Krukowiecki Krummacher
ihn endlick) der Vater auf einige Zeit zu dem Landschaftsmaler Kolbe gab. K. bliebjedoch seiner Neigung zur Thiermalerei getreu, und da er in Dessau zu wenig Ge-legenheit zu weiterer Ausbildung fand, sorgte sein Vater dafür, daß er auf einGymnasium nach Berlin kam. Lernfleiß war jedoch einer Künstlernatur vonso lebhaftem Geiste nicht eigen; um einem schönen Pferde nachzugehen oderMndhunde in nahgelegenen Gehegen zu Hetzen, wurden zuweilen die Elassenversäumt, allein dafür desto raschere Forlschritte im Zeichnen gemacht. K. ver-suchte sich jetzt auch im Portrait, und obgleich seiner Zeichnung Fehler mancherArt nachgewiesen werden konnten, so überraschte die Ähnlichkeit doch so sehr,haß er sich bald einen großen Ruf erwarb. Es hat wol wenige Maler gege-ben, welche so viel Portraits gezeichnet haben als K., und selten einen, welcherso gut traf und so rasch arbeitete. Er zeichnete anfanglich auf farbiges Papier mitschwarzer Kreide und setzte hier und da die weißen Lichter mit dem Pinsel auf, so-dass man das Colorit, zumal bei mannlichen Portraits, nicht vermißt. Da er imStande war an einem Tage, so zu sagen spielend, drei Portraits fertig zu machen,von welchen ihm jedes anfänglich mit einem Friedrichs!»'or, spater mit vier, sechs,zehn Friedrichsdor bezahlt wurden, so fand sich K., da er außerdem auf Jagden,Musik und andere Vergnügungen gern Zeit verwendete, abgehalten, einen gründ-lichen akademischen Cursus durchzumachen. Bei ihm bedurfte es jedoch nur einesEntschlusses, um das Schwerste leisten zu können. In einer öffentlichen Beur-theilung hatte man es ihm zum Vorwurf gemacht, daß er sich nicht der Ölmalereibefleißige; er verstand diesen Wink, legte sich Palette und Farben zu und auf dernächsten Ausstellung sah man von ihm eme Marschscene im Winter und einigevortreffliche Stallscenen in Öl. Diese Malerei sagte ihm so zu, daß er sich ihr mitdem besten Erfolge widmete. Für den Kunstverein malte er 1828 eine Jagdscene,finden Kaiser von Rußland 1830 eine große Parade in Berlin, auf welchem letz-tem Bilde sich über hundert Portraits befinden. Diesem 1830 ausgestellten Bildewurde, was die Auffassung der Naturwahrheit und die Zeichnung der Pferde be-trifft, der unbedingte Vorzug vor jedem andern, selbst vor den Bildem des berühm-ten Horace Vernet zuerkannt. Das neueste Werk, welches er in Berlin vollendete,ist Friedrich Wilhelm IN. zu Pferde in Lebensgröße. Bereits 1825 wurdeer zum Hofmaler und Professor ernannt. Der Kaiser von Rußland berief ihn1832 nach Petersburg, wohin er sich begeben hat, um dort mehre große Bilder,unter andern den Kaiser Nikolaus mit großem Gefolge zu Pferde in Lebensgröße,auszuführen, er hat jedoch auch noch für den König von Preußen große Auftrageauszuführen. - (26)
Krukowiecki, s. Polen.
Krummachcr (Friedrich Adolf), Doctor der Theologie, ward am
Jul. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen geboren. Nachdem er eine Zeit-ung'an der Universität zu Duisburg als Professor der Theologie thatig gewesenwar, entschied er sich, wie es scheint durch vorwaltende Herzensneigung getrieben,iur den Beruf des praktischen Seelsorgers und übernahm 1807 die Stelle eines^sormirlen Predigers zu Krefeld, die er jedoch noch in demselben Jahre gegen eineMdpredigerstelle zu Kettwich in Westfalen vertauschte. Spater folgte er dem^ufe zu einem erweiterten Wirkungskreise nach Bernburg, wo er als Eonsistorial-^^Superintcndent und Oberprediger bis 1824 mit Segen wirkte. Seit die-^ Jahre lebt er als Prediger der Ansgariigemeinde zu Bremen. Ohne von demange seiner geistigen Bildung genauer unterrichtet zu sein, dürfen wir annehmen,ay neben der Beschäftigung mit den Dichtern alter und neuer Zeit, wobei vorzüg-> der Einfluß Herder's hervorzuheben sein möchte, insbesondere das von tiefer^nntniß der Sprache und Sitte des Orients unterstützte Studium der Bibel sei-
Geiste die Richtung gegeben habe, die sich in seinen schriftstellerischen Leistun-
49 5