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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
778
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778 Kühnöl

vaccümrum mawine iu8!^,.ito" (Leipzig 1801) in den Buchhandel kam, schrieb zurEmpfehlung der neuen Entdeckung:Die Kuhpocken, ein Mittel gegen die natür-lichen Blattern" (Leipzig 1801), und behandelte seit 1809 diesen Gegenstand insieben akademischen Programmen. Er erhielt 1810 die ordentliche Professur derAnatomie und Chirurgie und wurde 1819 an Platner's Stelle Professor der Phy-siologie und Pathologie. Seit er als Lehrer wirkt, schrieb er über 140 Programmegab viele, meist bereicherte Übersetzungen medicinischer Werke, und theils allein, theilsmit andern Gelehrten verschiedene Schriften heraus, die in Callisen'sMedium-schem Schriftsteller-Lexikon" (Band 10) genannt werden. Seine akademischenSchriften sind unter dem Titel:Opnscula ueuclemica meclic» et pdilolvgicii"(2 Bde., Leipzig 1827 28), erschienen. VonklancarlU I^exicnu mellicum"desorgte er eine sehr vermehrte und verbesserte Ausgabe (2 Bde., Leipzig l832).Ein ausgezeichnetes Verdienst erwarb er sich durch die von ihm angelegte vollstän-dige Ausgabe der griechischen Ärzte in der Ursprache und mit lateinischen Über-setzungen: ,Meclicorum ^raecoruin opera", die er 1824 begann, und worin Hip-pokrates, Aretäos und Galen von ihm besorgt wurden. Otto Bernh ardK,sein Sohn, Professor in Leipzig, geboren 180!), kam von der Fürstenschule zuGrimma auf die Universität seiner Vaterstadt Leipzig, wo er sich vorzüglich duChemie widmete, deren Studium er von 1823 25 in Göttingen unter Stro-meyer's Leitung fortsetzte. Er begann seine schriftstellerische Laufbahn mit demVersuch einer Anthropochemie" (Leipzig 1824), und nachdem er 1828 die medi-cinifche Doctorwürde erlangt hatte, schrieb er:Praktische Chemie für Staats-arzte" (erster Theil, Leipzig 1829), undAnleitung zu qualitativen chemischenUntersuchungen" (Leipzig 1880). Er wurde 1830 zum Professor der allgemeinenChemie ernannt.

Kühnöl (Christian Gottlieb), geistlicher Geheimrath, Doclor und Pro-fessor der Theologie zu Gießen, geboren am 2. Jan. 1708 in Leipzig, wo seinVater Archidiakonus an der Thomaskirche war, wurde nach damaliger Sitte alsder Sohn eines Mannes, der mit der Universität in der engsten Verbindung stand,schon im ersten Lebensjahre in die Matrikel der Universität eingetragen. Zuerstdurch Hauslehrer vorbereitet, besuchte er hierauf die Thomasschule, wo besondersFischer, von dem er auch später mehre Schriften herausgab, dadurch vortbeilhaftauf ihn wirkte, daß er in ihm die Liebe für das Studium der Classiker Griechen-lands und Roms erweckte. Auch als K. 1785 zur Universität überging, wo dieTheologie sein eigentliches Fach ward, vernachlässigte er das Studium derselbennicht. Gleich im ersten Jahre seines akademischen Cursus schrieb er:Obsorem-tiones in Luripickis tubulär», opino inscribitur Alcestis" (Leipzig 1785), und imfolgenden gab er des Demetrius CydoniusOpusculum cke contemneinls morle"(Leipzig 1786) heraus. Nachdem er 1788 die philosophische Doctorwürde erlangthatte, trat er, namentlich auf Anrathen Wolfs und Beck's, noch im selbigen Jahreals akademischer Privatdocent auf, und las über griechische und römische Classiker,sowie alt- und neutestamentliche Exegese. Er wurde hierauf 1790 außerordentlicherProfessor der Philosophie, 1793 zugleich mit Rosenmüller Custos an de- Univer-sitätsbibliothek und 1796 Baccalaureus und Frühprediger zu St.-Pauli. EinenRuf als Professor der griechischen Sprache nach Kopenhagen, 1799, schlug er aus,dem aber als Professor der Poesie und Beredsamkeit nach Gießen folgte er 1801.Da ihm jedoch sein Wirkungskreis in dieser Stelle zu beschränkt erschien, so erhielter 1806 eine Professur der Theologie, worauf er 1818 zum geheimen Kirchenratheund 1829 zum geistlichen Geheimrathe ernannt wurde. Sehr fleißig arbeitete K.namentlich während seines Aufenthaltes in Leipzig; aus jener Periode stammendieObservatwues nck Nov. Dest. ex libris apocr^ptns Vet. lest." (Leipzig1794); die mit Velthusen veranstaltete Sammlung der(lommentationes tkeo-