befand, ebenso wenig vergessen, als die ihm in Beziehung auf das Theaterunmittelbar vorgesetzte stadtische Behörde nicht hatte unbeachtet lassen sollen, zuwelcher bedeutenden Höhe die Theateranstalt gestiegen und von welchem Vortheilund Nutzen dieselbe als eine eigne städtische Bühne für Leipzig und viele seiner Be-wohner unter K.'s Leitung seit mehren Jahren geworden war. Wahrend er auf dereinen Seite wahre Kunst und auf der andern die billige Befriedigung eines in seinenÄn'prüchen so verschiedenen Publicums vor Augen hatte, gelang es ihm, ohne eineEntschädigung für die mühselige Verwaltung, das Institut durch sich selbst zu erhal-t'N,und ungeachtet eines nicht unbedeutenden an dieCassedesHoftheaters in Dres-den und an die städtische Behörde zu zahlenden Zinses und Kanons, auf einen inl'nanzieller wie in artistischer Hinsicht hohen Standpunkt zu stellen und auf demsel-ben zu erhalten, sodaß das leipziger Stadttheater unter seiner Leitung bei beschränktenMitteln mit vollem Rechte zu den ersten Theatern Deutschlands gezählt wurde.^ war ihm gelungen, Leipzig durch den Besuch vieler Auswärtigen in undnußer den Messen eine neue und ergiebige Quelle zu eröffnen. Durch treffliche^htatergesetze, bei deren Abfassung von Seiten der Directt'on die EinrichtungenU'chrer auswärtigen Theater, wie die Erfahrungen von Künstlern und Theater-mmdm benutzt wurden, wußte K. Einigkeit und Ernst, sowie Lust und Liebe zur