Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
776
Einzelbild herunterladen
 

776 Kruseman Kuhlau

em für Erforschung des vaterländischen Alterthums ihn zum Sccretair, und Knahm diese Wahl an, als das Ministerium die Verlegung des Vereins nach HMan der Hochschule und verschiedene Vortheile zugesichert hatte. Die Zahl der Mit-glieder wuchs bald fast auf 3V0 in verschiedenen Landern Europas an, und durchgemeinsames Zusammenwirken bildete sich bald eine germanische Alterthümcr-sammlung, welche als die erste in Deutschland betrachtet werden kann. Von denwissenschaftlichen Resultaten konnte nur wenig mitgetheilt werden. Die kleinenAufsätze und Berichte lieferte K. in seinemArchiv für alte und mittlere Ge-schichte, Geographie und Alterthümer", wovon wahrend seines Aufenthalts inHalle zwei Bände (1824 28), nach seinem Abgange von ihm und Lorenz rc-digirt, bis 1830 noch ein Band erschien. (Vgl. Historische Vereine.) Kartenvom alten Germanien (Leipzig), vom alten Griechenland gab K. 1823 her-aus. Wahrend dieser Zeit bearbeitete er auch, nachdem er die Bibliotheken undAlterthümersammlungen in Göttingen, Kassel, Gotha und Berlin benutzt hatte,seineHellas" (2 Bde., Leipzig 182527), und darauf seineFragen übermehre für das höhere Alterthum wichtige Verhältnisse im heutigen Griechenland"(Berlin 1827), ein Werk, welches besonders für die Erklärungen des Homer vieleBeitrage liefert. Als nun seine Söhne der Schule entgegenreiften, übernahm erein früher schon bestehendes Institut, formte es um und erhielt bald einen solchenBeifall, daß über 70 Kinder der angesehensten Familien diesem Institute über-geben wurden. Er nahm jedoch 1828 einen vortheilhaftcn Ruf nach Dorpat alsordentlicher Professor der historischen Wissenschaften an. Er beschäftigte sich seit-dem vorzüglich mit der Commentirung und Herausgabe des wiedergefundenenSeetzen'schen literarischen Nachlasses, in Verbindung mir mehren Gelehrten, undder Bearbeitung des Ptolemaus, von dessen Werke er ein bisher unbekanntesschatzbares Manuskript in Petersburg aufgefunden hat.

Kruseman (Cornelis), geboren zu Amsterdam am 25. Sept. 1797, ver-rieth seit seiner Kindheit ein entschiedenes Talent zur Malerei, das er unter derLeitung der geschickten Portraitmaler HodgeS und Daiwaille ausbildete, wiewoler seinem eignen Genie, das ihn zu dem Großartigen und Erhabenen und zu um-fassenden historischen Eomposmonen hinzog, am Meisten verdankte. Er besuchteJra-lien, wo er sich lange aufhielt, und sein Freund ElinkSterk gab eine anziehende Dar-stellung von den Erlebnissen des Künstl. rs in seinemAanteeleeitingon detret'fenllekoostreis en vorbliss in Itulie ckoor 0. Hrnseman" (Haag 1826, deutschvon Mapboom, Embdem 1831). Unter den zahlreichen Gemälden, die wir K.'sTharigkeit verdanken, zeichnen sich als große Compositionen aus: Johannes derTaufer, die büßende Magdalena, Naphtali und Rahel nach Florian, der bettelndeBelisar, und vorzüglich seine Grablegung. Er beschäftigt sich jetzt mit einem gro-ßen Bilde aus dem Feldzug des Jahres 1831. Unter seinen Genrebildern sind zuerwähnen: eine Gruppe Italiener vor einem Madonnenbilde, zwei Frauen undein Bauer aus Frascati, die Musik mache«, ein bettelnder Greis mit seiner Toch-ter, ein tressliches Bild im Besitz der Königin der Niederlande, und ein Gemäldenach dem Gedicht:Het ^e^allen waisja", von Tollens. Von seinen Bildnistensind vorzüglich auszuzeichnen: die Portraits des Königs der Niederlandx und derbeiden Statthalter von Indien van der Capellen und de Kock. Er hat sich durchimmer bedeutender hervortretende Kunstleistungen an die Spitze der lebenden Ma-ler in Holland gestellt und sich einen ausgezeichneten Rang unter allen Künstlernunserer Zeit gesichert. (74)

Kuh lau (Friedrich), dänischer Componist, wurde 1787 in einer kleinenStadt in Pommern von armen Altern geboren. Als er, ein Knabe von sieben Jabren,einst an einem finstern Winterabend Wasser holte, fiel er auf der Straße so gesahr'lich, daß er ein Auge verlor. Noch im Knabenalter kam er nach Braunschweig und