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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
754
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754 Köpenicker Untersuchungen

Griechenland einzuschiffen, nach dem Vaterlande zurückzuwenden und hier denKampf gegen die bestehenden Staatsgewalten zu beginnen. Dieser Plan wurdevon den Bundesgenossen berathen, von Jena aus in Halle bekannt gemacht, undan beiden Orten von Vielen mit Freuden aufgenommen. Andere hielten ihn dage-gen für unausführbar und man begnügte sich vorlausig mit Unterzeichnungen d.zvon Schmidt vorgelegten Aufrufs zum Griechenzuge; in wenigen Wochen ver-scholl aber Schmidt, zugleich auch dieses Vorhaben.

Ein wesentlicher Fortschritt in der Geschichte des Bundes ist die Versamm-lung zu Würzburg. Das Erste, was hier zur Sprache kam, war das geheimniß-volle und zweifelhafte Verhältniß des Bundes zum Mannerbunde. Die crlangerBundesabtheilung hatte eines ihrer Mitglieder, den Studenten Karl von Feuerbach,mit der Ausmittelung desselben eigens beaustragt. Er hatte deshalb eine Reistnach der Schweiz gemacht, und trug das Resultat derselben den zu Würzburg Ver-sammelten vor. Es bestand darin, daß seiner Überzeugung nach an die Existenzeines Mannerbundes nicht zu denken sei. Man nahm dies als eine, wenigstens inBeziehung auf den Bund richtige Ausmittelung und schritt in dieser Voraus-setzung zur Erwägung über die nunmehrige Stellung des Bundes. Einice woll-ten ihn, als auf die Voraussetzung eines Männerbundes gegründet, aufgelöst wis-sen. Die Mehrzahl führte dagegen aus, daß er vielmehr von nun an als selbstän-dig zu betrachten sei, solcherweise aber fortbestehen müsse. Nachdem sich hiermitder Bund gewissermaßen von Neuem constituirt hatte, wurden die bisherigen Ge-setze, und ob unter den jetzigen Umstanden daran zu ändern sei, in Berathung ge-zogen. Der Beschluß siel dahin aus, daß, sowie der Zweck des Bundes unverän-dert bleibe, obgleich man keine bestimmten Mittel zu dessen Herbeiführung fest-setzen, diese vielmehr der Zeit und äußern Umständen überlassen wolle, so sollenauch die übrigen Statuten unverändert bleiben, wiewol mit den sich nun von selbstergebenden Modisicationen, daß der bisher den Obern des Bundes gelobte Gehor-sam wegfalle, und daß man sich vielmehr dem Bunde selbst, den Beschlüssen derMehrheit verpflichte, und eine hierbei entstandene Frage, ob dieser Gehorsamunbedingt, oder nur soweit, als er mit der Überzeugung des Gelobenden verein-bar sei, geleistet werden müsse, wurde durch keinen förmlichen Beschluß erledigt.In dieser Weise bestand der Bund fort mit ziemlich unbestimmtem Ziel und ohnefeste Form, mehr auf Verbrüderung durch gleiche politische Gesinnung als auf de-stimmte Thaten gerichtete, bis Ende 1823, wo durch einen bairischen Candidcuender Theologie eine Denunciation an die Behörde kam. Der Angeber hatte in Hallestudirt, nannte daher fast lauter Preußen, was der Grund davon ist, daß die Un-tersuchung in Verlin eröffnet wurde.

Das Resultat dieser Untersuchung im Allgemeinen steht in folgenden Tat-sachen fest: 1) Es hat unter den deutschen Jünglingen ein geheimer Bund be-standen. Er ist durch den Studenten von Sprewitz auf mehren deutschen Univer-sitäten verbreitet worden. Sein Zweck war auf Umsturz der bestehenden Regierungs-verfassungen und Herbeiführung eines Auslandes gerichtet, in welchem das Volkdurch felbstgewählte Vertreter sich eine Verfassung sollte geben können. 2) Beider ursprünglichen Verbreitung des Bundes wurde als Gesetz anerkannt, daß dieMitglieder sich jeder eigenmächtigen Thätigkeit für die Erreichung des Zweckes ent-halten und den Befehlen ungenannter Bundesobern, wenn sie ihrer Überzeugungentsprächen, oder, wie einige Mitglieder meinen, unbedingt gehorchen sollten;welche letztere Bestimmung aber später auf den Bundesversammlungen zu Würz-burg und Nürnberg dahin modificirt worden ist, daß, statt der unbekannten Obern,nur dem durch Stimmenmehrheit sich aussprechenden Willen des Bundes Gehor-sam gelobt, und von Jedem mit allen Kräften für den Zweck und die Verbreitungdes Bundes gewirkt werden sollte. 3) Obgleich die Glieder des Bundes selbst za