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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
777
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Kühn (Karl Gottlob Otto Bernhard) 777

vollendete später den dort erhaltenen musikalischen Unterricht unter der Leitung desMusikdirectors Schwencke in Hamburg. Um der französischen Confcription zu ent-gehen, kam er 1819 oder 1811 nach Kopenhagen, wo er bald als Kammermusikusangestellt wurde und später, nachdem er mellre Theaterstücke componirt hatte, denTitel eines Professors erhielt. Seine erste Composition:Röverborgen"(Die Rau-berburg), ist nach Verdienst berühmt geworden; auf diese folgten:Elisa",Lulu",Hugo og Adclheit" undElverhöe", treffliche Compoft'tionen, von denenLulu"undElverhöe" ein außerordentliches Glück machten. In dem letzten Stück hat ermit großer Kunst alte Melodien der nordischen Heldengesange benutzt und demGanzen ein nationales Gepräge gegeben. Eine große Anzahl Compositionen vongeringerm Umfange tragen, wie jene, die Spuren seines herrlichen Genies.K. war nickt verheirathet. Er unterhielt seine Altem, die bei ihm lebten. Nichtlange vor seinem Tode verlor er beide kurz nach einander. Ein neuer Verlust trafjhu, als eine Feuersbrunst in dem unweit Kopenhagen gelegenen Städtchen Lyng-bye, wo er wohnte, ihm mehre nur im Manuskript vorhandene musikalische Arbei-ten raubte. Er starb 1832 im 45. Jahre seines Alters. Bei dem Leichenbegang-niß, welchem eine zahlreiche Versammlung beiwohnte, wurde ein von ihm selbstcomponirter Todtenmarsch gespielt. Auf dem Theater sowie in mehren Privatvsr-einen stierte man seine Erinnerung. (4 >

Kühn (Karl Gottlob), Professor der Medicin zu Leipzig, geboren am13. Jul. 1754 zu Spergau, einem zum Stifte Merseburg gehörenden Dorfe, wosein Vater, ehe er Pfarrer und Consistorialrath in Merseburg wurde, Predigerwar, erhielt, im väterlichen Hause sorgfältig vorbereitet, in der Schule zu Merse-burg und später in der Fürstenschule zu Grimma seine wissenschaftliche Vorbil-dung und bezog darauf die Universität Leipzig. Wahrend er hier Platner's, Lud-wins, Seidlitz's und Leske's Vorlesungen besuchte, nährte er zugleich seine inGrimma gewonnene Vorliebe für die klassischen Studien unter der Leitung vonErnesti und Morus; die Aufmunterung seines Oheims aber, der in Kurland alsArzt einen ausgebreiteten Ruf hatte und ihn in seine Praxis einzuführen versprach,bestimmte ihn, sich dem Studium der Arzneiwisselsschaft zu widmen. Seine Be-kanntschaft mit den griechischen Ärzten, die später so reiche Früchte trug, zeig-ten schon seine ersten schriftstellerischen Arbeiten, z. B.1>c via ac raiioue quaMellnaus Toplmta in llistoria auimalium conseribencla usus ost" (Leipzig 1777);Hcbcck-asma de causa mortis aqua suiuuersorum, cosque in vitam rcvocamüratione, velcribus ttraeciae mcciicis nsmpata" (Leipzig 1778). Nachdem ee1779 in der philosophischen Facultat promovirt hatte, erwarb er sich 1781 durchseine DissertationDe pllilosopllis ante ttqqiocratem meriicinae cuitorilms"d 's Recht, öffentliche Vorlesungen zu halten und schrieb 178.3, als er Doctor derMedicin wurde,I)e loreipilius obstetriciis receus inventis", und darauf seineGeschichte der medicmischen und physikalischen Elektricität und der neuesten Ver-suche in dieser Wissenschaft" (2 Bde., Leipzig 1783 85). Bei seiner Beför-derung zum außerordentlichen Professor der Medicin schrieb er 1783De receu-tionim pk^sicoruil! circa aerem cioctrina, in re meüica ms^nae utilitatis", undgab später mir ZwierleinTaschenbuch für Brunnen - und Badegäste" (Leipzig1-94) heraus. Die Anwesenheit des durch seine Wundercuren bekannten Grafen^-hun in Leipzig, veranlaßte ihn durch feine Schrift:Etwas über die Euren desGraft,, von Thun" (Leipzig 1784), zur Berichtigung der in Umlauf gebrachtenäugen Vorstellungen beizutragen. SeineGeschichte der Elektricität" setzte erunter dem Tirel:Die neuesten Entdeckungen in der physikalischen und medicmi-schen Elektricität" (2 Bde., Leipzig 1736 97) fort. Als ordentliches Mitglüosn die medicinifche Facultat einrückend, vcrtheidigte er 1891 eine DissertationUder die Schutzpocken, die unter dem TitelDe «xantkemate vul^o vsnowrum