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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
747
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König (Georg Friedrich) 747

Schweif deutlicher und zeigt sich in wachsender Lange. Nähern sich uns die Ko-meten von der Nordseite des Himmels, wo sie uns unsichtbar sind, so treten sieplötzlich in ungemeiner Größe über den Horizont herauf, wie dies z. B. beim Kome-ten von 1819 der Fall war.

Verschiedene Beobachter auf der Erde haben die Kometen zu gleichen Zeitenoft in verschiedenen Größen gesehen. Man hat in den tropischen Landern Kometen-schweife fast 90 ° weit erkannt, die im nördlichen Europa kaum 20° weit sichtbarwaren. Solche Unterschiede sind nur auf Rechnung unserer Atmosphäre zu setzen,die in den wärmern Gegenden ungleich reiner und zu den Beobachtungen geeig-neter ist als in den kältern Ländern. Auf ähnliche Weise muß man es erklären,wenn Beobachter in wenigen Stunden schnelle Veränderungen, ein Auf- undNiedergehen der Lichtstrahlen, in den Kometenschweifen bemerkt haben wollen.Solche Veränderungen würden auf dem Kometen immer Millionen Meilen aus-machen und sind nur in den kleinen Oscillationen unserer eignen nie ganz reinen undruhigen Atmosphäre begründet. Doch hat Halley's Komet bei seiner Wiederkehrzur Sonne wirkliche Veränderungen erkennen lassen. Sein Schweif war 1456über 60° lang, 1682 aber weniger und 1759 noch weniger glänzend. Sollte sichdiese Verringerung des Schweifs bei der nächsten Rückkehr im Jahre 1835 wiederbestätigen, dann könnte man allerdings glauben, daß entweder die flüchtigen Theileder Kometenschweife sich im Laufe der Zeit zerstreuen, oder daß solche sich auf denKometcnkern selbst niederschlagen, wenn letzterer deutlicher als früher sich zeigensollte. Man könnte dann vielleicht annehmen, daß die Kometen durch das gegen-seitige Anziehen des feinen, im Universum frei schwebenden Weltenstoffs entstehenund entweder durch die Einwirkung der Sonnenstrahlen im Laufe der Zeit sichwieder verflüchtigen und vergehen, oder sich zu festern Körpern ausbilden.

So weit Nachrichten vorliegen, sind von der Erde aus etwa 500 Kometenbis jetzt gesehen worden. Diese Zahl ist aber viel zu gering. Man findet, daß vondm bekannten Kometen 20 innerhalb der Merkurbahn und 60 innerhalb der Ve-nusbahn ihre Sonnennahe erreichten. Diese Zahlen verhalten sich nahe wie dieQuadrate der Halbmesser der beiden Planetenbahnen, und setzt man dieses Verhält-niß fort, so darf man über 40,000 Kometen rechnen, deren Sonnennähe innerhalbder Uranusbahn liegt. Aber auch diese Zahl ist zu gering, da nicht alle Kometen,die erschienen sind, besonders in frühem Zeiten, beobachtet werden konnten, undman ist berechtigt das Heer derselben wenigstens zu mehren Hunderttausenden an-zunehmen. Und alle diese Welten gehören zu unserer Sonne, empfangen von ihrLicht und werden von ihr in ihren großen, nach allen Gegenden des Himmels ge-richteten Bahnen gehalten. (54)

König (Georg Friedrich), geboren am 21. Iul. 1781 zu Entinghau-stn in Hanover, erhielt seine Bildung auf dem Gymnasium und der Universitätzu Göttingen, und nachdem er 1803 in Celle geprüft und als Sachwalter aufge-nommen worden, ließ er sich in Northeim nieder. Als nach der Errichtung desKönigreichs Westfalen die Einführung des öffentlichen gerichtlichen Verfahrensrnvchieden war, begab er sich 1807 nach Mainz und Koblenz, wo er während ei-nes ncunmonatlichen Aufenthalts das öffentliche Verfahren in Civil- und Crimi-"ühachcn kennen lernte. Nach seiner Rückkehr arbeitete er einige Zeit in dem Bu-gw des Ministers Simeon, um sich mit den hohem Verwaltungsgeschäften be-"NNt zu machen. Er wurde darauf als Procureur bei dem Tribunale zu Osterode^gestellt und verwaltete zugleich nach Simcon's Wunsch einige Zeit das Krie-gsgericht zu Seesen und Westerhof. Als es nach dem Falle des Königreichs Wcst-g m der wiederhergestellten Regierung durch den herrschenden Haß gegen die Fremd-grrschaft erleichtert wurde, auch die guten und erprobten französischen Verwal-"ngseiimchtungen aufzuheben und die Advokaten, wie alles Andere, in das alte

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