Kruse (Lauritz)
Kruse (Karsten)
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weit sich flüchtet, wenn das Treiben der Andern ihm Umnuth und Ekel erweckt.Es ist ein beschreibendes Gedicht, daö>d:e Neigungen, Freuden, Spiele, Wünscheund Aussichten des Kindesalters, wie die Anstalten zur Pflege, Zucht und Bil-dung der Kindheit, in gefalliger Sprache und meist wohlgebauten reimlosen Jam-ben, zum Tbeil mit idyllischer Zarcheit, nach den vier Jahreszeiten, ohne Anspruchaus höhere poetische Bedeutung, schildert. Mit seinem Drama „Johannes"(Leipzig 1815) dagegen trat K. augenscheinlich aus dem seiner Individualität an-gewiesenen Kreise heraus; und dürfen wir der schönen Gesinnung, von der auchdiese Dichtung getragen wird, unsere Anerkennung nicht versagen, sy können wirderselben doch als Kunstwerk nur einen sehr untergeordneten Rang zugestehen.Äon seinen übrigen Arbeiten nennen wir außer einer theologischen Schrift: „lieberden Geist und die Form der evangelischen Geschichte in historischer und ästhetischerHinsicht" (Leipzig 1805), noch: „Das Wörtlein Und" (Duisburg 1811),„Paragraphen zu der heiligen Geschichte" (Berlin 1818), und seinen zum Bestender Jugend verfaßten, neuerdings in der zehnten Auflage erschienenen „Bibelkate-chiömuS". Einzelne Gesänge und Lieder aus dem „Festbüchlein" sind mit Ton-weisen von A. Härder 1808 und 1809 zu Duisburg besonders herausgegebenworden. K.'s Bildniß befindet sich vor dem vierten Jahrgang von Natorp's„Quaualschrift für Religionslehrer" (1808). . (51)
Kruse (Lauritz), geboren 1778 zu Kopenhagen, wo sein Vater als Com-mandeur in der dänischen Marine lebte, studirte auf der Universität seiner Vater-stadt, und bereits in seinem zwanzigsten Jahre brachte er sein Schauspiel: „Emi-granterne", auf die Bühne. Seitdem schrieb er mehre Theaterstücke, erhielt aberbesonders als Novellendichter Beifall. Seine ersten Erzählungen in dänischerSprache erschienen 1801 in zwei Bänden, in welchen sein ausgezeichnetes Talentfür diese Dichtart sich bereits ankündigte. Er machte in demselben Jahre eineReise durch Deutschland, die Schwei; und Frankreich, lebte nach seiner Rückkehrin Kopenhagen als Schriftsteller, ward Professor und ging 1812 zum zweiten Malin das Ausland und besuchte hauptsachlich Italien und Deutschland. Von 1817^-20 war er wieder in Kopenhagen, wo er eine dramaturgische Zeitschrist inmonatlichen Heften und seine gesammelten Schauspiele herausgab („Drama-lilke Värker af L. Kruse", 4 Bde., 1818 — 20). Als er seine schriftstellerischeLausbahn in Deutschland betrat, wählte er vornehmlich Hamburg zum Aufenthalt.Seitdem hat er in deutscher Sprache eine Reihe von Romanen und Novellen ge-liefert, die, obgleich nicht alle von gleichem Werthe, doch immer die Spuren einesdedeutenden Talents tragen und von außerordentlicher Erfindungsgabe und großerFruchtbarkeit zeugen. Nicht er, sondern die Umstände sind Schuld daran, daß durchseine Wirksamkeit als deutscher Schriftsteller er für das Vaterland fast verloren zusein scheint; selbst seine Muttersprache wird ihm immer fremder, und da er zwarein ausgezeichnetes Sprachtalent besitzt, aber eine gewisse künstlerische Sorgfaltfür Correctheit und Reinheit der Sprache ihm abgeht, so ist es kein Wunder, zumalbei seinen vielen Arbeiten, daß die in späterer Zeit von ihm in dänischer Sprache er-lchienmen Werke in stylistischer Hinsicht bedeutend unter seinen frühern Arbeitenstehen müssen. Auch in seinen deutschen Schriften findet man einen auffallendenMangel an Correctheit der Darstellung. (4)
Kruse (Karsten oder Christian), geboren am 9. Aug. 1753 zu Hiddigwar-den bei Berne im Herzogthum Oldenburg, wurde schon in seinem zehnten Jahrevon seinem durch Brandunglück verarmten Vater nach Halle geschickt, wo er imÄaisenhause bis 1772 in allen Schulkenntnissen gründlichen Unterricht erhielt.Unterstützt von den» Grafen von Stolberg-Wernigerode, mit Niemcyer, Knappund der Familie Schiff in einer nähern Verbindung, widmete er sich der Theologieund erhiftt sich hauptsächlich durch Unterricht in Familien und im Waisenhause.