Köpenicker Untersuchungen
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Geßncr, der damals zu Zürich Theologie studirte und späterhin auch nach Jmakam, ersah er als den ersten zur Ausnahme Geeigneten. Er überzeugte sich zuvordurch ein allgemeines Gesprach von dessen Gesinnungen, wobei er ihn zugleich fürein entsprechendes Bündm'ß stimmte, und foderte ihn dann zum Beitritt auf. MsOffner sich hierzu bereit erklarte, machte er ihn mit den 9 Statuten des Bundesberannt und ließ ihn dann einen Eid ablegen mit den Worten: „Ich schwöre, daßl ich die mir milgetheilten Gesetze des Bundes gewissenhaft und treu erfüllen will;st wahr mit Gott helft durch sein heiliges Wort."
' Der größere Zusammenhang, den die Burschenschaften zwischen den Uni-versitäten hervorgebracht hatten, war diesen Umtrieben ganz besonders günstig,und schon im Sommer 1821 zählte der Bund mehre Mitglieder in Halle,Leipzig und Göttingen. Auch im südlichen Deutschland wucherte er um sich,m Tübingen, Erlangen, Würzburg und Heidelberg; und obgleich manche, jadie meisten Bundesglieder, sobald sie die Universität verlassen hatten, das In-teresse für den Bund verloren, theils weil die Anschauung der rechtlich geordne-ten bürgerlichen Verhältnisse eine Änderung ihrer politischen Überzeugungen be-wirkte, theils weil sie wenigstens die Ohnmacht und Unausführbarkeit der Bundes-destrcbungen einsahen: so pflanzte sich doch auf den Universitäten der einmal aus-beute Same von einer akademischen Generation auf die andere fort, und so wirderklärlich, wie zu derselben Zeit, als mehre ältere Bundesgenossen entweder ihrenZusammenhang mit dem Bunde so völlig aufgegeben hatten, daß sie denselben fürin sich selbst untergegangen wähnten, oder ihren Austritt entschieden erklärten, odergar freiwillige Denunciationen im Sinne hatten, die jungem Mitglieder noch mit! dem Fanatismus der Stifter an dem Bunde hingen und ihn nach Kräften verbrci-I tetm. Nur wenige Wochen vor der Eröffnung der Untersuchungen hatten Auf-nahmen stattgefunden, ja der Student Bercht unternahm noch im Dec. 1823,^ nachdem er die Verhaftung des ihm als Bundesgenossen wohlbekannten Studen-> tm Grosse zu Halle in Erfahrung gebracht hatte, mithin über die Gefahr, in wel-^ chcr der Bund schwebte, nicht zweifelhaft sein konnte, die Aufnahme des Studen-ten Kippe zu Leipzig, damit, wie er selbst eingestanden, der Bund sich dort erhalteund weiter fortpflanze. Es ist demnach nicht zu verkennen, daß der Bund in demttftn Jahre seines Bestehens bei weitem größere Hoffnungen hegte, als in der spä-tem Zeit. Man hielt den Ausbruch des offenen Kampfes für nahe bevorstehend.Einige bildeten sich sogar cin, der 18. Oct. 1821 sei dazu bestimmt, und einenAufruhr des ganzen Volkes glaubte man so allgemein vorbereitet, daß man ihnnicht erst zu erregen, sondern sich desselben nur leitend zu bemeistern haben werde.Es verbreitete sich die Meinung, daß die Garnisonen der Festungen Erfurt undKoblenz für die Empörung gestimmt, und diese Platze so gut wie in den Händen desBundes wären, der Hauptmann, nachherige Major von Föhrentheil zu Erfurt,Platzcommandant daselbst, wurde als Mitwisser bezeichnet. Auch die Theilnahme,^llche sich in damaliger Zeit für den Aufstand der Griechen in Deutschland au-kttte, brachte in dem Bunde eine eigne Aufregung hervor. Als nämlich der Frei-! Herr von Dalberg damals eine Expedition nach Griechenland beabsichtigte, bediente" sich cincs dienstlosen preußischen Offiziers, Namens Heinrich Schmidt, zum^-uissair wegen Errichtung einer deutsch-griechischen Legion. Dieser Schmidt kamMichaelis 1821 nach Jena und wendete sich — sei es nun als Mitglied desBundes, oder als Mitwisser und Gleichgesinnter, worüber nichts Näheres bekannts^an die dortigen Bundesgenossen mit dem Vorschlag, sich in Frankfurt oder^hasftnburg, oder wo sonst ein Sammelplatz erlaubt werden würde, zu einem^hellenischen Corps zu sammeln, dieses so viel möglich zu verstärken, und dann^cch den Süden von Deutschland ziehend und unterwegs sich erweiternd und ver-ehrend, endlich an einem passenden Orte stehen zu bleiben und sich, statt nachCeiiv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. 1l. 43