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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
769
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Krug 769

Krug (Johann Friedrich Adolf), der Begründer der Elementarmethode,ciner der scharfsinnigsten Schulmanner der neuern Zeit, geboren am 10. Mai1771, verwaiste durch den frühen Tod seines Vaters, eines Predigers zu Naun-hof bei Großenhain, im zweiten Lebensjahre, und wurde hierauf zu Hoyerswerdain der Oberlausi'tz erzogen bei seinem Großvater, dem dortigen Pastor Contius,einem streng rechtschaffenen, christlich frommen Manne aus der alten Franke'schenSchule, der, abgeneigt der herrnhuthifchen Glaubensansicht und allem süßlichen' Frommthun, nur auf prunk-und geräuschloses Rechtthun hielt und deshalb von> Manchem als das Haupt der sogenannten Stillen im Lande betrachtet wurde.K. besuchte von 1787 öl das unter Rost und Böttiger blühende Gymna-sium zu Bauzen. Unter Leitung dieser Lehrer und des scharfsinnigen Mathema-tikers und Physikers Dcmuth, der ihn bald zum Lehrer seiner Kinder wählte, er-wachte sein Geist zum Leben und Selbftdenken. Die genommene Richtung verfolgteer bei fortgesetztem Untcrrichtgeben auch während seiner theologischen Studien zu Leip-zig von 179195, wo er nach Beendigung seines theologischen Cursus Naturkunde,l Anatomie und Physiologie zu feinem Nebenstudium machte. Dieses und seinetagliche Beschäftigung mit einem elfjährigen, durch Verwahrlosung kaum derSprache fähigen und fast noch begrisslosen Knaben, den er zu sich nahm, um fürdie geistige und leibliche Erhaltung und Ausbildung des Verlassenen zu sorgen,führte ihn zur Erforschung der einfachsten Mittel und Wege, im Kinde durch sach-und naturgemäße Übungen die schlummernde Kraft zu wecken. Hierbei entwickeltesich in ihm ein elementarischer Unterrichtsgang für das Sprechen- und Lesenlehren,sowie für das Zeichnen und Schreiben, und für die Behandlung des Rechnens undder Sprachlehre. Diesem gab er eine weitere Ausbildung und Anwendung aufganze Elasten von Schülern, da er feit Ende des JahreS 1795 als Hauslehrer indie Oberlausi'tz nach Meffersdorf, einem volkreichen Rittergutsdorfe des damalsals Gelchrten und Physiker ebenso sehr als durch seine Humanität bekannten vonGersdorff, gegangen war. In seinen Nebenstunden gab er hier einer Anzahl Kin-der unentgeltlichen Unterricht in den nothwendigen Elementarkenntnissen und Fer-tigkeiten, was eine sorgfältige Durcharbeitung des methodischen Lehrganges beiK. zur Folge hatre. Hieraus entstand seinErstes Lehr- und Lesebuch" (Dresden1802, zweite Auflage, Leipzig 1807). Mit Gedike, der zum Director der neuenBürgerschule berufen war, ging K. 1808, als erster Lehrer dieser Anstalt, nachLeipzig. Hier brachte er nicht ohne Hindernisse und mancherlei Einreden, beson-ders des Professors Olivier, der seine damals Aufsehen erregende Lautmethodegernin die Anstalt eingeführt hätte, seine Elementarmethode in allen Unterlassen inGang, den der parteilose, durch praktischen Sinn ausgezeichnete Director umsoweniger hinderte, als sie sich durch guten Erfolg bewährte. Für das Sprechen-und Lesenlehren gab K heraus:Hochdeutsches Syllabir - und Sprachbuch"Leipzig 1806);Hochdeutsche Sprachelementartafel" (Leipzig 1806, Fol.);Ausführliche Anweisung, die hochdeutsche Sprache.recht aussprechen, lesen und'^reiben zu lehren" (Leipzig 1805). Nach einer pädagogischen Reise ins südlicheDeutschland und die Schweiz, unter Andern zu Pestalozzi und Fellenberg, folgte" 1809 einem Rufe nach Zittau, um daselbst eine allgemeine Stadtschule alsD'rector derselben einzurichten. Schon nach drei Jahren zeigte diese Anstalt ein"freuliches Gedeihen und von Jahr zu Jahr gereiftere Früchte. Hier schrieb K.

Evangelisches Lehrbuch der christlichen Religion und deren Offenbarungsge-chichte" (Zittau 1817), und gabDr. Luther's Katechismus mit erläuterndenAnmerkungen" (Zittau 1817, zweite verbesserte Auflage 1880) heraus. MitI posier Hoffnung nahm er 1818 den vielversprechenden Ruf nach Dresden an, um">>c zum Andenken der Regierungsjubelfeier des König? vom Stadtrathe gestiftetei ""d Friedrich-August-Schule genannte, höhere Bürgerschule für Knaben einzurich-T°nv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur, ll. 49