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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
749
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Könneritz

und dem SchauspielWyatt", welchen in späterer Zeit noch andere dramatische und^ erzählende Arbeiten folgten. Nachdem er schon im Fulda 1816 die Stelle eines Fi-nanzsecretairs erhalten hatte, wurde er (1819) in gleicher Eigenschaft nach Hanauversetzt. Frühzeitig waren in K.'s regsamem und leicht erregbarem Geiste besonders^ I durch die seit der Secularisation der bischöflichen Regierung in Fulda dort einheimischgewordenen protestantischen Beamten mancherlei Zweifel gegen die Satzungen derkatholischen Kirche erweckt worden, die sein Eifer für Licht und Freiheit in der Folgeemsig genährt und wissenschaftlich entwickelt hatte. Eine Verbindung mit demfreisinnigen Benzel-Sternau befestigte ihn in dieser Richtung, und durch diesen zurTheilnahme an der von Friedrich herausgegebenen Zeitschrift:Der Protestant",veranlaßt, trat diese freisinnige Denkart zur That hervor. In einer Reihe vonA- Aussätzen in der genannten Zeitschrift sprach er offen und scharf, meist in beißen-w, dem Humor, über das hierarchische Wesen des Katholicismus und gab diese Auf-satze dann gesammelt und mit einigen neuen vermehrt unter dem Titel:Rosen-kranz eines Katholiken" (Frankfurt am Main 1829), heraus. Mit demselbenEnthusiasmus aber, mit welchem er hier als Sprecher für religiöse und kirchlicheFreiheit und als Theilnehmer an dem Kampfe wider hierarchische Verdunkelung inder katholischen Kirche aufgetreten war, hat er auch sein lebendiges Interesse anden Bestrebungen für politische Freiheit bethatigt durch seine Schrift:Leibwachtund Verfassungswacht, oder über die Bedeutung der Bürgergarden" (Hanau1831). Seine neueste Leistung ist der RomairDie hohe Braut" (2 Bde., Leip-zig 1833). Er wurde 1833 zum 'Abgeordneten beiin kurhessischen Landtageerwählt. (21)

Könneritz (Julius Traugott von), sächsischer Iustizminister, wurde1792 in Merseburg geboren, wo sein Vater Landstallmeister war. Im alter-lichen Hause erhielt er den ersten Unterricht durch einen Hauslehrer, von wel-chem er zum Eintritt in die Fürstenschule Pforte vorbereitet wurde, worauf ersich den juristischen Studien auf den Universitäten Wittenberg und Leipzig wid-mete. Nach Beendigung derselben ward er unter des damaligen Oberhofrich-lers und Eonsiftorialdirectors von Wcrthem, des nachmaligen Kanzlers, Lei-tung im leipziger Consi'storium als Auditor beschäftigt und trat später in groß-herzoglich sachsen-weimarische Dienste, die er jedoch, um als Amtshauptmannin Sachsen nach der neuen Organisation dieser Behörden einzutreten, wiederverließ. Später wurde er AppellationSrath und nach einigen Iahren Mitgliedder Landesregierung als Hof- und Iustizrath. Die Häufung der Geschäfte imgeheimen Eabinet und die Quiescirung des geheimen Cabinetßraths Kohlschüt-tcr ersoderten den Eintritt eines in allln Theilen der Verwaltung und der Geschäftebewanderten Mannes, daher K. mit dem Charakter als Gehtimrath in dasselbe be-uchen wurde. Nach dem Tode des Kanzlers von Werthern (1829) wurde er1830, kurz vor dem Ausbruch der Volksbewegungen in Sachsen, dessen Nachfol-ger, eine Wahl, die bei den bald darauf stattfindenden außerordentlichen Arbeitenund der Reorganisation des Staats eine sehr glückliche genannt werden muß.Eeine erprobte Geschäftskenntniß, verbunden mit dem besten Willen und einemMakellosen Ruf, konnte bei der Verwaltung dieses hohen Postens und bei derW Theilnahme und Leitung der umfassenden Arbeiten der außerordentlichen Com-mispon, die im Sept. 1839 wegen der allgemeinen Beschwerden eingesetztwurde, sowie namentlich bei den Unterhandlungen der Regierung mit den Stän-den auf dem Landtag 1831 wegen der Annahme der Verfassung nur einen fürdas Ganze vortheilhaften Einfluß haben. Bei der Organisation der Departe-siwntsmmisterien 1831 mußte unter diesen Umständen seine Ernennung zum Iu-ll'zmiiu'ster eine Bürgschaft für eine gute Zukunft sein, worüber der nie schmei->lnde Verfasser der Schrift:Geschichte der neuesten im Königreich Sachsen statt-

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