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Zweiter Band (1833) F bis L
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762
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762 Kotzebue (Otto von)

wurde auch mit dem ersten Bande beendigt. DieZeitgenossen" verdanken ibmihre erste Begründung, er gab jedoch, nachdem er die ersten zwei Bande besonnhatte, die Redaction auf, weil seine amtlichen Verhaltnisse ihm die dazu nöthsioMuße nicht verstatteten. Spaterhin begleitete er die 1830 bei Brockhaus er-schienene Ausgabe der symbolischen Bücher der evangelischen Kirche (Concor-dia") mit interessanten Einleitungen und gabPhil. Melanchthon's Werke ineiner für den allgemeinen Gebrauch berechneten Auswahl" mit einer sehr schätz-baren Biographie des Verfassers (6 Bde., Leipzig 183031) heraus. Seinneuestes Werk ist:Die christliche Volksbildung, nach ihren Hauptgesichtspurckttndargestellt" (Leipzig 1831). Seine geistlichen Lieder, die er theils in einer eignenSammlung:Stimmen der Andacht" (Leipzig 1823), theils in den sechs Jahr-gangen derTheodulia" niederlegte, haben ihm viele Freunde gewonnen. K. ent-ging in seinem frühern akademischen und schriftstellerischen Wirken dem Vorwurfeeiner allzu großen Hinneigung zum Mysticismus nicht, und namentlich wurde ihmvon Halle aus deshalb unfreundlich begegnet; jedenfalls aber trifft ihn dieserVorwurf mit Unrecht, und die milde, echt Melanchthonffche Sanftheit athmendetheologische Ansicht, die in allen seinen literarischen Produkten unverkennbar ist,und die auf einem zu guten philosophischen und philologischen Grunde ruht, alsdaß sie irgend einer parteiwüthigen Einseitigkeit sich hingeben könnte, sichert ihmden Ruf eines im edlern Sinne des Worts gemäßigten Gotkcsgelehrten, dessenSchriften die sorgfaltigste Aufmerksamkeit verdienen. Wünscht man, besondersauch aus seinen asketischen Schriften, eine mitunter allerdings etwas ermüdendeBreite hinweg, so zeichnet sich auf der andern Seite Alles, was er schreibt, durchgroße Popularität und eine höchst anziehende Gemächlichkeit aus, welche derreine Abglanz seiner schönen, liebenswürdigen Individualität ist, wie sie im Le-ben sich darstellt und Jeden fesselt, der sie näher kennen zu lernen Gelegenheit ge-funden hat. (78)

Kotzebue (Otto von), zweiter Sohn Augusts von K., wurde zu Rcvalam 19. Dec. 1787 geboren, erhielt scwol in seiner Vaterstadt als im Ead-etten-corps zu Petersburg eine zweckmäßige Erziehung und machte, 17 Jahre alt,mit dem russischen Capitain I. A. von Krusensiern auf dem Schisse Nadeshda alsCadctt zum ersten Male die Reise um die Welt, von welcher er 1806 zurückkehrte.Neun Jahre später wurde ihm selbst die Führung des Schiffes Rurik anvertraut,welches der Reichskanzler Graf Rumjänzoff zu einer Entdeckungsreise hatte aus-rüsten lassen. Seine Hauptaufgabe war, die von den Holländern im 17. und 18.Jahrhunderte im stillen Ocean gemachten Entdeckungen näher zu erforschen, unddie Möglichkeit einer nordöstlichen Durchfahrt in der Nähe der Beringsstraße zuversuchen. K.'s Begleiter auf dieser Fahrt waren außer den Marinelieute-nants Schischmarew und Sacharin die Naturforscher: Ehamisso, Wormskiold,Eschscholtz und der Zeichner Choris. Am 30. Jul. 1815 segelte er von Kron-stadt ab und schon am 16. April 1816 fand er die He ckoutense, so ge-nannt, weil er nicht wußte, ob es das von Le Maire und Schouten geseheneHondeneiland oder eine neue Insel sei, nahm dann Cook's Palliser-Jslands undRoggeween's Schadelyk-Jnseln auf, nannte diese 40 Meilen weit sich ausdeh-nende Reihe die Rurikskette und entdeckte außerdem noch die Rumjänzoff-, Spi-ridoff-, Krusensiern-, Kutusoss-, Suwoross-, Tschitschakoss- und Araktschejeff-Gruppen. Am 13. Aug. 1816 fand K. im SO. der Beringsstraße einen Sund,welcher nach ihm den Namen Kotzebue-Sund erhielt. Nach dreijähriger Fahrtlangte er am 23. Jul. 1818 wieder in Neval an, setzte nach einigen Tagen seineReise nach Petersburg fort und warf am 3. Aug. in der Newa vor dem Hauseseines Gönners, Grafen von Rumjänzoff, die Anker. Die Ergebnisse seiner Beob-achtung enthielt dieEntdeckungsreise in die Südsee nach der Beringsstraße zur