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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
772
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772 Krumwacher

gen als die vorherrschende zu erkennen gibt. Es ist dies das Bestreben, in Bildund Beispiel Lehren und Wahrheiten durch Vermittlung der Poesie zur An- ^ ^schauung zu bringen. Von früh auf gewohnt, dem Geheimnisse der Entwicklung ^ ^des Menschengeiftes durch alle Lebensstufen nachzuspüren, mit einem lebendigenNatursinne begabt und voll Empfänglichkeit für die Sprache, mit der die Natur ^in Pflanzen, Stein und Sternen zu uns spricht, sah er bald überall, selbst in den ^unscheinbarsten Vorgangen und Erscheinungen der Außenwelt, Gleichnisse, ge-heimnißvolle Beziehungen und fruchtbare Winke, und es ward ihm zur lieben Ge-wohnheit, dieselben in einfach-kindlicher, dem biblischen Ausdruck nachgebildeterSprache zu kleinen oder größern Erzählungen und Gemälden zusammenzufassen.Er nennt diese selbstSpiele des innern Menschen", die bald ein Blick auf einenblühenden Rosenstrauch oder in das Abendroth, bald irgend eine kleine Freude, der ,stille Nachgenuß einer in traulicher Freundschaft oder mit einem schönen Buche ^verlebten Stunde, ein Spiel mit einem Kinde oder sonst eine Kleinigkeit erzeugte.

So trat er, nachdem er bereits 1801 in einem Hymnus,Die Liebe" (zweite Aus-gäbe, Duisburg 1809), seine Lebensansicht niedergelegt hatte, 1805 mit demersten Bändchen seinerParabeln" hervor, die in mehren aufeinander folgendenAusgaben als ein vielgelesenes Volks- und Bildungsbuch dem Verfasser die Zu- ^Neigung eines großen Theils der Lesewelt unter Großen und Kleinen erworben(neueste Ausgabe, 2 Thle., Duisburg 1819 20). DieseParabeln" sollennicht sowol als bloße Gleichnisse oder in der Weise der Fabel und poetischen Erzah-lung praktische allgemeine Wahrheiten veranschaulichen, als vielmehr, in derhöhern Bedeutung der hebräischen Parabel, aus der Niedern Sphäre des Sinn-lichen zur Anschauung des Übersinnlichen erheben.Wenn man", sagt K,dasLeben und Weben des innern Menschen als ein fortschreitendes episches Poem de-trachtete und jeden Fortschritt des innern Lebens, sei es zum Bessern oder Schlech- liu Ästtecn, Sieg oder Besiegung, sich als Theile dieses Epos dächte, so würde man dieParabel daspoetische Gleichniß" in der Darstellung dieser epischen Handlungnennen können, welches aus dem Schauplatze und den Umgebungen des Handeln- lMZuden die Bilder nimmt, um damit die Regung, Entwickelung und Fortschreitung Mdes Geistigen und Übersinnlichen zu bezeichnen." K. hat in dieser von ihm mit «He,Vorliebe gepflegten Dichtform zahlreiche Nachahmer gefunden; -Wenige abermöchten ihn in der liebevollen Auffassung der Natur und des Menschenlebens und Äsichinin der Sinnigkeit und Wärme der Darstellung erreicht haben, durch die sich die ÄKHbesten dieser Dichtungen denn das sind sie ungeachtet der vorwaltenden didaktischen U Ä,Bestimmung auszeichnen. Gleichwol ist nicht zu leugnen, daß mehre derselben ÄWrals Poesien des selbständigen poetischen Lebens ermangeln und von dem ästheti- sichdchschen Standpunkte aus unbefriedigt lassen, und daß die Sprache, wie natürlich s-Mch'sie auch dem Verfasser geworden sein mag, dennoch hier und da in das spielendeausartet und als Manier erscheint, die in der Länge ermüdet. Immer aber warund ist die Parabel, wie überhaupt die allegorisch-didaktische Form, das eigentlicheGebiet dieses gemüthvollen Dichters. Dies beweisen auch seine 1810 zu Duis-bürg erschienenenApologen und Paramythien" und dasFestbüchlein", eineSchrift für das Volk, die zuletzt (Duisburg 1819 21), mit demNeujahrs-fest" vermehrt, in drei Thellen erschienen ist. Daß übrigens die kindliche Sprachedieser Schriften nicht bloß ein künstlich erzwungenes Idiom, sondern aus der C>- ^genthümlichkeit des Dichters selbst hervorgegangen sei, dafür möchte diegen, wie derselbe in einer andern Dichtung:Die Kinderwelt" (Duisburg 180 ,neue Auflage 1813), das kindliche Alter aufgefaßt hat. Auch hier tritt uns zwarnicht ein schöpferischer Genius, der neue Bahnen bricht, entgegen, wel aber emedles Gemüth, das, der Worte:Lasset die Kindlein zu mir kommen",an dem unschuldigen Treiben der Kleinen sich innig erfreut und in ihre Un cbu