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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
750
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750 Koopman Köpenicker Untersuchungen

gefundenen Staatsumwälzung" (Altenburg 1832), sagt:Die unüberwindlicheRuhe und Mäßigung dieses Staatsmannes, verbunden mit einem humanenfreundlich-gefälligen Äußern, ein eiserner, unermüdlicher Fleiß und eine Geschafts-gewandtheit, welche sich nicht in ängstlichen, kleinlichen, pedantischen Formen be-wegt, sondern großartiger und umfassender Conceptionen fähig ist, dies sind dieZüge, welche auch dem Justizminister im constitutionnellen Staatsdienste einenWirkungskreis sichern werden, welcher für die innere Geschichte des Landes von dergrößten Bedeutung werden muß." In diesem Wirkungskreise hat er nach der Er-öffnung des ersten constitutionnellen Landtags im Jan. 1833 durch beredte Vor-träge in den Kammern sich ausgezeichnet. (34)

Koopman (Jan Conraad), am 21. März 1790 zu Amsterdam geboren,wurde von seinen achtbaren aber wenig vermögenden Altern zum Seedienst be-stimmt und trat im zwölften Jahre als Cadett auf die Flotte des Admirals Ver-huell zu Vliessingen. Während unter diesem geschickten Führer die Flotte fünfJahre hindurch an den Küsten der Nordsee und des Canals lag und den Englän-dern mehre Treffen lieferte, zeichnete sich K. so sehr aus, daß er nach seiner Rück-kehr 1808 den Befehl über eine Kanonierschaluppe erhielt und in demselben JahreLieutenant wurde. Ungeachtet der ungünstigen Umstände, fast immer im Dienst,trug er 1811 zur Eroberung einer englischen Brigg bei, und war 1814 nach der Wie-derherstellung Hollands bei der Belagerung von Naarden thätig. In den Jahren1815 und 1816 machte er als erster Offizier am Bord der Brigg Daphne mehre Rei-sen nach London und Ostindien, wohin er auch mit diplomatischen Aufträgen gesandtward. In den indischen Gewässern nahm er 1817 als erster Lieutenant und Befehls-haber einer Brigg den Insurgenten von Marguerita ein erobertes spanisches Schiffab; kreuzte als erster Offizier des Schiffes Euridia unter dem Capitain Lewel d'Aduardlange im indischen Meere und zeichnete sich am 24. Jun. 1821 in dem siegreichenGefecht bei Palembang aus, wo er eine Wunde erhielt. Er brachte die Nachricht vondiesem Siege nach Batavia, später nach Holland und wurde von dem König 1822zum Capirain-Lieutenant ernannt. Als erster Offizier des Schisses Hollandmachte er von 1824 27 mehre Reisen an den Küsten des atlantischen und mit-telländischen Meers. Im Ott. 1828 ging er als Eommandant der Corvette Ko-met nach Ostindien, wo er den Aufstand auf Amboina unterdrückte, die See-räuber züchtigte und den berüchtigten Diepo Negoro gefangen nahm. Als er 1830in sein Vaterland zurückkehrte, ward er in die Schelde geschickt und nahm Theil ander Beschießung von Antwerpen. Bald nachher kam er zu dem Generalstab derMarine des Generals Chasse und ward endlich Befehlshaber der Seemacht vorAntwerpen. Zum Capitain ernannt, nahm er 1831 den Belgiern mehre Fahr-zeuge und erhielt in demselben Jahre den Oberbefehl der l'ete cke ?Ianckre und derbenachbarten Forts. Im Spätjahr 1832 nahm er den thatigsten Antheil an derheldenmüthigen Vertheidigung der Citadelle zu Antwerpen, bis sie durch Capitu-lation an die Franzosen übergeben ward. (74)

Köpenicker Untersuchungen. Die köpenicker Untersuchungen ge-gen den Jünglings- und Männerbund bilden den letzten Act der demagogischenUmtriebe, eine Benennung, unter welcher man bekanntlich seit dem Wartburgsfeste1817 alle Nachklänge des deutschen Freiheitskrieges in den Bestrebungen derdeutsch-patriotischen und freisinnigen Partei zusammenfaßte. Die Gesinnungendieser Partei waren von vorn herein im Widerspruch mit der bestehenden Zerstücke-lung des deutschen Volkes und aller absoluten Regierung, die Thaten aber langeZeit nicht ungesetzlich, und die denuncirten Verschwörungen kamen selbst 1819 beidem Processe gegen Sand nicht zum Vorschein, existirten auch im Grunde vor 1821noch gar nicht. Erst nach und nach wurden die Berathungen und der Briefwechselder angefochtenen Studenten entschiedener, und erst 1821 ging die Prophezeihung