Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
763
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Kotzebue (Moritz von) 73Z

Erforschung einer nordöstlichen Durchfahrt" (3 Bde., Weimar 1821, 4.), welcheim zweiten und drittten Bande Eschscholtz's zoologische Forschungen und Cha--misto's naturwissenschaftliche Beobachtungen mittheilt. Zum Capitain-Lieute-nant der russischen Gardemarine ernannt, trat er 1823 auf der Sloop Pred-prijat e (die Unternehmung) auf des Kaisers Alexander Befehl seine dritte Reiseum di- Welt an. Er sah, nachdem er die neuern Inseln in der Südsee bestimmtund besonders den Schiffcrarchipel aufgenommen hatte, das von Noggeween1722 aufgefundene Eiland Karlshof und entdeckte drei neue Inseln, die er Un-ternehmung (nach seinem Fahrzeuge), Bellingshaufen und KcHuloff (nach demersten Lieutenant seiner Expedition) benannte. Die letztere ist zwar schon 1819von Freycinet gesehen worden, allein K. hatte bei seiner Abreise noch keine Kennt-niß davon. Ihn begleiteten auch diesmal wieder vr. Eschscholtz als erster Arztund Naturforscher, Vr. Siewald als zweiter Arzt, Lenz als Physiker, Hoffmannals Mineralog und Preuß als Astronom. Am 16. Iul. 1826 langte er wohl-behalten in Kronstadt an. Sein in der letzten Reise um die Welt (Neue Reiseu n die Welt", 2 Bde., Weimar 1830) ausgesprochener Tadel gegen das briti-sche Missionswesen auf dem Gesellschaftsarchipel und den Sandwichinseln hat vieleGegner gefunden. (8)

Kotze bue (Moritz von), dritter Sohn Augusts von K., geboren auf demGute Kieckel in Esthland im District Allentaken am 30. April 1789, machte,nachdem er die Schulen in Reval besucht und zwei Jahre im Cadettencorps zuPetersburg zugebracht hatte, in seinem sechzehnten Jahre mit seinem altern Bru-der Otto als Seecadett unter dem berühmten Kruftnstew. die Reise um die Welt.Nach seiner Rückkehr trat er in die russische Landarmee und wohnte, kaum18 Jahr alt, 1806 und 1807 dem Feldzuge in Preußen gegen Napoleonbei. In der Schlacht von Friedland zerschmetterte ihm eine Kartatschenkugel denArm. Im Feldzuge von 1812 stand er als Lieutenant bei dem Generalstabe desGrafen Wittgenstein, gerieth am 10. Aug. 1812 in der Nahe von Polotzk infranzösische Kriegsgefangenschaft, wurde nach Frankreich geführt und erst in Folgeder eingetretenen glücklichen Ereignisse am 4. April 1814 aus der Gefangenschaftbefreit. Anziehend hat er seine Schicksale in der von seinem Vater herausgegebe-nen Schrift:Der Kriegsgefangene unter den Franzosen" (Leipzig 1815), be-schrieben. Mit den siegreichen Russen verließ er die User der Seine, um bald wie-der gegen Frankreich aufs Neue ins Feld zu ziehen. Als der zweite Friede vonParis erkämpft war, wurde die heimgekehrte Division, bei der er stand, in dieGegend von Charkow verlegt, um der lang ersehnten Ruhe zu genießen. Im Mai1816 von dem stillen Landsitze seines Commandanten, des Barons Korff, nachPetersburg berufen, erhielt er von seinem Chef, dem Generaladjutanten FürstenWolchonsky die Weisung, sich durch astronomischen Unterricht bei dem Staats-rath Schubert zu einer Gesandtschaft nach Persien vorzubereiten. Der von demKaiser Alexander zum Botschafter an Feth-Ali-Schah erwählte GenerallieutenantPerinoloff stellte es dem Gesandtschaftspersonale, das aus 300 Personen bestand,frei, die Reise bis Tiflis zu machen wie es wolle. K. traf in Begleitung des Ober-sten Jwanoff, der als Chef des Generalstabs nach Grusien bestimmt war, imNov. 1817 in der Hauptstadt Georgiens ein, von wo er die Reise im Gefolge desBotschafters nach Jspahan fortsetzte. Nach einjährigem Aufenthalte wurde dieRückreise angetreten. K. erhielt alsdann den Auftrag, geodätische Messungen inProvinz Grusien vorzunehmen, die er zur größten Zufriedenheit ausführte.Er >st jetzt Oberst im Generalstabe, Oberquartiermeister des abgesonderten kauka-stschen Corps und hat, wie die meisten Mitglieder der Gesandtschaft, den persischenWonnen- und Löwenorden. Seine noch von seinem Vater kurz vor dessen unglück-lichem Ende herausgegebeneReffe nach Persieu mit der russischen Gesandtschaft"