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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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Köpenicker Untersuchungen

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der ,,7u«e«" in Erfüllung, welche sie im Jul. 1819 mit den Worten aussprach:Menn durch die Untersuchung nichts Rechtes ausgemittelt wird, wie man ausdm Zeitungsnachrichten vermuthen muß, so werden Die, welche Lust zu solchenDingen haben, jetzt nur noch mehr Much dazu erhalten." Dieser Much entstand«uf doppelte Weise: zuerst durch die ofsicielle Anerkennung der Möglichkeit gefahr-licher Unternehmungen im Sinne der Verfolgten, denn diese Anerkennung rief dieAnsicht hervor, ganz Deutschland hasse im Grunde den unnatürlichen, antina-tionalen Verfassungszustand der Gegenwart, und es fehle nur an irgend einemkühnen Anfang, um die allergründlichste Revolution zu entflammen, da sich seitden Freiheitskriegen das Volksbewußtsein doch wol gestärkt haben müsse, wofürdie Furcht der Regierungen den besten Beweis abgäbe. Dann mußten sich unterdiesen eingebildeten Umständen die Verfolgten bei weitem wichtiger vorkommen,als eS ihre sonstige Stelle mit sich brachte. Die Carcer und die berliner Gefäng-nisse hatten ihnen die Möglichkeit und den Vorgeschmack des Märtyrerthums ge-gegeben, und sie konnten nun schon darauf rechnen nicht ignorirt zu werden, wennsie irgend etwas Patriotisches und Freisinniges ausführten, und die bloße Aufopfe-rung für den Gedanken der Einheit und Freiheit Deutschlands hielten die Meistenfür hinreichend, um den Anfang zu seiner Verwirklichung zu machen. Dieser Ge-danke, daß auf alle Weise eine Anzahl Begeisterter die neue Lehre mit ihrem Blutezu besiegeln trachten müßte, den vornehmlich Karl Follenius am entschiedenstenausgebildet und mit allerlei überschwenglichen Entwürfen verknüpft hatte, und da-zu die Überzeugung, daß es an den Jünglingen sei, den Erwartungen der Nationzu entsprechen, sind die ersten Keime des Jünglingsbundes, der darum gewiß auchohne die Vorspiegelung des Männerbundes zu Stande gekommen wäre, wie erdenn ja auch ohnc ihn fortzuexisticen beschloß. Das Nähere des Sachverhältnissesnach der gründlich und redlich geführten Untersuchung zu Köpenick läßt sich infolgende Momente zusammenfassen.

Unter den vielen Studenten, die 1820 und 1821 von den Revolutionen inNeapel und Piemont so ergriffen wurden, daß sie ernstlich mit dem Plane umgin-gen, Theil daran zu nehmen, war Adolf von Sprewitz, ein damals Lljäh-nger Jüngling, von Rostock gebürtig, der seit 1817 in Jena die Rechte undseil Michael 1820 Philosophie studirte, ein Mitglied des engern politischenVereins in der Burschenschaft. Er schritt wirklich zur Ausführung dieses Pla-nes und verließ Jena zu Ende des Febr. 1821, um bei den piemontischen In-surgenten Kriegsdienste zu nehmen. Zu Fuß reisend kam er nach St.-Gal-len, wo er aus den Zeitungen ersah, daß der Krieg in Piemont beendigt war.Er beschloß daher nach Jena zurückzukehren, nachdem er zuvor die Schweiz durch-reist haben würde, weshalb er seinen Weg über Appenzell und Sargans nach Churfortsetzte. Hier, wo er im April 1321 eintraf, besuchte er den ihm dem Namennach bekannten Professor und Turnlehrer Karl Völker, der ihn mit dem ProfessorKarl Follenius und einem dienstlosen preußischen Offizier, von Dittmar, welcheran den piemontischen Unruhen als Adjutant des Generals Santa-Rosa Theilgenommen zu haben und jetzt flüchtig zu sein vorgab, bekannt machte. Ihre Ge-'frach^ betrafen meist politische Gegenstände, wobei sie sich in ihren Ansichtendahin äußerten:daß der Herzlosigkeit und Sittenlosigkeit unserer Zeit nicht an-ders abzuhelfen sei als durch eine freie Verfassung, durch welche ein allgemeinesInteresse rege würde, und die dazu beitrüge, daß das Große und Schöne, das inrwzelnen Menschen lebt, vor die Augen und Ohren des Volkes gebracht würde, und" diesem leicht Eingang gewinne; daß nur auf diesem Wege sich ein freies undreges Volksleben gestalten werde." Sie schenkten Sprewitz Beifall und Glauben,^ er behauptete:daß unser deutsches Volk Willens sei, sich eine solche Verfas-^"g durch Gewalt zu verschaffe», und daß es nur eines solchen Anstoßes bedürfe,

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