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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
759
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Konüm 759

Nachmittags gesehen und gehört, wurde gewöhnlich des Abends, anfangs in denBaracken, darauf im anstandigen Quartiere niedergeschrieben und so ^eine Kennt-piß des Menschen wahrend des halbjahrigen Feldzugs trefflich erweitert. ImAugust, zum Theil in Folge einer gefährlichen Augenentzündung mrch Hofwylzurückgekehrt, setzte K. mit seinen Freunden und College« Griepenkerl (jetzt Pro-schor in Vraunschweig), Lippe (Vörsteher der Erziehungsanstalt in Lenzburg),

Schacht (Prof. in Mainz), Hesse (Regierungsrath in Mainz) und andern treff-lichen Mannern die alte Wirksamkeit fort, lernte gelegentlich bei dem steigendenRufe der dortigen Institute ausgezeichnete Zeitgenossen, wie Canning, Kosciuszko,persönlich kennen und fand in ihrem Anblick oder in ihren paar Worten einen be-sondern Antrieb der Ehrliebe, sammelte in Mußestunden Materialien zu einer Ge-schichte des Hohenstaufen Friedrich I., wovon er schon im Feldzuge bedeutendeBruchstücke am Wachtfeuer oder in den Bauernstuben mehren gebildeten preußi-schen Offizieren und Unteroffizieren vorgelesen hatte, welche dann zur Fortsetzungermunterten. Ostern 1817 folgte K. einem Ruft als Professor der griechischenund lateinischen Sprache an der aargauer Cantonsschule. Er ließ hier den erstenliterarischen Versuch:Friedrich I. mit seinen Freunden und Feinden" (1818),drucken, entsagte nach einer reiflichen Prüfung, dem überwiegenden Hange gehor-sam, dem bisherigen Hauptfache der Philologie, wandte die meisten Kräfte undStunden den geschichtlichen Studien zu, welche fortan seine Lebensaufgabe blieben.

Er trachtete, genauer in die Kenntniß der griech. Staatsverfassungen durch Stu-dium des Aristoteles, Plato, Aristophanes und der Scholiasten derselben einzu-dringen und lieferte für die.von Bremi und Döderlein herausgegebenenPhilologi-schen Beiträge aus der Schweiz" (1819) einen Aussatz über den DemagogenKlean, als Probe der begonnenen philosophisch-historischen Forschungen. Um durchHandschriften und Archive die Lücken seiner Kenntniß des Mittelalters einigermaßen ^

auszufüllen, nahm K. im Herbst 1818 den Abschied von der aargauer Cantons-schule, verbrachte den Winter (181819) in Wien, wo vorzüglich die kaiserl.

Bibliothek hinlängliche Beschäftigung durch Auszüge vieler auf die Geschichte derHohenstaufen bezüglichen Handschriften gewahrte, und gefällige Männer, wie Ko-pitar, Bergenstamm, auch Hormapr, Nachmessungen verschafften. Im Frühling1819 trat er, von dem preußischen Ministerium zum Professor der Geschichte amncu gestifteten Gymnasium in Neuwied ernannt, die Reise nach dem Rhein an,durchzog, meistens zu Fuß, Mahren und Böhmen, fand zu Eger manche historischeAusdeute und erreichte zu Pfingsten den Ort seiner neuen Bestimmung. Hierdem Direktor und bald genauern Freunde Göttling (gegenwärtig Professor zuJena) verbündet, lebte er bis Ostern 1821 in literarisch-pädagogischer Abgeschie-denheit so lange, bis das Gymnasium, unter außerordentlichen Hindernissen undWiderwärtigkeiten gegründet, soweit es die äußern Hülfsmittcl gönnten, eine festeEinrichtung"erhalten hatte. Er gab seine SchriftZur Geschichte der hellenischenStaatsverfassungen" (Heidelberg 1821) heraus und folgte bald darauf dem Ruftnach Basel, wo er an der wiederhergestellten Universität im Mai 1821 das öffentlicheLehramt der Geschichte antrat, das er aber, um nicht gleichzeitig an einer Schule (demPädagogium) und einer Universität zu wirken, wie es die Functionen der philosophi-schen Facultät soderten, schon im Herbst 1822 freiwillig niederlegte. Er schloß sich,i^och in unabhängiger Stellung, von 1823 26 der Hofwyler Anstalt an undkehrte endlich (Ostern 1826) als Privatdocent der Geschichte nach Basel zurück.

In dieser Stellung blieb K. bis Ostern 1832; seine Freisinnigkeit, sein offenes,humanes, männliches Wesen, seine entschiedene Abneigung gegen jede Zustutzunggegen jeden krummen Weg einerseits, und seine ausgezeichneten Talente, seinklarer, fließender Vortrag, die Lebhaftigkeit seines gebildeten Geistes andererseits,

Mannen ihm in vollem Maße die Gemüther der Jugend, welche in ihm den Leh-